Blickpunkt Berlin Ein Wilders könnte auch in Deutschland Erfolg haben

Die Volksparteien nähren – bewusst oder unbewusst – den Wunsch nach Ausgrenzung. Die latente Ausländerfeindlichkeit könnte den Boden für eine neue Partei bereiten.
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Thomas Hanke leitet das Meinungsressort. Quelle: Pablo Castagnola

Thomas Hanke leitet das Meinungsressort.

(Foto: Pablo Castagnola)

Was, wenn unser Parteiensystem davor steht, ordentlich durchgeschüttelt zu werden, wir es aber nur noch nicht wahrhaben wollen? Die größte annehmbare Veränderung ist nicht, dass CDU und FDP die Wählergunst verlieren, während die Grünen aufsteigen. Einiges spricht dafür, dass eine neue Rechtspartei Aussicht auf Erfolg hätte.

Die Einwanderungsdebatte hat gezeigt, dass es ein Millionenpotenzial für eine Bewegung ähnlich der des niederländischen Rechtsaußen Geert Wilders gibt. Der gemeinsame Nenner ist die Ablehnung der Einwanderung und des Islam. Millionen Deutsche lassen sich von diesen Gedanken mobilisieren. Anders als frühere Versuche in Deutschland kommen sie nicht offen rückschrittlich daher, sondern als Verteidigung westlicher Werte und Lebensweise. Man könnte es „Ausländerfeindlichkeit mit reinem Gewissen“ nennen.

Jahrzehntelang war die Bundesrepublik eine Wachstumsgesellschaft, die vor allem durch ein christlich, konservativ oder liberal orientiertes Bürgertum auf der einen und sozialdemokratisch orientierte Arbeitnehmer und Aufsteiger auf der anderen geprägt war. Diese Gegenüberstellung hat sich überlebt. Die deutsche Schrumpfungsgesellschaft wird mittlerweile von ganz anderen Frontstellungen durchzogen. Die klarste Spaltung, die wir gegenwärtig sehen, ist, dass die eine Hälfte der Deutschen den Islam als Teil unserer Gesellschaft sieht, die andere Hälfte lehnt das ab.

Die jüngeren Deutschen sehen die Aufgabe, die Bundesrepublik als Zuwanderungsgesellschaft zu gestalten, als lösbar an. Sie denken nicht zuvorderst in religiösen, sondern in republikanischen Werten. Grob vereinfachend kann man sagen: Diese Leute finden sich durch die FDP und die Grünen gut repräsentiert. Die anderen sind politisch heimatlos. Denn die ehemaligen Volksparteien CDU/CSU und SPD vertreten weder die eine noch die andere Seite mit vollem Herzen.

Die Unionsparteien wie auch die Sozialdemokraten können den Wählern, die weniger Muslime wollen, zwar ab und zu Häppchen hinhalten, um ihren Appetit auf Abschottung zu pflegen. Das klingt dann wie bei Merkel: Wir hätten eine „christlich-jüdisch geprägte Gesellschaft, hier gilt nicht die Scharia“. Aber sie können die Hauptspeise nicht liefern: Die Grenzen dichtzumachen oder gar Muslime auszuweisen können sie nicht vorschlagen, weil sie sich damit in Gegensatz zu ihren eigenen Werten begeben und gegen jede wirtschaftliche Vernunft agieren würden. Sie nähren aber bewusst oder unbewusst den Wunsch danach. Es wird eine Partei kommen, die nicht nur Appetithäppchen verspricht, sondern auch die Hauptspeise.

Das einzige Argument, das gegen diese Entwicklung spricht: In Deutschland war noch keine Gründung einer neuen Rechtspartei dauerhaft erfolgreich. Doch auch ewige Wahrheiten werden irgendwann brüchig.

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11 Kommentare zu "Blickpunkt Berlin: Ein Wilders könnte auch in Deutschland Erfolg haben"

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  • Gerd Wilders hätte auch 1848 eine gute Figur gemacht und der Versuch ihn medial in eine wie auch immer geartete "rechtsextreme Ecke" wird misslingen. Der Mut die Dinge, die im Argen liegen, offen zu benennen entstammt einer ausgewiesenen freiheitlichen Natur. in Deutschland fehlt weiterhin bei immer links werdenden blockparteien im rechten bereich eine nationalkonservative Partei diesseits von Glatzen und Springerstiefeln. Und die punktuelle Rückbesinnung (Seehofer) vor Wahlen nimmt der Wähler den einstmals konservativen Parteien (nun: blockparteien) auch nicht mehr ab, wenn zugleich die politische Realität ganz anders aussieht.

  • Ein Wilders könnte auch in Deutschland Erfolg haben ........ na dann wird's Zeit, dass einer kommt!

