Chefetage Zehn Gründe, die Sarrazin-Debatte nun endlich zu beenden

  • Bernd Ziesemer
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Bernd Ziesemer ist Publizist und war lange Jahre Handelsblatt-Chefredakteur Quelle: Pablo Castagnola

Bernd Ziesemer ist Publizist und war lange Jahre Handelsblatt-Chefredakteur

(Foto: Pablo Castagnola)

Seit Platon das Prinzip des Dialogs in die griechische Philosophie einführte, erhoffen wir uns von einem öffentlichen Gespräch einen Erkenntnisgewinn. Der Athener konnte ja nicht ahnen, dass man in deutschen Talkshows stundenlang quasseln kann, ohne am Ende auch nur ein Jota mehr Wissen anzuhäufen. Nach dem Rücktritt Thilo Sarrazins bei der Bundesbank besteht nun endlich die Chance, die ganze Debatte zu beerdigen. Denn in gefühlten Tausend Stunden einschlägigen Infotainments war nicht eine einzige neue Idee zu entdecken.

Hier sind die zehn wichtigsten Argumente für ein schnelles Ende des Sarrazins-Streit. Erstens: Sarrazins Buch ist intellektuell viel zu dürftig, um darüber eine ernsthaftes Gespräch zu führen. Zweitens: Die meisten seiner Gegner haben es nicht gelesen, auch wenn sie das Gegenteil behaupten. Drittens: Die ganze Diskussion reproduziert lediglich die erste Sarrazin-Debatte, ohne etwas Neues hinzuzufügen. Viertens: Man müsste wenigstens das Thema festlegen, wenn etwas bei der ganzen Chose herauskommen sollte. Reden wir eigentlich über den Islam? Über Integration? Vererbungslehre? Intelligenz? Die Verhältnisse im Berliner Wedding? Oder Sarrazins herabhängenden Schnauzbart? Fünftens: Wer gern etwas über die neuesten Erkenntnisse der Genforschung erfahren möchte, sollte nicht unbedingt Cem Özdemir oder Arnulf Baring in eine Talkshow einladen - und Sarrazin selbst auch nicht. Sechstens: Statistische Proseminare eignen sich einfach nicht für das Medium TV. Siebtens: Es besteht kein Anlass für eine Folgedebatte über Meinungsfreiheit. Alle haben alles gesagt - und zwar das, was sie sonst auch immer sagen. Achtens: Praktische Konsequenzen irgendwelcher Art sind nicht zu erwarten, so sehr sich die beteiligten Politiker in den Fernsehrunden auch als Integrationsfanatiker outen. Neuntens: Seit die Bild-Zeitung auf die Man-wird-ja-wohl-noch-fragen-dürfen-Linie eingeschwenkt ist, sinkt die Bereitschaft gewählter Funktionsträger zur flotten Attacke auf Sarrazin gewaltig. Ab jetzt wird es richtig langweilig! Zehntens: Nachdem der Mann nicht mehr Bundesbanker ist, fehlt das notwendige Potenzial zur Skandalisierung seiner Thesen. Höchste Zeit aufzuhören.

Wenn wir die Debatte jedoch, obstinat wie wir sind, einfach nicht beenden wollen, dann empfehle ich für die nächste Runde einen radikalen Personalwechsel für die Talkshows: Lassen wir endlich die Literaten ran! Der einzige wichtige Beitrag zu dieser Diskussion stammt schließlich aus der Feder eines Schriftstellers: Leon de Winter enthüllte letzten Donnerstag in der "Süddeutschen Zeitung", dass die Intelligenz der Juden noch nicht an ihren Genen liegt, sondern am häufigen Verzehr von Fisch. Und natürlich an der Heringsgräte, die jeder Jude in der Innentasche seiner Jacke stets bei sich führt. Mehr solcher Enthüllungen bitte, mehr!

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9 Kommentare zu "Chefetage: Zehn Gründe, die Sarrazin-Debatte nun endlich zu beenden"

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  • „Das Ganze wird ebenso als sturm im Wasserglas enden wie die ganzen Versuche vorher, Schill etc.“
    Weil, genetisch bedingt, der Großteil der Welt wie no.7 ist.

  • volksverdummung
    fakt ist, dass:
    1.)
    wir in der deutschen bevölkerung einen anteil von bürgern mit migrationshintergrund von 17% haben.
    2.)
    in deutschen haftanstalten der anteil von bürgern mit migrationshintergrund bei 52% liegt.
    3.)
    von diesen 52% wiederum 90% aus ost-und südosteuropa und aus dem nahen osten stammen.
    4.)
    z. b. seit dem wegfall der grenzkontrollen nach polen im dez 2007 sich die zahl der straftaten im grossraum frankfurt/oder innerhalb eines jahres um 38% erhöht hat.

    1. frage:
    war das schengen-abkommen vielleicht keine so gute idee?
    2. frage:
    war die eu-osterweiterung vielleicht keine so gute idee?
    3. frage:
    wer hat diese zustände zu verantworten?
    4. frage:
    wer war zu dieser zeit innenminister?
    5. frage:
    wer war 1999 in einen parteispendenskandal verwickelt?
    6. frage:
    wen müssen wir momentan als finanzmimister ertragen?

