T. Wirth
(Piraten)
B. Lucke
(AfD)
N. Beer
(FDP)
C. Lindner
(FDP)
W. Kubicki
(FDP)
C. Mahn-Gauseweg
(Piraten)

Außerparlamentarische Opposition Ich kann das selbst entscheiden!

Sterbehilfe ist Anerkennung des letzten Willens eines Erkrankten, schreibt der Chef der Jungen Liberalen. Er fordert eine gesetzliche Grundlage, die jedem die Möglichkeit gibt, über den eigenen Tod zu entscheiden.
5 Kommentare

Jeder Mensch hat ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben und menschenwürdiges Sterben. Sterbehilfe ist deshalb kein Akt großzügiger Fürsorglichkeit, sie ist vielmehr Anerkennung des letzten Willens eines Erkrankten. Diesem letzten Willen hat das Belgische Parlament Respekt gezollt und eine wegweisende Entscheidung getroffen: Nachdem bei Erwachsenen die aktive Sterbehilfe bereits erlaubt war, dürfen nun auch todkranke Kinder und Jugendliche selbst über ihren Tod entscheiden.

Fakt ist: Wer eine solche Entscheidung für sich trifft, tut dies weder voreilig noch grundlos. Das gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche. Schließlich wissen sie alle, dass die autonom getroffene Entscheidung zur Selbsttötung für nahestehende Verwandte und Bekannte meist ebenso schwer zu akzeptieren ist, wie das Miterleben permanenten Leidens.

Noch schlimmer sind da vermutlich nur jene Situationen, in denen die Angehörigen selbst über die lebenserhaltenden Maßnahmen für einen geliebten Menschen entscheiden müssen. Situationen, zu denen es aus meiner Sicht heute nicht mehr kommen darf oder kommen muss. Schließlich sollte die Entscheidung über Leben und Tod allein dem Betroffenen obliegen und von allen anderen respektiert werden.

Gerade deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft den Umgang mit einer solchen, selbstbestimmten Entscheidung nicht länger zum Spielball politischer Mehrheiten und Interessen machen darf. Denn das wird den Betroffenen in keiner Weise gerecht. Wer in dieser Frage lediglich auf den Fortschritt der Palliativmedizin verweist, Todkranken aber die freie Entscheidung über das Ende ihres Lebens verwehrt, drückt sich aus meiner Sicht um eine zentrale ethische Frage unserer Zeit.

Ich selbst werde auf jeden Fall in einer Patientenverfügung sehr klar regeln, wie im tragischen Falle eines Unfalls mit mir umzugehen ist. Dabei lehne ich jede lebenserhaltende Maßnahme ab, sofern es keine medizinische Aussicht auf Genesung gibt. Sollte ich unheilbar erkranken und sollte ein leidvoller Tod absehbar unabdingbar sein, möchte ich für mich in Anspruch nehmen können, selbst und frei über mein Lebensende zu entscheiden – Palliativmedizin hin oder her. Das ist mein Wille und meiner festen Überzeugung nach auch meine ganz persönliche Entscheidung.

Absurd, dass todgeweihte Patienten in die Schweiz fahren müssen
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5 Kommentare zu "Außerparlamentarische Opposition: Ich kann das selbst entscheiden!"

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  • @OttoCunz Qualvoller Tod, das kann Ihnen passieren, wenn "alles abgestellt" wird.
    Eine Agonie kann sehr lange dauern u.qualvoll sein, bis der Patient, verhungert, schlimmer verdurstet ist. Es ist nicht einfach alle Roehrchen weg, alle Schlaeuche weg, und der Mensch ist tot! So schnell geht das nicht, alle verlassen den Raum und der "Erloeste" bleibt allein, bis zum, vielleicht, qualvollen Ende.
    Mit Religion hat das nichts zu tun. Wer ist bereit Kind, Ehepartner, Vater, Mutter die fatale Spritze oder das Glas zu verabreichen? und dann den "Leichenschmaus" organisieren!

  • Den Paffen, die gegen Sterbehilfe wettern, sollte man eigentlich einen langsamen, qualvollen Tod wünschen.

    Ich sage das nicht aus Gehässigkeit, sondern weil sie sich anmaßen für andere Menschen - die noch nicht mal ihrem Religions-Club angehören - zutiefst persönliche Entscheidungen zu treffen!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Recht hat er der "Juli" auf wenn ich das Heu nicht auf der gleichen politischen Bühne habe.
    Meine Eltern haben vor 14 Tagen gemeinschaftlich Selbstmord begangen. Vater Krebs im Endstadium, Mutter wollte nicht alleine weiterleben. In Deutschland bleibt da nur der drastische Schritt zum Selbstmord auf den Schienen - unschöne Sache das ganze. Das ist alles, aber nicht menschenwürdig.
    Das Recht auf selbstbestimmten Tod wird von der Religonsmafia in der westlichen Welt mit Füssen getreten und muss dringend "liberal", menschwürdig und frei von Druck geregelt werden.
    Dann muss niemand mehr auf seinem letzten Weg alle Freunde, Bekannte und Verwandte anlügen und evtl. noch unbeteiligte Dritte in Gefahr und Not bringen.
    Die Polizei wie auch die Presse verzichten im Übrigen auf jede Form der Berichterstattung um dem Werder Effekt vorzubeugen, aber auch um die steigenden Suizidzahlen der "Alten" zu verschleiern.

    RIP

  • Wie lange soll eine "Patientenverfuegung" gueltig sein? Bei bester Gesundheit 45 Jahre jung od. alt, bin ich der Meinung, dass Leben fuer mich unter bestimmten Bedingungen nicht lebenswert ist. Wie sieht es 20 oder mehr Jahre spaeter aus? Was bedeutet dann fuer mich lebenswert? Wer soll mich, Verzeihung, ins Jenseits befoerdern? Ein Arzt hat geschworen, Leben zu erhalten, oder soll ein neuer "Beruf" eingefuehrt werden?
    Ich respektiere jeden Willen, jeder kann aber seine Meinung, seinen Willen aendern, eine Frage des Alters, wenn ich meinen Willen dann nicht mehr kundtun kann, Meinung aber geaendert habe?
    Gunther Sachs hat sich, nachdem er erfahren hatte an der Alzheimer-Krankheit erkrankt zu sein, das Leben genommen, niemand wurde von ihm beauftragt. Da ist alles klar. Aber wer solls fuer den, der eine Verfuegung hat tun?

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