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Querdenker-Kolumne Elga Bartsch: Notenbanken müssen ihre Glaubwürdigkeit strategisch sichern

Bei der Bewältigung der Coronakrise haben Notenbanken einen wichtigen Beitrag geleistet. Doch nun müssen sie sich gegen Begehrlichkeiten aus der Politik wehren, um glaubwürdig zu bleiben.
18.09.2020 - 09:06 Uhr 1 Kommentar
Elga Bartsch ist Leiterin des globalen Volkswirtschafts- und Kapitalmarktresearchs bei Blackrock. Quelle: Blackrock
Die Autorin

Elga Bartsch ist Leiterin des globalen Volkswirtschafts- und Kapitalmarktresearchs bei Blackrock.

(Foto: Blackrock)

Die Corona-Pandemie hat eine wirtschaftspolitische Revolution ausgelöst. Nur gemeinsam konnten Geld- und Fiskalpolitik den Coronaschock abfedern. Um die Wirtschaft zu stabilisieren, konnte man sich nicht mehr auf die traditionelle Wirkung über die Finanzmärkte und über niedrigere Zinsen verlassen. Vielmehr brauchte die Realwirtschaft direkt Unterstützung.

Hier war vor allem die Haushaltspolitik gefragt. Aber auch die Geldpolitik hat einen wichtigen Beitrag geleistet. Sie hat – soweit möglich – die Leitzinsen gesenkt und Ankaufprogramme und Liquiditätsfazilitäten deutlich ausgeweitet.

Obgleich die Staatsverschuldung im Zuge der Corona-Maßnahmen stark steigt, zieht sie bislang keinen merklichen Zinsanstieg nach sich. Vor diesem Hintergrund könnte es in Zukunft verlockend erscheinen, auch in normalen Zeiten die engere Koordinierung zwischen Geld- und Fiskalpolitik fortzusetzen, insbesondere wenn steigende Zinsen die Schuldenfinanzierung erschweren würden.

Ohne eine klare Strategie für den Ausstieg aus dem abgestimmten Vorgehen von Geld- und Fiskalpolitik besteht mittelfristig ein Risiko unkontrollierter Defizite, gekoppelt mit einer übermäßigen Ausweitung der Geldmenge und damit letztendlich steigender Inflation.

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    Im Vorfeld der Krise hat eine Reihe von Wirtschaftswissenschaftlern bereits eine engere Verzahnung von Geld- und Fiskalpolitik gefordert. Ausgangspunkt dieser Überlegungen war der immer stärker begrenzte Spielraum der Geldpolitik. Die Verzahnung wurde in der Coronakrise in kürzester Zeit umgesetzt.

    Nach dem gelungenen Neustart der Wirtschaft sollten sich Notenbanken Gedanken machen, wie sie ihre hart erkämpfte Glaubwürdigkeit langfristig sichern können. Dazu bedarf es meines Erachtens eines klaren Rahmens, der Prinzipien für die Abstimmung zwischen Geld- und Fiskalpolitik niederlegt. Diese können bereits in der aktuellen Überprüfung der geldpolitischen Strategie berücksichtigt werden.

    Entscheidend ist, dass zukünftig Notenbanken ein koordiniertes Vorgehen initiieren. Der gemeinsame Finanzierungsrahmen könnte so festgelegt werden sein, dass die Notenbanken ihr Inflationsziel nachhaltig erreichen. Eine klare Ausrichtung am Inflationsziel, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Zielverfehlungen der Vergangenheit, schiebt einer ungehemmten Ausweitung der Staatsverschuldung frühzeitig einen Riegel vor. Nach Beendigung der koordinierten Ausweitung von Defiziten und Geldmenge müsste sich der Staat wieder ausschließlich am Markt finanzieren. Dies wäre dann eventuell nur noch zu höheren Zinsen möglich.

    Aber auch eine gut konzipierte Geldstrategie könnte mittelfristig einen Anstieg der Inflation aufgrund von Trends wie Deglobalisierung und Re-Regulierungstendenzen nicht vollständig verhindern.

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    1 Kommentar zu "Querdenker-Kolumne: Elga Bartsch: Notenbanken müssen ihre Glaubwürdigkeit strategisch sichern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das hätte man natürlich bei Blackrock gerne, dass sich Staaten wieder am Markt finanzieren. Hoffentlich sind Politiker*Innen nicht anfällig, auf diese Vorschläge hereinzufallen. Staaten finanzieren sich künftig nur über die Notenbanken, Zinsen Null, Laufzeiten 100 Jahre. Staaten können für ihre enormen Aufgaben und damit Ausgaben doch nicht auch noch Zinsen bezahlen. Dass Staaten Zinsen zahlen sollen ist das Konzept alter weißer Männer, die viel Cash halten. 50% der Bevölkerung hält kein Cash sondern ein überzogenes Konto mit 15% Soll-Zinsen. Das sollte so Gesellschaften wie den Bank/Blackrockern genug sein. Andernfalls drohen starke gesellschaftliche Konflikte größeren Ausmaßes.

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