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Homo oeconomicus China belebt die Wirtschaft mit moderner Infrastruktur

Chinas Regierung verknüpft das Ziel der Konjunkturstimulierung mit langfristiger Strukturpolitik. Die Kosten sind allerdings enorm.
30.07.2020 - 13:31 Uhr Kommentieren
Iris Pang ist Chefökonomin der ING für China. Quelle: ING Wholesale Banking
Die Autorin

Iris Pang ist Chefökonomin der ING für China.

(Foto: ING Wholesale Banking)

Chinas Regierung hat rund neun Billionen Yuan, umgerechnet 1,1 Billionen Euro in die Hand genommen, um die Wirtschaft nach den Beeinträchtigungen durch Covid-19 zu unterstützen. Dieser Betrag ist ungewöhnlich groß. Er entspricht etwa neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Das Konjunkturpaket ist damit größer als der untere Grenzwert eines Defizits von 3,6 Prozent, der bei den jährlichen Regierungssitzungen im Mai festgelegt wurde. Eine Obergrenze wurde nicht festgelegt.

In diesem Jahr gibt es in China zwei Kategorien von fiskalischen Impulsen. Die eine läuft ganz traditionell über die Bauwirtschaft. Hier geht es um Verkehrsnetze und Kraftwerke. Die andere bezieht sich auf das Programm der neuen Infrastruktur. Das umfasst die 5G-Infrastruktur, große Datenzentren, Künstliche Intelligenz, Ultrahochspannungsanschlüsse, Hochgeschwindigkeitsschienen und Ladegeräte für Elektroautos.

Großrechenzentren sind die neueste Ergänzung des Infrastrukturplans. Fernarbeit und verändertes Konsumverhalten haben die Nachfrage nach Big Data in China erhöht, und es besteht die Notwendigkeit, sich auf die Zukunft vorzubereiten.

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    Selbstversorger bei fortgeschrittener Technologie

    Der Schub durch die Infrastruktur scheint langsamer anzulaufen als erwartet, insbesondere bei der Verkehrsinfrastruktur. Dies könnte daran liegen, dass die jährlichen Regierungstreffen dieses Jahr erst im Mai stattfanden, statt wie in früheren Jahren im März. Seit Juni ist aber eine rasche Zunahme bei Transport-Infrastrukturprojekten zu beobachten. Allerdings könnten die jüngsten breit flächigen Überschwemmungen in China einige Infrastrukturprojektionen entgleisen lassen.

    Der Fortschritt bei der neuen Infrastruktur war schneller als bei traditionellen Bauprojekten. Ein Schlüsselfaktor dabei ist, dass China so schnell wie möglich Selbstversorger bei fortschrittlicher Technologie werden muss. Unter der Führung der USA akzeptiert die westliche Welt China immer weniger als Technologieriesen.

    Es ist wahrscheinlich, dass China seine eigenen technischen Kapazitäten aufbauen muss. Aber in der Zwischenzeit könnte es einen Mangel an fortschrittlichen Halbleiterchips geben, was die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Technologieprodukte dämpfen würde.

    Durch das große Konjunkturprogramm wird sich Chinas Haushaltslage weiter verschlechtern. Die Staatsverschuldung ist bereits von 49 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2018 auf 54 Prozent im Jahr 2019 gestiegen.

    Bezieht man Sonderanleihen der Kommunalverwaltungen mit ein, über die die meisten Bauprojekte finanziert werden und die aufgrund fehlender Staatsgarantie als Unternehmensanleihen eingestuft werden, so ist die Staatsverschuldung von 88 Prozent im Jahr 2018 auf 102 Prozent im Jahr 2019 gestiegen und dürfte in diesem Jahr auf 110 Prozent zulegen.

    Mehr: China führt die EU vor, meint Handelsblatt-Korrespondentin Dana Heide.

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