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Homo oeconomicus Spanien nach Covid-19 und das Abkommen zwischen den Generationen

Der große Tourismussektor Spaniens kann nach Überwindung von Covid-19 ein Pluspunkt sein. Nötig sind aber Reformen zugunsten der Jugend.
23.12.2020 - 10:43 Uhr Kommentieren
José Ignacio Conde-Ruiz ist Professor an der Universität Complutense in Madrid und Wissenschaftler am unternehmensnahen Forschungsinstitut FEDEA. Quelle: ESADE
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José Ignacio Conde-Ruiz ist Professor an der Universität Complutense in Madrid und Wissenschaftler am unternehmensnahen Forschungsinstitut FEDEA.

(Foto: ESADE)

Im letzten Jahrzehnt wurde Spanien von zwei der schlimmsten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte heimgesucht. Die Auswirkungen waren jeweils stärker als im übrigen Europa. Die Finanzkrise hat uns mehr getroffen, weil wir einen deutlich überdimensionierten Bausektor hatten.

Die Gesundheitskrise betrifft uns stärker, weil die Tourismusbranche, die am meisten unter Mobilitätseinschränkungen leidet, hier viel stärker entwickelt ist als im europäischen Durchschnitt. Nach der ersten Krise war eine Änderung des Wachstumsmodells nötig, bei der die Wertschöpfung des Bausektors um mehr als fünf Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts reduziert werden musste. Dagegen wird es in dieser Krise, abgesehen von Verbesserungen der Produktivität, nicht nötig sein, das Modell zu ändern, wenn wir zur Normalität zurückkehren.

Im Gegenteil, eine leistungsfähige Tourismusbranche kann eine Stärke sein, um die Herausforderungen der digitalen Revolution und ihre Folgen für die Polarisierung der Beschäftigung zu bewältigen. Alle Analysen deuten darauf hin, dass Arbeitnehmer, die Routineaufgaben ausführen, am leichtesten durch die Technologie ersetzt werden können.

Deshalb wird ein Großteil der Beschäftigung in der Industrie und ein Teil der Beschäftigung im Dienstleistungssektor reduziert werden. Auf der anderen Seite sind Arbeitnehmer, die zur Technologie komplementäre Tätigkeiten ausführen, oder Arbeitnehmer, die Tätigkeiten ausführen, die sich nur schwer durch Technologie ersetzen lassen, nicht so stark bedroht. Daher kann eine mit dem Tourismus verbundene Dienstleistungswirtschaft wie die spanische, die einen hohen Anteil an schwer ersetzbaren Arbeitskräften hat, eine Stärke sein.

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    Nach Überwindung von Covid-19 besteht die Herausforderung für Spanien darin, den Generationenpakt zu stärken. Es müssen Reformen und Hilfen auf den Weg gebracht werden, um zu verhindern, dass die Narben, die die Krisen bei der jungen Generation hinterlassen, irreversibel werden.

    Viele Reformen sind nötig

    Auf der einen Seite muss die Arbeitsreform von 2012 vertieft werden, um die prekären Arbeitsverhältnisse zu reduzieren, von der vor allem junge Menschen betroffen sind und die verhindern, dass die jungen Menschen sich ein eigenständiges Leben aufbauen können. Es ist kein Zufall, dass Spanien einen der prekärsten Arbeitsmärkte in Europa besitzt, eine der niedrigsten Geburtenraten und junge Leute viel später ein eigenständiges Leben führen.

    Andererseits wird es nötig sein, das Rentensystem zu reformieren, um zu vermeiden, dass künftigen Generationen die Folgen eines jährlichen strukturellen Defizits von drei bis fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts hinterlassen werden.

    Wir haben eine ungelöste Haushaltskrise, die nach der Finanzkrise begann und die die Staatsverschuldung durch die Maßnahmen zur Bewältigung von Covid-19 auf über 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen lassen wird. Das macht höhere Steuereinnahmen nötig, wenn wir die Staatsschulden nicht den zukünftigen Generationen überlassen wollen.

    Mehr: Ökonomen erwarten Wirtschaftsaufschwung im neuen Jahr.

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