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Gastkommentar – Homo oeconomicus Nach der Pandemie kommen die Kreditsorgen der Banken

Die Erfahrungen mit früheren Krisen haben gezeigt, dass es den Aufschwung behindert, wenn die Bewältigung von Kreditausfällen aufgeschoben wird, mahnt Yannis Stournaras.
02.02.2021 - 13:53 Uhr Kommentieren
Yannis Stournaras ist Präsident der griechischen Zentralbank. Quelle: Reuters
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Yannis Stournaras ist Präsident der griechischen Zentralbank.

(Foto: Reuters)

Die finanziellen Bedingungen im Euro-Raum wurden während der Pandemie hauptsächlich durch geldpolitische Maßnahmen bestimmt. Zusammen mit einer unterstützenden Fiskalpolitik haben sie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Krise gemildert. Auch die Banken konnten in einem günstigeren Umfeld agieren, da die aufsichtsrechtlichen Anforderungen deutlich gelockert wurden.

Allerdings könnten das Ende der Sonderregeln für Insolvenzen und Risikovorsorge und der Abbau öffentlicher Unterstützungsprogramme in der Zeit nach der Coronakrise erhebliche Bestände an notleidenden Krediten offenlegen. Angesichts der prognostizierten Produktionsrückgänge in der gesamten Europäischen Union scheint eine Verschlechterung der Kreditqualität unausweichlich.

Die Europäische Zentralbank (EZB) schätzt, dass in einem ungünstigen, aber plausiblen Szenario die notleidenden Kredite der Banken im Euro-Raum einen Höchststand von 1,4 Billionen Euro erreichen könnten. Das wird voraussichtlich mit einer ohnehin schwachen Rentabilität des Bankensektors im Euro-Raum zusammenfallen, was die Risikovorsorge und die rasche Erfassung von Verlusten einschränken könnte.

In Anbetracht der Erfahrungen nach der globalen Finanzkrise und der europäischen Staatsschuldenkrise könnten eine zu geringe Risikovorsorge und fehlende Abwicklungskapazitäten innerhalb der Banken die Abwicklung privater Schulden verlangsamen. Letztendlich könnte das die Kreditexpansion vereiteln und die wirtschaftliche Erholung untergraben.

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    Die Banken im Euro-Raum haben die Risikovorsorge für Kredite im ersten Halbjahr 2020 deutlich erhöht, auf Jahresbasis hochgerechnet auf 0,76 Prozent der Kredite. Diese Vorsorge dürfte jedoch hinter dem tatsächlichen Gesamtkreditausfall zurückbleiben. Das unterstreicht die Dringlichkeit, verlässliche und transparente Finanzdaten zu erstellen.

    Lebensfähigkeit gefährdet

    Die Erfahrungen aus verschiedenen Mitgliedstaaten des Euro-Raums mit hohen Beständen an notleidenden Krediten haben uns gelehrt: Ein langwieriger Restrukturierungsprozess, der mit einer schleppenden Umsetzung von Reformen der Insolvenz- und Konkursregelungen einhergeht, kann zu höheren Kreditausfällen führen und letztlich die Lebensfähigkeit der zugrunde liegenden Schuldner gefährden, insbesondere der Unternehmen.

    Die EU-Kommission hat solche Maßnahmen in ihrer einschlägigen Mitteilung vom 16. Dezember aufgelistet, die die frühzeitige Verbuchung von Kreditverlusten und die rasche Bereinigung der Bankbilanzen durch systemische Lösungen erleichtern. Wir sollten die Lehren aus vergangenen Krisen ziehen und diese Maßnahmen tatsächlich ergreifen.

    Mehr: Geldanlage in Corona-Zeiten: Worauf es für Börsianer jetzt ankommt

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