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Kolumne „Homo oeconomicus” Eine rein dezentrale Energieversorgung beruht auf Wunschdenken

Die Kritik des Kolumnisten Lorenz Jarass, der Netzausbau sei unnötig und zu teuer, geht von falschen Voraussetzungen aus, kontert der CEO des Netzbetreibers 50Hertz.
04.12.2020 - 09:58 Uhr 1 Kommentar
Stefan Kapferer ist CEO des Energienetzbetreibers 50Hertz. Quelle: Pressefoto/50Hertz
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Stefan Kapferer ist CEO des Energienetzbetreibers 50Hertz.

(Foto: Pressefoto/50Hertz)

Manche Dinge klingen zu schön, um wahr zu sein. Dazu gehört, auf neue Stromleitungen zu verzichten und stattdessen die Energiewende rein dezentral zu organisieren. Ein solches Konzept hat an dieser Stelle vor einigen Wochen der Netzausbau-Kritiker Lorenz Jarass propagiert – und dabei mit angeblicher Wirtschaftlichkeit argumentiert.

Machen wir den Realitätscheck am Beispiel des BASF-Chemiestandorts Ludwigshafen. Um den Strombedarf dieses Werks von sechs Terawattstunden pro Jahr zu decken, müssten in der Region auf Hunderttausenden von Gebäuden Solarstromanlagen und auf den Bergkämmen des Odenwalds Hunderte Windräder installiert werden.

Zusätzlich wären große Speicher erforderlich, damit das Chemiewerk rund um die Uhr, auch im Winter und bei Dunkelheit, produzieren kann. Den Gegenwind, den ein solch „dezentrales“ Infrastrukturvorhaben erzeugt, können wir nur erahnen. Wirtschaftlich nutzen lässt er sich nicht.

Dieses Szenario zeigt: Wir haben in Deutschland nicht genug Flächen, um mit Erneuerbaren den Strom ausschließlich dort zu erzeugen, wo er verbraucht wird. Die Stromerzeugung muss auch im großen Stil dort erfolgen, wo die meteorologischen Bedingungen günstiger und die Beeinträchtigungen für Menschen geringer sind.

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    Eine wichtige Rolle spielt daher das Meer. 50Hertz hat kürzlich eine neue Stromverbindung zwischen Deutschland und Dänemark eingeweiht, in die mehrere Windparks auf See integriert sind. 170 Windräder draußen am Horizont erzeugen Strom für über eine Million Haushalte. Offshore-Windkraftanlagen der neuesten Generation haben sogar eine zehnfach höhere Stromausbeute als herkömmliche Windkraftanlagen an Land. Und sie erzeugen diesen Strom relativ konstant über 4000 Stunden im Jahr.

    Neue Nord-Süd-Stromverbindungen sind unverzichtbar

    Durch derartige Projekte, durch Skalierung von Leistung und eine noch stärkere Vernetzung der Stromsysteme in Europa sinken die Kosten der Systemintegration erneuerbarer Energien deutlich. Neue Nord-Süd-Stromverbindungen sowie die sogenannten Interkonnektoren, die Übertragungsnetze verschiedener Regionen und Länder verbinden, sind daher unverzichtbar, um die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen im Süden und Norden Europas effizient nutzen zu können.

    Wie viele Leitungen optimiert, verstärkt oder neu gebaut werden, wird in einem aufwendigen Dialogprozess ermittelt und vom Bundestag beschlossen. Von Überdimensionierung kann dabei gar keine Rede sein, denn die Spitzenlast wurde bereits in den zugrunde liegenden Netzplanungen gekappt.

    Die gewichtige Stimme der Wissenschaft war Anfang des Jahres noch deutlicher: Leopoldina, Acatech und Akademieunion bezeichneten den Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze in einer gemeinsamen Stellungnahme als „unumgänglich“ für eine erfolgreiche Energiewende. Nur der richtige Mix aus dezentralen und zentralen Elementen sichere eine stabile und nachhaltige Stromversorgung.

    Mehr: Stark wie ein Kohlekraftwerk – EnBW baut einen riesigen Solarkomplex

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    1 Kommentar zu "Kolumne „Homo oeconomicus”: Eine rein dezentrale Energieversorgung beruht auf Wunschdenken"

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    • Der Herr Kapferer hat natürlich seine Interessen den Netzausbau zu fördern. Insofern ist er ein Gegner der Demokratisierung der Energienutzung. Die neueste Neutrino-Technologie wird aber den Durchbruch bringen. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu aktuell: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters" Weltbuch Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-906212-56-2. Die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Produktionsstätten, Vermarktung und Wartung der Geräte werden viele neue Arbeitsplätze schaffen.

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