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Federal Reserve in Washington

Die Kommunikation der Notenbank wirkt laut einer Studie nicht so wie gewollt.

(Foto: Reuters)

Homo oeconomicus Die EZB sollte die guten Experimente der Fed ernsthaft in Betracht ziehen

Die US-Notenbank ändert wegen der Corona-Pandemie ihre Strategie. Bei der Bewältigung von Krisen war sie in den vergangenen Jahren führend.
08.09.2020 - 15:24 Uhr 1 Kommentar

Das Sommertreffen der Zentralbanker auf Einladung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat in diesem Jahr zwar Corona-bedingt nur online stattgefunden. Trotzdem hat das Treffen seinem Ruf als einem der wichtigsten wirtschaftspolitischen Foren Ehre gemacht.

Der Fed-Vorsitzende Jay Powell verkündete eine neue geldpolitische Strategie: Die US-Notenbank ist nun bereit, eine Periode der Verbraucherpreisinflation über ihrem Ziel von zwei Prozent für eine unbestimmte Zeit zu tolerieren, um vorangegangene Unterschreitungen des Inflationsziels auszugleichen.

Die Ankündigung signalisiert, dass die Deflation eindeutig an die Spitze der Prioritätenliste der US-Zentralbanker gerückt ist. Anstatt die Zinssätze präventiv zu erhöhen, wie sie es seit Ende 2015 tat, setzt die Fed nun auf einen nachsichtigen Umgang mit der Inflation, um Arbeitsplätze zu erhalten und die Wirtschaftstätigkeit wieder anzukurbeln.

In der Welt der Zentralbanken sind Worte äußerst wichtig. Die Ankündigung der Fed ist bereits an sich ein geldpolitisches Instrument, weil sie die Erwartungen der Marktakteure und damit die Marktzinssätze beeinflusst. Doch natürlich reicht die Ankündigung allein nicht: Den Worten müssen Taten folgen, um glaubwürdig zu sein.

Manuela Moschella ist Professorin für Internationale Ökonomie an der Scuola Normale Superiore (Florenz/Pisa). Quelle: privat
Die Autorin

Manuela Moschella ist Professorin für Internationale Ökonomie an der Scuola Normale Superiore (Florenz/Pisa).

(Foto: privat)

Es ist daher plausibel zu erwarten, dass die Entschlossenheit der Fed bald infrage gestellt wird. Nicht einmal die mächtige US-Notenbank kann erwarten, dass sich die Inflation auf ihre Worte hin magisch nach oben bewegt. Schließlich sind die preisdrückenden Kräfte der Bevölkerungsalterung und der technologischen Innovation noch immer vorhanden.

Experimente in Betracht ziehen

Die Ankündigung der Fed hat auch Auswirkungen außerhalb der USA – sicherlich auch für Europa. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr Inflationsziel von zwei Prozent in den vergangenen zehn Jahren zum großen Teil nach unten verfehlt. Wie die Fed hat die EZB eine strategische Überprüfung ihres geldpolitischen Rahmens begonnen. Diese wurde bis Mitte nächsten Jahres verlängert.

Der geldpolitische Kurswechsel der Fed wird unweigerlich die Debatte unter den europäischen Zentralbankern über das weitere Vorgehen beleben. Widerstand gegen eine nachgiebigere Herangehensweise an die Inflation hat sich bei den kämpferischsten Mitgliedern des EZB-Rats bereits geregt, darunter den deutschen.

Die Debatte in Europa wird auch von rechtlichen Erwägungen geprägt sein: Das Mandat der EZB räumt im Gegensatz zur US-Notenbank dem Ziel der Preisstabilität eindeutig Vorrang vor anderen politischen Zielen ein. Preisstabilität ist jedoch im Prinzip ein symmetrisches Ziel: Inflationären und deflationären Risiken sollte gleiche Aufmerksamkeit zukommen.

Obwohl die USA in letzter Zeit nicht gerade ein politisches Vorbild waren, sollte Europa die guten Experimente, die auf der anderen Seite des Atlantiks stattfinden, ernsthaft in Betracht ziehen. Bei der Bewältigung von Finanzkrisen und deren inflationssenkenden Nachwirkungen war die Fed während eines Großteils der vergangenen zehn Jahre führend.

Mehr: Begrenzte Mittel, wenig Zuversicht: Zweifel an Umsetzung der neuen Fed-Strategie wachsen.

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1 Kommentar zu "Homo oeconomicus: Die EZB sollte die guten Experimente der Fed ernsthaft in Betracht ziehen"

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  • Oh mei eine Italienerin! Tja wenn man pleite ist dann denkt man so!

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