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Homo oeconomicus Am Geschäft mit Big Data kommt niemand mehr vorbei

Der Wert von Unternehmen bemisst sich immer mehr nach den Daten, die sie aufsaugen. Wer sein Geschäftsmodell noch nicht entsprechend umgestellt hat, sollte schnell handeln.
24.12.2020 - 15:03 Uhr Kommentieren
Martin Schmalz ist Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Oxford. Er bloggt unter viewfromoxford.com. Quelle: Oxford University
Der Autor

Martin Schmalz ist Professor für Finanzwissenschaft an der Universität Oxford. Er bloggt unter viewfromoxford.com.

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde… Und jedermann ging ... in seine Stadt.“ Unvorstellbare Kosten hat diese erste Volkszählung verursacht! Heute ist das anders. Daten zu sammeln ist so billig geworden, dass wir es tun, ohne es zu merken.

Unser Aufenthaltsort, das Fahrverhalten, unser Gesichtsausdruck, unsere Herzfrequenz, Schlafqualität und Tippgeschwindigkeit – alles wird im Sekundentakt von unseren Handys, Browsern und Wearables gemessen und aufgezeichnet. Dank 5G sogar noch hundertmal schneller als bisher. Die Daten werden von Techfirmen nach Indizien durchkämmt, die unsere Zahlungsbereitschaft für alle vorstellbaren Güter und Dienste vorhersagen.

Das ist das „Business of Big Data“, nach dem ich eine Oxford-Vorlesung und ein Buch benannt habe. Dieses Geschäft wird lukrativer, je mehr die Kosten für Datenerhebung und -verarbeitung sinken.

Weil diese Kosten für alle Personen gleichermaßen fallen, werden maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz (KI) innerhalb der nächsten Jahre alle Industrien grundlegend verändern, egal, ob die dortigen Entscheider das schon wissen oder nicht. Niemand kann sich vor dieser Welle technologischen Wandels verstecken. Wer nicht auf der Welle reitet, wird überrollt und geht unter.

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    Die meisten deutschen Firmen scheinen das noch nicht verstanden zu haben und hinken weit hinterher. Ob unsere Autos mit Diesel oder Elektroantrieb fahren, ist zweitrangig. Was am Markt zählt, ist der Wert der Daten, die die Tesla-Fahrer bei jedem Bremsmanöver generieren. Tesla ist nicht zehnmal mehr wert als Daimler, weil es mehr Autos mit geringeren Spaltmaßen produziert.

    Unsere relativ stringenten Gesetze zum Schutz der Privatsphäre zu brechen ist mit überschaubaren Kosten verbunden. Selbst die kürzlich gegen Google und Amazon verhängten Rekordstrafen in dreistelliger Millionenhöhe entsprechen nicht einmal einem Tausendstel des Marktwerts der gemaßregelten Firmen.

    Die Einstiegsschwelle ist niedrig

    Unsere Wettbewerbshüter waren einst Vorreiter darin, den Techfirmen Grenzen aufzuzeigen. Heute gestaltet sich das Ganze anders. Während China aggressive neue Regeln für Techkonzerne schreibt und Amerika sowohl Google als auch Facebook wegen Marktmachtmissbrauchs verklagt, hat die Europäische Kommission Pläne für neue Werkzeuge zum Wettbewerbsschutz aufgegeben.

    Außerdem gab sie grünes Licht für den Kauf von Fitbit durch Googles Mutterkonzern Alphabet. Die Auflage: Fitbits Gesundheitsdaten darf Alphabet nicht verwenden, um Onlinewerbung zielgenauer zu machen. Sehr wohl aber für andere Zwecke – wie zum Beispiel dazu, Arbeitgeber über das Gesundheitsrisiko seiner Mitarbeiter zu informieren.

    Die Eintrittskosten ins Business of Big Data sind gering, auch für Interessierte mit nicht technischem Hintergrund. Wer also seine Karriere noch nicht auf datengetriebene Geschäftsmodelle neu ausgerichtet hat, sollte vielleicht die Feiertage dazu nutzen, sich darüber Gedanken zu machen.

    Mehr: Was man von Tesla über die Digitalisierung lernen kann

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