Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Homo oeconomicus Mari Kiviniemi: Eine Neudefinition der globalen Spielregeln im Handel ist nötig

Webshops außerhalb der EU genießen im Handel unfaire Wettbewerbsvorteile gegen heimische Anbieter. Denn sie haben nicht die gleichen Verpflichtungen wie diese.
09.10.2020 - 10:29 Uhr Kommentieren
Mari Kiviniemi ist Geschäftsführerin des finnischen Handelsverbandes (Kaupan Liitto) und ehemalige Ministerpräsidentin Finnlands. Quelle: Marjo Koi
Die Autorin

Mari Kiviniemi ist Geschäftsführerin des finnischen Handelsverbandes (Kaupan Liitto) und ehemalige Ministerpräsidentin Finnlands.

(Foto: Marjo Koi)

Der Handelssektor befindet sich im Umbruch. Das Einkaufen im Internet ist für immer mehr Menschen in Europa Alltag geworden. Sein Anteil an den täglichen Einkäufen steigt Prognosen zufolge kontinuierlich weiter. Die Coronakrise hat diesen Trend nur beschleunigt.

Der elektronische Handel bietet europäischen Unternehmen viele Chancen, doch Marktteilnehmer von außerhalb der EU können auch als Bedrohung wahrgenommen werden. Wettbewerb an sich ist willkommen, er sollte jedoch auf einheitlichen Voraussetzungen beruhen.

Dem ist derzeit nicht so. Außerhalb der Union beheimatete Webshops unterliegen nicht denselben Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen wie die Akteure des EU-Binnenmarkts, an dem sie in Bezug auf Herstellerverantwortung, Produktsicherheit und Verbraucherschutz lediglich als Trittbrettfahrer teilnehmen. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Kosten aus und macht es europäischen Unternehmen schwer, im Preiswettbewerb mitzuhalten.

Innerhalb des Binnenmarkts agierende Händler haben sicherzustellen, dass die von ihnen verkauften Waren die Produktsicherheitsanforderungen der EU erfüllen. Portalbetreiber wie Amazon, Wish und AliExpress werden dagegen lediglich als Technologieplattformen für Handelstransaktionen angesehen.

Aufsichtsbehörden nur mit begrenzten Mitteln und Ressourcen

Ihnen entstehen somit keine Kosten für eine Verifizierung der Konformität der von Drittunternehmen über die Plattform verkauften Produkte mit den Binnenmarktregeln. Dieses Schlupfloch wird rücksichtslos ausgenutzt. Testeinkäufe des finnischen Handelsverbands über die chinesischen Plattformen AliExpress, Wish und Light in the Box haben gezeigt, dass den bestellten Spielwaren und Geräten oft die Bedienungsanleitungen oder gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnungen wie etwa das CE-Kennzeichen fehlten. Ein erheblicher Teil war nicht mit den Sicherheitsbestimmungen der EU konform.

Die Verantwortung von Marktplätzen beschränkt sich darauf, als gesetzwidrig gemeldete Produkte aus dem Verkauf zu nehmen. Bereits an die Käufer gelieferte Waren bleiben dagegen in deren Besitz, und niemand ersetzt den Schaden, der dem Verbraucher durch ein gefährliches Produkt entsteht. Über den Onlinehandel gelangen Substanzen nach Europa, die hier seit Jahren verboten sind.

Den Aufsichtsbehörden stehen gegen diese Missstände nur begrenzte Mittel und Ressourcen zur Verfügung. Daher ist es wichtig, den globalen E-Commerce in das europäische Regelwerk einzubinden. Die EU muss diese Angelegenheit nicht nur innerhalb der WTO zielstrebig verfolgen, sondern auch mittels des in Vorbereitung befindlichen Gesetzes über digitale Dienstleistungen.

Über dieses Gesetz wird es möglich, Internetplattformen mehr Verantwortung für gesetzwidrige Inhalte zu übertragen. Dadurch würden sowohl die Rechte der Verbraucher als auch faire Wettbewerbschancen für europäische Handelsbetriebe gewahrt.

Mehr: Zalando will den Handel mit Secondhand-Mode revolutionieren.

Startseite
Mehr zu: Homo oeconomicus - Mari Kiviniemi: Eine Neudefinition der globalen Spielregeln im Handel ist nötig
0 Kommentare zu "Homo oeconomicus: Mari Kiviniemi: Eine Neudefinition der globalen Spielregeln im Handel ist nötig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%