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Kolumne „Homo oeconomicus“ Andrea Montanino: Die Zunahme der Ungleichheit ist eine Bedrohung

Wir können die Coronakrise nicht überwinden, wenn wir nicht entschieden gegen die krisenbedingt steigende Ungleichheit vorgehen. Die Politik sollte nach Inklusion streben.
13.11.2020 - 08:30 Uhr 1 Kommentar
Andrea Montanino: Chefökonom der italienischen Industrie. Quelle: Bloomberg
Der Autor

Andrea Montanino ist Chefvolkswirt der Cassa Depositi e Prestiti und Vorsitzender des Fondo Italiano d’Investimento.

(Foto: Bloomberg)

Wirtschaftskrisen führen immer zu einer Zunahme der Ungleichheiten, sowohl innerhalb von Ländern als auch zwischen Ländern. Auch in der Coronakrise wird sich dieses Muster wiederholen.

Die Ungleichheit innerhalb der Länder wird zunehmen, weil die überwiegende Mehrheit der Arbeiterjobs in der verarbeitenden Industrie nur schwer aus der Ferne zu erledigen ist. Jeder Lockdown belastet deshalb besonders diejenigen Arbeitnehmer, die bereits jetzt am schlechtesten bezahlt werden.

Und in den Bereichen, die am stärksten von den Social-Distancing-Regeln und der Einschränkung der Mobilität betroffen sind, spielt der Kontakt mit der Öffentlichkeit eine wesentliche Rolle: Bars, Hotels, Restaurants. In diesen Dienstleistungs-Berufen gibt es einen hohen Anteil an schlecht bezahlten Arbeitsplätzen mit niedrigen Qualifikationsanforderungen. Es gibt in diesen Branchen besonders viele Arbeitnehmer mit saisonalen oder befristeten Verträgen, die in der Krise in aller Regel nicht verlängert werden.

Um ein paar Beispiele für Ungleichheiten innerhalb der Länder zu nennen: In den Vereinigten Staaten sahen die fünf größten amerikanischen Milliardäre ihr Vermögen zwischen April und Juni um über 100 Milliarden Dollar wachsen. In der gleichen Zeit verloren dort über 44 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz. Obwohl Frauen weniger als die Hälfte der Arbeitnehmer ausmachen, trafen 60 Prozent der Arbeitsplatzverluste Frauen.

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    Auch zwischen den Ländern geht die Schere auseinander. Seit Ende März haben mehr als 80 Länder den Internationalen Währungsfonds um finanzielle Unterstützung gebeten, um die Notlage zu bewältigen. Diese Länder sind überall vertreten, außer in der Europäischen Union und in Nordamerika.

    Fortgeschrittene, reiche Staaten verfügen über ungleich größere fiskalische Kapazitäten und können am Markt Kredite aufnehmen. Deshalb können sie Unternehmen und Haushalte besser wirtschaftlich unterstützen, indem sie finanzielle Sicherheitsnetze spannen, um die Auswirkungen einer Krise auszugleichen.

    Die politischen Entscheidungsträger sollten sich über die zunehmende Ungleichheit Sorgen machen: Sie kann zu sozialen Spannungen führen und die Stabilität der nationalen und globalen politischen Systeme bedrohen. Das Streben nach Inklusion sollte nicht durch ethische Gründe motiviert sein, sondern einfach nur aus dem Ziel heraus, dass die Gesellschaften die Folgen der gegenwärtigen Krise überwinden können.

    Dazu sollten die nationalen öffentlichen Haushalte einen Puffer vorhalten, um die Verlierer zu entschädigen. Für eine Reihe von Ländern, deren Staatsverschuldung ständig angeschwollen ist, wird es eine Herausforderung sein, mit der Krise fertigzuwerden. Es ist auch an der Zeit, die Rolle der multilateralen Banken neu zu gestalten. Sie müssen Finanzmittel in angemessenem Umfang bereitstellen, um den ersten Anstieg der absoluten Armut seit dem Jahr 1998 zu bewältigen.

    Mehr: Die Schulden-Pandemie – So ruiniert das Coronavirus den Staatshaushalt

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    1 Kommentar zu "Kolumne „Homo oeconomicus“: Andrea Montanino: Die Zunahme der Ungleichheit ist eine Bedrohung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Andrea Montanino ist aufgerufen Sein gewiss üppiges Gehalt unter den Armen zu verteilen. Den lediglich andere dazu aufzurufen ist scön wohlfeil. Wenn er dies getan hat, sollte er sich wieder zu Wort melden.

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