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Gastkommentar – Homo oeconomicus Autarkie bei grünem Wasserstoff kann nicht das Ziel sein

Wir müssen den Wasserstoff dort produzieren, wo es am wirtschaftlichsten ist. Damit widerspricht Jorgo Chatzimarkakis dem Plädoyer von André Wolf für nationale Wertschöpfungsketten.
21.07.2021 - 10:08 Uhr Kommentieren
Import von grünem Wasserstoff müsse breit gestreut werden, sodass ausreichend CO2-Emissionen vermieden wird. Quelle: dpa
Wasserstoff-Tank

Import von grünem Wasserstoff müsse breit gestreut werden, sodass ausreichend CO2-Emissionen vermieden wird.

(Foto: dpa)

André Wolf hatte vor Kurzem argumentiert, dass aufgrund der Versorgungssicherheit sowie Akzeptanz der grünen Wasserstofftechnologie die Produktion in Deutschland wichtig sei. Das Gegenteil ist richtig, denn in einer globalisierten Welt geht es darum, gegenseitige Synergien zu nutzen und dort zu produzieren, wo es am wirtschaftlichsten ist.

Droht uns damit tatsächlich eine neuerliche „Abhängigkeit”? Nein, aus folgendem Grund: Europas Stahlwerke gehören zum Beispiel zu den energieintensivsten Sektoren. Durch Umstellung auf grünen Wasserstoff können sie komplett emissionsfrei werden. Dafür wären gerade mal 0,35 Prozent der Fläche Spaniens nötig – für Wasserstoff durch Elektrolyse mithilfe von Sonnenenergie.

Die Befürchtung, in eine machtpolitische Abhängigkeit von Spanien – einem EU-Mitglied – zu geraten, ist abwegig. Ebenso verhält es sich mit grün produziertem Wasserstoff aus Marokko, Namibia, Chile oder Australien.

Import von grünem Wasserstoff muss also breit gestreut werden, sodass wir ausreichend CO2-Emissionen vermeiden. Nur so schaffen wir eine energiepolitische Resilienz.

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    Fakt ist: Erneuerbare Energie in jeglicher Form ist und bleibt in Deutschland knapp. Hinzu kommt die außerordentlich hohe Auslastung des deutschen Stromübertragungsnetzes, das bereits jetzt vielfach an seine Grenzen kommt.

    Keinen Wasserstoff ausschließen

    Der erwartbare Zusatzbedarf für Batterie-Mobilität wird das Netz weiter belasten. Diese Infrastruktur ist nicht dafür geschaffen, um stabil Hunderte Terawattstunden für die Produktion von grünem Wasserstoff in ausreichenden Mengen zu transportieren.

    Jorgo Chatzimarkakis ist Generalsekretär von Hydrogen Europe, dem europäischen Verband der europäischen Wasserstofftechnologiebranche.
    Jorgo Chatzimarkakis

    Jorgo Chatzimarkakis ist Generalsekretär von Hydrogen Europe, dem europäischen Verband der europäischen Wasserstofftechnologiebranche.

    Global produzierten und importierten Wasserstoff auszuschließen wäre nicht nachhaltig. Nordafrika ist wegen der intensiven Sonneneinstrahlung für die Produktion von grünem Wasserstoff prädestiniert: In Meeresnähe findet die Elektrolyse statt, ebenso mithilfe von erneuerbaren Energien die Entsalzung des Wassers – unter anderem für Trinkwasser. Nordafrika wird sich wirtschaftlich entwickeln.

    Auch eine „industriepolitisch zu einseitige Ausrichtung”, wie André Wolf sie befürchtet, wird es nicht geben, da grüner Wasserstoff in verschiedenen Sektoren zum Einsatz kommen kann – also nicht nur in der energieintensiven Stahl- und Chemieindustrie.

    Die Märkte sind bekanntlich vernetzt. Ebenso kann Wasserstoff im Flug- und Schiffsverkehr seine Vorteile in Form von synthetischen Kraftstoffen ausspielen. Allen Unkenrufen zum Trotz wird Wasserstoff auch bei Nutzfahrzeugen und im Wärmemarkt eine zentrale Rolle spielen – wenn man sich von dem Plan einer ausreichenden Produktion von heimisch produziertem Wasserstoff verabschiedet und global produzierten grünen Wasserstoff als Handelsgut auch hierzulande zulässt.

    Mehr: Grüner Wasserstoff ist kein Wundermittel. Ein Kommentar.

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