  • Sarrazin=Geldgeilheit. Es geht diesem großen helden nur ums geld, siehe seinen goldenen Handschlag bei der bundesbank. Deswegen führt er seine Show hier auf. als sie ihm mehr Pension andienten, ging er freiwillig. Natürlich stammt diese Pension zu 100% aus der staatskasse und die anderen müssen dafür arbeiten. ich bin ebenfalls dafür, dieses thema umgehend zu beenden, denn ich kann nicht erkennen, was uns die beschäftiugng mit sarrazin einbringen soll. Das bringt allenfalls dem etwas ein. Das Ganze wird ebenso als sturm im Wasserglas enden wie die ganzen Versuche vorher, Schill etc.

  • Hallo,
    da jeder in dieser schönen Republik was zusagen haben will,werde ich auch was sagen.Dass die Politik keinen bezug mehr zur bevölkerung hat ist glaube ich unstrittig.Und wenn Herr Sarrazin etwas sagt was viele Menschen in Deutschland bedrückt und seine Popularität nutzt um die Verbreitung durchzusetzen,habe ich überhaupt keine Probleme.
    Niemand stellt sich mal die Frage,warum unsere Politiker, denen ständig Verfehlungen anhaften und vom Volk bezahlt werden,dann auch nicht in der Versenkung verschwinden müssen? Aber genau das Gegenteil geschieht. Ständig wird Quark verzapft,aber die werden nur nach oben delegiert oder wenn es mal brenzlich wird,muß es "ausgesessen" werden.
    Und da soll mal einer was zu dem minimalen Schaden von Herrn Sarrazin,wenn überhaupt, sagen.
    Danke

  • Was geht hier vor in unserem Land, dass man sich mit den Gedanken, die abseits der politischen Klasse sind, nicht mehr auseinander setzen muss? Ein weiteres beispiel:
    Kanzlerin Merkel fliegt gerade ihr schwarz/gelber Laden um die Ohren und sie regiert und entscheidet am Volk vorbei. Außerdem gefährdet Frau Merkel Zukunftsinvestitionen und massenhaft Arbeitsplätze für die Zukunft, unterschriebene Verträge werden gebrochen und es werden daraus Geschenke ohne Änderungsaussichten, weit in die Zukunft unserer Kinder, ohne Entsorgungskonzept, das ist verfassungswidrig und muss bestraft werden. Ein nächstes beispiel der Demokratie abtrünnigen:
    Und Seehofer trampelt wie immer pflichtgemäß in die Falle der ewig gestrigen Revanchisten und will sich damit für eine spätere Europakarriere unmöglich machen, er verliert die letzten aufrechten konservativen Wähler. Als Dank dafür merkt Steinbach, dass ihr Wagen schon längst abgefahren ist und verspricht sich auf den Zug der sog. "Neuen Rechten" eine Anerkennung ihrer Naziideologie zu finden. Viel Vergnügen Frau Steinbach, mit dieser zusätzlichen Äußerung haben sie gezeigt, dass sie sich aus dem demokratischen Lager schon lange entfernt haben.

  • [3] W. Fischer, alleine die Tatsache, daß ich auf Sie eingehe, zeigt meinen Respekt vor ihnen. Deshalb muß ich aber nicht gleichzeitig einsehen, daß Stationierungsabkommen etwas mit Sarrazin verbindet.
    Wenn Sie sich ehrlich gefreut haben, ist es mir recht.

  • Sehr geehrter Herr Scholz, es freut mich, dass sie sich über mich sich ironisch äußern. Haben sie eigentlich verstanden was meine Meinung ist, ich bitte höflichst auch andere Meinungen, zu diesem Artikel und sichtweißen zu Akzeptiren. ich empfehle ihnen die Dokumente zu den 2+4 Gesprächen zu lesen, bevor sie mich verunglimpfen. ich möchte nicht über Politik reden (da sind sie vermutlich bewanderter als ich) ich wollte nur meine Meinung zum Artikel kund tun.
    Danke

  • Ach Gott, die Siegermächte, der Mond und die Sterne.
    Und Herr Fischer will über Politik reden.
    Sarrazin ist schon richtig. Das Thema sollte nicht begraben werden, weil es vielleicht das letzte Ventil ist. Wenn erst einmal der Kessel geplatzt ist, hat auch die Wirtschaft nichts davon und die Wirtschaftsnachrichten stehen dann im "Neuen Deutschland"

  • Sehr geehrter Herr bernd Ziesemer, es ist falsch im Handelsblatt zu fordern, es muss Schluss sein mit der Debatte über Herr Sarrazin. Nun erst recht muss dieses Thema einer breiten deutschen bevölkerung erklärt werden, und die richtigen Lösungen öffentlich erarbeitet werden. Oder gehören sie auch zu der Presse, die nur die Meinung der Siegermächte wider gibt, wie in dem nicht öffentlichen Zusatzabkommen zum 2+4 vereinbart wurde?
    Es muss weiter über die Themen von Herrn Sarrazin diskutiert werden.Es gibt gar nicht so viele Gründe um das Thema von der Tagesordnung zu nehmen, es ist ein heißes und sehr wichtiges Thema.
    Danke

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