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Homo Oeconomicus Lösungen für die Dekarbonisierung finden sich an den Märkten nicht

Für Maßnahmen gegen den Klimawandel fehlt zahlungswillige individuelle Nachfrage. Es handelt sich um ein öffentliches Gut. Märkte funktionieren dafür schlecht.
26.11.2020 - 12:01 Uhr 1 Kommentar
June Sekera ist Gastwissenschaftlerin an der New School for Social Research und Senior Research Fellow am University College London. Quelle: North County Headshots
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June Sekera ist Gastwissenschaftlerin an der New School for Social Research und Senior Research Fellow am University College London.

(Foto: North County Headshots)

Dekarbonisierung, die Verringerung der Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre, ist ein öffentliches Gut. Das ist die Ansicht einer Reihe von Umweltschützern, einiger Energieexperten und jetzt des Oxford Institute for Energy Studies, das ein Grundsatzpapier über Deutschlands Weg in eine wasserstoffbetriebene Zukunft herausgegeben hat „Blue hydrogen as an enabler of green hydrogen: the case of Germany“.

Doch was sind öffentliche Güter? Und welchen Einfluss hat das auf die Politik im Hinblick auf die Dekarbonisierung? Machen Sie sich nicht die Mühe, in Wirtschaftslehrbüchern nach Antworten zu suchen. Wie der Ökonom Meghnad Desai geschrieben hat, ist die Lehrbuchdefinition von öffentlichen Gütern „für politische Zwecke nutzlos“.

Marc Wuyts, ein Entwicklungsökonom, verzichtet auf die mathematisch gut zu bearbeitende, aber praktisch irrelevante Definition aus Lehrbüchern und zeigt, dass öffentliche Güter gesellschaftlich definiert und konstruiert werden, um ein öffentliches Bedürfnis zu befriedigen.

Eine Definition, die auf Prinzipien aufbaut, die von Ökonomen wie Desai und Wuyts formuliert wurden, lautet: „Öffentliche Güter sind Produkte, Dienstleistungen und Leistungen, die durch kollektive Anstrengungen und geteilte Kosten bereitgestellt werden, um ein kollektives Bedürfnis zu befriedigen.“

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    Theorie und Erfahrung zeigen, dass technologisch komplexe Lösungen zur Befriedigung gemeinsamer Bedürfnisse durch kollektive Anstrengungen und nicht durch Marktkräfte zustande kommen. Sie erfordern Investitionen mit einem langen Zeithorizont, die nicht an Quartalsgewinne geknüpft sind.

    Die Dekarbonisierung ist ein technologisch hochgradig komplexes Problem, ein Problem von uns allen, vielleicht das schwierigste überhaupt.

    Dafür auf den Märkten nach Lösungen zu suchen ist eine fehlgeleitete Suche, wie das Oxford-Institut in seinem Grundsatzpapier zur Entwicklung von Wasserstoffenergie deutlich macht: „Dekarbonisierung ist ein öffentliches Gut, für das es keine Nachfrage von einzelnen Marktteilnehmern gibt, ihre Kostendeckung muss von der öffentlichen Hand organisiert werden.“

    Es geht nicht um Profit

    Im öffentlichen Wirtschaftssystem, das öffentliche Güter produziert, geht es nicht um Profit. Die Auszahlung erfolgt in Form der Befriedigung eines gesellschaftlichen Bedürfnisses. Damit das gelingt, muss ein biophysikalischer Ertrag erzielt werden, kein finanzieller.

    Denn es geht darum, die CO2-Menge in der Atmosphäre zu reduzieren und neue Energiequellen zu entwickeln, die thermodynamisch gesund sind. Es muss sich biophysikalisch auszahlen, unabhängig vom finanziellen Gewinn. Regierungen können mit der Dekarbonisierung nur vorankommen, wenn sie biophysikalische Realitäten anerkennen.

    Mehr: Lesen Sie hier, warum Unternehmen sich Berechenbarkeit in der Klimapolitik wünschen

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    1 Kommentar zu "Homo Oeconomicus: Lösungen für die Dekarbonisierung finden sich an den Märkten nicht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was für ein geschwurbelter theoretisierender Beitrag, Entschuldigung. Was heißt denn bitte, es muss sich biophysikalisch auszahlen...?? Eine Binse, dass das öffentliche Gut ein Preisetikett braucht, um von den Märkten wahrgenommen zu werden. Internalisierung der Kosten genannt. Genau das wird über steigende CO2- Bepreisung umgesetzt, letztlich egal, ob über eine Steuer oder über Emissionshandel. Man kann es natürlich auch ordnungspolitisch regeln, also durch gesetzliche Verbote und Gebote. Das zahlt sich dann auch “biophysikalisch” aus, erzeugt aber erfahrungsgemäß die grösseren Akzeptanzprobleme.

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