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Homo oeconomicus Europa droht im Technologie-Wettlauf zurückzufallen

Digitalfirmen haben in der Coronakrise profitiert, während andere Branchen in Turbulenzen gerieten. Für europäische Unternehmen wird es schwierig, sich zwischen USA und China zu behaupten.
  • Lena Sellgren
02.09.2020 - 10:36 Uhr Kommentieren
Europa droht im Technologie-Wettlauf zurück zu fallen Quelle: dpa
Video-App Tiktok

Die US-Restriktionen sind möglicherweise nur der Beginn eines offenen Konflikts.

(Foto: dpa)

Als China 2001 Mitglied der Welthandelsorganisation WTO wurde, waren die Hoffnungen groß, dass diese Nation schrittweise einem Weg hin zur Demokratie folgen und seine Türen für Handel und Auslandsinvestitionen öffnen würde. Jedoch: Die Entwicklung seither ging genau in die entgegensetzte Richtung.

Ohne Zweifel konkurriert China heute nicht nach den Regeln fairen Wettbewerbs. Die weltweiten Reaktionen auf die Art und Weise, in der chinesische Firmen ihren Marktanteil zu vergrößern suchen, variieren. Parallel zum Handelskonflikt zwischen den USA und China hat sich zudem ein technologischer Wettlauf intensiviert, der noch erheblich größere Konsequenzen für Europa haben dürfte.

Die US-Restriktionen gegen den Telekom-Giganten Huawei und die Plattform Tiktok sind möglicherweise nur der Beginn eines offenen Konflikts, der erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsmöglichkeiten europäischer Firmen in den USA und in China haben wird.

Unternehmen, die frühzeitig in die Digitalisierung eingestiegen sind, sind besser durch die Coronakrise gekommen. Das beschleunigt unglücklicherweise den technologischen Wettlauf zusätzlich.

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    Die riesigen multinationalen Firmen in den Bereichen Digitalisierung, Telekommunikation und E-Commerce – Sektoren, in denen die USA und China stark sind – haben in der Krise Erfolge geerntet, während Unternehmen anderer Märkte in Turbulenzen gerieten und wirtschaftlich abstürzten.

    Während niemand genau weiß, wie die postpandemische Welt aussehen wird, beschleunigt sich die Digitalisierung weiter. Ein Trend hin zu regionalisierter Produktion ist in Gang gekommen, der sich in den drei Weltregionen Nordamerika, Europa und Asien beschleunigt.

    Technologiekrieg der Supermächte

    Die neue Realität, vor allem die Notwendigkeit, Arbeitsprozesse näher an die Kunden heranzubringen, forciert die Regionalisierung. Dieser Trend hatte allerdings bereits vor der Pandemie mit zunehmendem Protektionismus und geopolitischen Spannungen begonnen. Inzwischen hat die Coronakrise die Verwundbarkeit globaler Lieferketten offengelegt.

    In Zukunft könnten europäische Unternehmen, die sowohl in den USA wie auch in China tätig sind, gezwungen sein, sich zwischen beiden Märkten zu entscheiden. Der Technologiekrieg könnte sie zwingen, wirtschaftlich und technologisch getrennte Geschäftszweige aufzubauen, die das Bedürfnis beider Supermächte nach Abstand befriedigen. Das mag für große Unternehmen möglich sein, für kleine Firmen aber ganz sicher nicht.

    Heute sehen wir, wie der Wettlauf der USA und der Sowjetunion im Weltraum aus den 1960er-Jahren abgelöst wird von einem technologischen Wettlauf zwischen den USA und der neuen Superpower China.

    Damals war Europas Platz im Weltraum winzig, Europa war ein Liliputaner. Welche Rolle also will Europa in der neuen Digitalwirtschaft spielen? Die Antwort auf diese Frage zu definieren wird entscheidend sein für Europas Wirtschaftsentwicklung und Wohlstand im nächsten Jahrzehnt.

    Mehr: Europa darf sich bei Schlüsseltechnologien nicht abhängig machen

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