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Homo oeconomicus Andrea Montanino: Unkontrollierter Klimawandel ist keine Option

Die Pandemie wird 2020 voraussichtlich zu einem deutlichen Rückgang der CO2-Emissionen führen. Das muss auch ohne Ausnahmezustand möglich sein.
25.09.2020 - 10:00 Uhr 1 Kommentar
Andrea Montanino: Chefökonom der italienischen Industrie. Quelle: Bloomberg
Der Autor

Andrea Montanino ist Chefvolkswirt der Cassa Depositi e Prestiti und Vorsitzender des Fondo Italiano d’Investimento.

(Foto: Bloomberg)

Der Rückgang der Treibhausgasemissionen während des Lockdowns ist wahrscheinlich die einzige gute Nachricht, die der Welt vom Jahr 2020 in Erinnerung bleiben wird.

Die Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit und die Verringerung des Waren- und Personenverkehrs werden laut Internationaler Energieagentur wohl eine Verringerung der CO2-Emissionen um 2,6 Milliarden Tonnen beziehungsweise acht Prozent bewirken.

Das wäre die stärkste Verringerung der Treibhausgasemissionen in der Geschichte und genau die Reduzierung, die Jahr für Jahr notwendig wäre, um die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad zu begrenzen.

Es ist jedoch nicht vorstellbar, durch immer weitere Pandemien auf den notwendigen Reduktionspfad zu kommen. Es würde die Volkswirtschaften einem Schockprogramm aussetzen, ohne die Art und Weise, wie Energie produziert und verbraucht wird, strukturell zu verändern.

Aber es muss etwas getan werden, um die mit dem unkontrollierten Klimawandel verbundenen Risiken zu mindern.

Drei Arten von Risiken

Das sind erstens die physischen Risiken, zu denen auch die potenziellen negativen Auswirkungen für diejenigen gehören, die extremen Naturereignissen ausgesetzt sind. Umweltkatastrophen können dazu führen, dass der Wert von Vermögenswerten, die als Sicherheit für die Kreditaufnahme gegeben wurden, sinkt, wodurch Investitionen erschwert werden.

Die Zerstörung von physischem Kapital, das Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wieder aufbauen müssen, kann auch den Verschuldungsgrad erhöhen und damit die langfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit gefährden.

Zweitens gibt es Übergangsrisiken. Ein unkontrollierter Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft könnte den Wert der Energiereserven und Infrastrukturen stark verringern, die im Zusammenhang mit der Ausbeutung, Umwandlung und Nutzung fossiler Brennstoffe stehen. Angesichts der Bedeutung des Energiesektors könnte das einen Wettlauf um den Verkauf der Aktien von Energieunternehmen auslösen, mit Folgen, die das Wirtschaftswachstum dauerhaft beeinträchtigen könnten.

Schließlich sind da noch die Haftungsrisiken. Sie entstehen, wenn diejenigen, die durch den Klimawandel verursachte Verluste erlitten haben, Schadensersatz fordern: Jüngste Schätzungen gehen davon aus, dass in fast 40 Ländern bereits annähernd 1000 klimabezogene Sammelklagen eingereicht wurden.

Genauso wenig wie eine Serie von Pandemien ist also ein unkontrollierter Klimawandel eine Option. Die Herausforderung besteht daher darin, einen Weg einzuschlagen, der Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit, Expansion der Volkswirtschaften und Reduzierung der Emissionen miteinander verbindet.

Mit zwei Worten: nachhaltige Entwicklung. Die EU-Vereinbarung über den Konjunkturfonds geht in die richtige Richtung, denn sie zielt darauf ab, die Wirtschaft anzukurbeln und gleichzeitig den Übergang zur ökologisch nachhaltigen Wirtschaft zu beschleunigen. Dies ist eine einmalige Gelegenheit für Europa.

Mehr: Neues EU-Klimaziel: Der Streit über die Verteilung der Lasten beginnt

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  • Zickezacke, Hühnerkacke, hoi, hoi, hoi!
    Nachts ist es kälter als draußen.
    Und alles in Übereinstimmung mit der Prophezeiung.

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