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Homo oeconomicus Deutschland kann den Aufschwung trotz Corona schaffen

Geht der Aufschwung trotz steigender Infektionszahlen weiter? Der Chefvolkswirt der Berenberg Bank nennt fünf Gründe für vorsichtigen Optimismus.
10.08.2020 - 13:21 Uhr Kommentieren
Holger Schmieding: EU sitzt wirtschaftlich am längeren Hebel Quelle: Berenberg-Bank
Der Autor

Holger Schmieding ist Chefvolkswirt der Berenberg Bank.

(Foto: Berenberg-Bank)

Geht unserem Aufschwung die Puste aus? Da die Zahl der Neuinfektionen auch in Deutschland spürbar steigt, ist diese Gefahr nicht von der Hand zu weisen. Zum Glück sprechen fünf Gründe für einen vorsichtigen Optimismus. Es kann uns gelingen, mit dem Virus zu leben, ohne noch einmal erhebliche Teil der Wirtschaft abschalten zu müssen.

Erstens haben wir seit März viel über das Virus gelernt. Wir sind besser in der Lage, Infektionsherde zu isolieren, besonders gefährdete Menschen zu schützen und erkrankte Personen zu behandeln.

Zweitens ist das Durchschnittsalter der Neuinfizierten erheblich gesunken. Das mindert das Risiko schwerer Verläufe.

Drittens hat unser Gesundheitssystem derzeit viele freie Kapazitäten. Wir sind weit von der Infektionsschwelle entfernt, ab der wir zu harten Maßnahmen gezwungen sein könnten, um eine Überlastung beispielsweise der Intensivstationen zu vermeiden.

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    Viertens ist der Anstieg der Infektionen von etwa 250 pro Tag Mitte Juni auf jetzt etwa 1000 laut Robert Koch-Institut zu einem erheblichen Teil auf mehr Feiern im Familien- und Freundeskreis sowie auf mehr Reisetätigkeit im Sommer zurückzuführen. Das spricht dafür, dass wir mit vorsichtigerem Verhalten (mehr Abstand, kleinere Partys), regional begrenzten Eingriffen und den Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten das Infektionsgeschehen wieder in den Griff bekommen können. Über den Rückschlag für einige Sektoren wie Ferntourismus und die Unterhaltungsbranche hinaus dürfte keine dieser Maßnahmen die Konjunktur ernsthaft gefährden.

    Fünftens lohnt sich ein Blick auf die USA. Nachdem dort Präsident Trump und die Gouverneure vieler Bundesstaaten das Virus nicht ernst genug genommen hatten, war die Zahl der Neuinfektionen ab Juni explodiert, auf einen Wert, der vor drei Wochen – pro Kopf gerechnet – zwanzigmal höher lag als derzeit in Deutschland und neunmal höher als in der Euro-Zone insgesamt. Seitdem gehen die Zahlen in den USA wieder langsam zurück.

    Aufschwung geht weiter

    Die besonders betroffenen Bundesstaaten haben einige maßvolle Restriktionen eingeführt, vor allem verhalten sich die Menschen etwas vorsichtiger. In den USA schwächen sich die Zuwachsraten des privaten Verbrauchs und der Beschäftigung zwar ab, in den betroffenen Regionen gehen die Menschen seltener in Restaurants und Geschäfte. Aber der Aufschwung läuft dennoch weiter.

    Dazu kommt, dass in der Industrie bei uns in Europa, in China wie auch den USA die Produktion wieder angesprungen ist. Die Auftragslage hat sich deutlich gebessert. Unternehmen und Geschäfte müssen die Lagerbestände wieder auffüllen. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht kann uns ein Lageraufbau für einige Monate über einen flacheren Anstieg bei einigen Dienstleistungen hinweghelfen.

    Solange wir – und unsere Nachbarn – unser Verhalten hinreichend an die Infektionslage anpassen und mit gezielten Restriktionen gegensteuern, dürfte unser Aufschwung trotz einer höheren Fallzahl weiterlaufen können. Wir haben es selbst in der Hand.

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