  • @ A.beck
    Völlig richtig: Die Freiheitlichen sind absolut liberal und treten dem Antisemitismus entgegen.
    Während die Nationalsozialisten (NPD/DVU) soweit rechts sind, dass sie bereits schon wieder links sind! Paradoxer Weise bekämpfen die Linken selbsige bis auf's blut, obwohl sie ideologisch fast eins sind!

    www.diefreiheit.org

  • Eben, es geht um's Ganze: nämlich um die Verteidigung westlicher Werte und Lebensweise!
    Deswegen ist Geert Wilders auch weder Rechtspoplist noch Rechtsaußen, sondern eigentlich eher ein radikaler bürgerrechtler.
    Er hat, wie andere vor ihm, die Gefahr erkannt: den islamismus, d.h. den unvermeidlichen Alleinvertretungsanspruch des Koran ohne wenn und aber auf der basis der Scharia.
    Wie brisant und zielstrebig diese Entwicklung ist, verdeutlicht die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im islam 1990.
    Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte orientiert sich zwar stark an Form und inhalt der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, nimmt aber in den einzelnen Artikeln explizit Einschränkungen mit bezug auf die Scharia vor.
    de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erklärung_der_Menschenrechte_im_islam
    Vonwegen „individuelles Selbstbestimmungsrecht" in Fragen von Religion, Weltanschauung, Gleichberechtigung der Frau, Homosexuellen usw. usf.
    Hat sich davon bisher auch nur ein einziger Verband der islamkonferenz von innenminister Schäuble distanziert?

  • Deutscher Geert Wilders!

    Wo bist Du?

  • Wer sich gegen die islamisierung Deutschlands stellt, ist grundsätzlich erstmal nicht ausländerfeindlich oder ein sog. Rechtsaußen. ich habe selbst viele ausländische Freunde, ob Chinesen, Franzosen, Amerikaner, isländer, etc., etc., was aber die Politik im bereich des unkontrollierten Zuzugs aus den Ländern des ehemaligen osmanischen Reiches seit über 30 Jahren veranstaltet ist mehr als verantwortungslos. Alle anderen Volksgruppen, außerhalb des islamischen bereiches, kommen relativ gut zu Recht in Deutschland, lassen ihren Nachwuchs entsprechend ausbilden und akzeptieren des Lebensstil íhres Gastlandes. Nur der größte Teil der islamischen Kolonisten nicht. Deshalb wird es noch beträchtliche soziale und politische Verwerfungen geben, auch wenn die Migranten/Einwandererpartei bündnis90-die GRÜNEN nach der nächsten Machtübernahme die Trend zur Zu-und Unterwanderung sicher verstärken wird. Erst dann werden hier noch einige aufwachen. An die salbungsvollen beiträge eines bP Wulff will sich in 10 Jahren keiner mehr erinnern. Wir haben dann ein 17. bundesland - Osmanische Republik Deutschland, welches dann zu den bevölkerungsreichsten in diesem Staate zählen wird. Die Populationsrate spricht dafür. Deshalb wird ein Politiker vom Schlage Wilders bestimmt großen Zulauf erfahren, und wer hat ihn geschaffen, Parteien des Typ b90/GRÜNE. Özdemir Cem läßt grüßen.

  • Man darf nicht unterschlagen, dass Herr Wilders nicht aus irgendeiner rechtsextremen Ecke stammt sondern ursprünglich ein lupenreiner Liberaler war und heute auch noch immer zu einem Gutteil ist. ihn hat die Antiliberalität des islam und dessen religiöse Unduldsamkeit auf die barikaden getrieben,
    insofern wäre auch eine deutsche "Wilders-Partei" nicht nur rein konservativ "rechtspopulistisch" sondern hätte das Zeug eine Partei durchaus neuen Stils zu werden. Auch Sarrazin ist nicht rechts oder dergleichen, sondern Sozialdemokrat,was durchaus einen Unterschied macht. Ein PC-Christdemokrat wäre vermutlich zu feige gewesen, ein buch wie Herr Sarrazin zu schreiben, auch wenn er über den gleichen Erkenntnisstand verfügt hätte.
    Die Sozialdemokratie kann sich eigentlich beglückwünschen,dass sie Genossen wie Herrn Sarrazin in ihren Reihen hat,die Mut, soziale Verantwortung,Patriotismus und Weitsicht zu vereinigen in der Lage sind. Über eine Millionen verkaufte bücher zeigen, dass er einen Nerv getroffen hat. Unter dem lesenden Publikum sind Zeitgenossen wie die Frau bundeskanzlerin allerdings nur eine Randfigur.

  • Ein Wilders gibt es nicht in Deutschland und wenn es einer wagen würde, dann hätte er neben Grünen, SPD und CDU, Zentralrat der Juden noch die islamisten am Hals, für die töten eines Ungläubigen Allahs Wille ist. Eher wird in Deutschland eine islamistische Partei entstehen, die auf Anhieb die 5% Hürde überspringen würde, als eine Rechte Partei.
    Wenn im bundestag die ersten Nachthemden sitzen,dann ja dann wäre eine Rechte Partei vor Zulauf nicht mehr sicher. Was die Scharia betrifft, wird sie in der zivilen Rechtssprechung schon lange angewendet auch wenn Merkel das verleugnet. Aber Lügen ziehen sich durch alle Parteien wenn es um integration geht.

  • "Die Grenzen dichtzumachen oder gar Muslime auszuweisen können sie nicht vorschlagen, weil sie sich damit in Gegensatz zu ihren eigenen Werten begeben und gegen jede wirtschaftliche Vernunft agieren würden." ....


    Welche Werte sind da gemeint? Unbeschadet dessen sollte an dieser Stelle eher die Vernunft des Volksinteresses und des sozialen Friedens siegen!?

  • Ehre wem Ehre gebührt! Geert Wilders ist gebildet, hat Manieren, ein gepflegtes Äußeres, sieht gut aus, kann sich artikulieren und kann begeistern (Ein Popstar der konservativen Marke von zu Guttenberg)! Vor allem trifft er den Nerv der Zeit und ist mutig genug offen dafür einzustehen. islamkritik ist bekanntlich lebensgefährlich! Gott schütze Geert Wilders!

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