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Homo oeconomicus Warum Südafrikas Corona-Strategie keine Vorbildfunktion hat

Im März beschloss die Regierung einen rigiden Lockdown. Sie handelte in guter Absicht, verursachte jedoch einen großen Schaden.
19.08.2020 - 18:54 Uhr Kommentieren
Mit offiziell mehr als 11.000 Todesfällen, 570.000 bestätigten Fällen insgesamt und über 120.000 aktiven Infektionen gehört Südafrika zu den am schlimmsten betroffenen Ländern. Quelle: AP
Coronatest in Johannesburg

Mit offiziell mehr als 11.000 Todesfällen, 570.000 bestätigten Fällen insgesamt und über 120.000 aktiven Infektionen gehört Südafrika zu den am schlimmsten betroffenen Ländern.

(Foto: AP)

Die südafrikanische Regierung hat im März einen der strengsten Covid-19-Lockdowns der Welt beschlossen. Die meisten Menschen durften ihre Wohnungen nur für lebensnotwendige Aktivitäten wie den Kauf von Lebensmitteln verlassen. Bewegung außerhalb der eigenen vier Wände und der Verkauf von nicht lebensnotwendigen Gütern, einschließlich Alkohol und Zigaretten, waren verboten.

Der Staat betonte, seine Entscheidungen beruhten auf „Wissenschaft“ und könnten Hunderttausende von Todesfällen verhindern. Die negativen sozioökonomischen Folgen wurden als unvermeidlich erachtet. Es gab aber bis heute keine Offenlegung der wissenschaftlichen Erkenntnisse und Ratschläge sowie der in Betracht gezogenen Strategien.

Die vielen Unterstützer der Regierungsmaßnahmen gingen davon aus, die Strategie ziele darauf ab, die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Allerdings sagte der Gesundheitsminister im März voraus, dass bis zu 70 Prozent der Bevölkerung infiziert werden würden.

In kollektiver Erleichterung darüber, dass Südafrika nicht von Covid-19-Leugnern regiert wurde, wurde wenig darauf geachtet, was die Regierungsstrategie eigentlich war. Ohne eine echte Klärung wurde der dreiwöchige strenge Lockdown um weitere zwei Wochen verlängert.

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    Doch dann begann die Regierung, aufgrund der unerträglichen wirtschaftlichen Auswirkungen den Lockdown zu lockern, gerade als Statistiken eine Erhöhung der Übertragungsraten nahelegten und die Kapazität der Intensivpflege kaum zugenommen hatte.

    Hohe Infektionszahlen

    Das Ergebnis war nicht berauschend. Mit offiziell mehr als 11.000 Todesfällen, 570.000 bestätigten Fällen insgesamt und über 120.000 aktiven Infektionen gehört Südafrika zu den am schlimmsten betroffenen Ländern. Dennoch werden zurzeit Behauptungen über den Erfolg aufgestellt, weil die Testpositivitätsrate gesunken und die Heilungsrate gestiegen ist.

    Der rigide Lockdown wurde von Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen und Beschäftigten begleitet. Aber ein eklatantes Versäumnis war ein breiterer sozialer Schutz. Erst Wochen nach Beginn des Lockdowns berief die Regierung nach vernichtender Kritik aus der Gesellschaft einen Workshop zu diesem Thema ein. In der Folge wurden umgerechnet knapp 2,5 Milliarden Euro für soziale Abfederung zur Verfügung gestellt. Die Auszahlung hakt aber beträchtlich.

    Ein Großteil der Kritik konzentrierte sich auf eher triviale Themen wie das Verbot des Zigaretten- und Alkoholverkaufs. Das half der Regierung, mit vagen Aussagen über ihre Strategie davonzukommen und eine direkte Bewertung ihrer Wirksamkeit oder ihres Versagens zu verhindern.

    Während sie entschlossen und in guter Absicht handelte, verursachte sie große soziale und wirtschaftliche Schäden. Ein gleich großer Ertrag, zum Beispiel in Form einer Vorbereitung des Gesundheitssystems oder weniger Todesfälle, blieb aus. Gute Absichten reichen nicht immer aus, insbesondere ohne Transparenz und substanzielle Rechenschaftspflicht.

    Mehr: Das Coronavirus verschärft die wirtschaftlichen und sozialen Probleme Afrikas

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