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Tijen Onaran

Expertenrat – Anders Indset Vernunft, Verstand, Miteinander: Das ist die echte Alternative für Deutschland

Die AfD verspricht Lösungen, kann aber in der Realität keine bieten. Was hilft die größte Fantasie, wenn sie nicht umsetzbar ist? Die wahre Stärke Deutschlands liegt in der Vereinigung.
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Die AfD behauptet, die Alternative für Deutschland zu sein – aber was ist die wahre Alternative? Quelle: dpa
AfD-Sympathisant in Thüringen

Die AfD behauptet, die Alternative für Deutschland zu sein – aber was ist die wahre Alternative?

(Foto: dpa)

Sonntagnachmittag. Kurz vor halb sechs. Julian Nagelsmann führt Leipzig in der Fußball-Bundesliga zum ersten Heimsieg der neuen Saison gegen die Eintracht aus Hessen. Ganz Sachsen tobt. Auch Brandenburg stimmt sich auf die bevorstehenden Landtagswahlen ein.

Dort will man Vorreiter in Wasserstoff-Technologien, internationaler Tourismus-Magnet und Industriestandort für globale Player werden. Es könnte für die beiden Bundesländer, in denen am kommenden Sonntag gewählt wird, so einfach sein, wenn es nicht diese ständige Suche nach einer Alternative geben würde.

Ein Abend, ein Gläschen Wein. Auf meinem Tisch: das Wahlprogramm der AfD. Für mich – bis auf den Rheingauer – Neuland. Auf Hunderten glänzend foliierten Seiten verteilt werden Probleme geschildert. Nicht sonderlich stringent und auch nicht strukturiert, aber es deckt nahezu jeden Punkt ab, mit dem man menschliche Emotionen „triggern“ kann.

Wäre die Wespenplage in meinem Erdbeer-Müsli mit dabei, hätten sie sogar mich angetriggert. Mutti-Merkel auch dafür verantwortlich machen, warum nicht? Ich brauche eine Alternative für meine Müsli-Probleme auf der Sommerterrasse, und zwar sofort! Aber was ist diese Alternative?

Das Wahlprogramm der Alternativen aus Brandenburg klärt auf: „Hol Dir Dein Land zurück!“ Aber was heißt hier „Dein Land“? Und was bedeutet „zurück“? Viele Fragen, wenige Antworten. Über den „Öko-Kollaps“ schreibt die AfD nicht so gerne, doch vielleicht werde ich in Sachen „Digitalisierung“ fündig? Ein Besuch auf den alternativen Webseiten sorgt für vollständige Verwirrung: Mit einem großen Button und Banner eines Zahlungsanbieters aus dem Silicon Valley folgt die Weiterleitung auf US-amerikanische Seiten zur Aufnahme und Speicherung von Daten.

Es ist schwer nachzuvollziehen, wo die Daten wirklich hinwandern, aber zumindest werden Gebühren fällig, und diese wandern aus Deutschland hinaus. Spenden - verständlich, aber ein Teil des Geldes in andere Ländern zu verlagern - „Muss das wirklich sein?“ Dies wäre eine naheliegende Fragestellung für die Bürger in Sachsen und Brandenburg jetzt kurz vor den Wahlen. Die AfD als Antrieb der US-Wirtschaft: Ist das die wirkliche Alternative, die hier geboten wird? So wird das Land zurückgeholt? 

Zur Randnotiz an dieser Stelle gehört, dass eine Partei wie die CDU auch um Spenden auf ihren Webseiten bittet. Zwar etwas dezenter unten auf der Seite platziert, aber mit ähnlicher reibungsloser Abwicklung wie vom Silicon-Valley-Unicorn auf den AfD-Seiten.

Ein kleiner Unterschied fällt jedoch auf: Der Anbieter auf den Seiten der Volkspartei heißt Spendino, ein Tech-Start-up aus Deutschland. Berliner Jungs! So was soll es geben! Es gibt sie also, die konkreten Alternativen für und aus Deutschland zur Bekämpfung der anstehenden Bedrohungen unter anderem aus der Technologie. Nur nicht dort, wo Alternative draufsteht.

Der Szene-Gastronom am Offenbacher Wilhelmsplatz schaut zu meinem leeren Glas und fragt: „Noch eins?“ „Nein danke, eins reicht, ich mache jetzt Feierabend“, antworte ich. Ich verlasse das Lokal mit vielen Fragen.

AfD: ein großes Missverständnis oder etwa ein Widerspruch?

Die Welt ist nicht immer so, wie du denkst

Draußen wird es langsam dunkel, und mir wird bewusst, dass ich mich mitten in der gefürchteten Innenstadt einer 130.000-Einwohner-Stadt befinde, in der mehr als 60 Prozent  der Bevölkerung Migrationshintergrund haben. Mit Menschen aus 159 Nationen ist Offenbach am Main nicht nur die Stadt mit der höchsten Migrationshintergrund-Rate in Deutschland, sie sucht auch global ihresgleichen. Wenn man sich das Medienbild und die Stimmungslage der rechten Flügel anschaut, müsste doch genau hier in Offenbach völliges Chaos herrschen. Doch Fehlanzeige!

Freundliche und hilfsbereite Zuwanderer aus allen Ecken der Welt leben heute mit Hipstern, Bankern und Juristen zusammen. Hier, vor den Toren Frankfurts, findet man heute die angesagtesten Hamburger Architekturbüros, die Tag und Nacht an neuen Immobilienprojekten in den Boom-Regionen arbeiten. „OF: Ost-Frankfurt“, oder „Gangster-Town“ Offenbach, wie es im Bundesgebiet viele kennen. Wie ist es zu diesem Wandel gekommen? 

Durch Aufklärung. Der inzwischen verstorbene schwedische Professor Hans Rosling mit seinen lebhaften YouTube-Videos sowie Bestseller-Autor Steven Pinker haben uns in den vergangenen Jahren gezeigt, wie die Welt in Fakten ist. Wenn am Wahlsonntag in Brandenburg und Sachsen die Stimmen abgegeben werden, geht es genau darum - um eine faktenbasierte Weltanschauung. Wie sehen die Wählerinnen und Wähler die Lage der Nation, die Entwicklung der Regional- und Bundespolitik und die Welt im Allgemeinen wirklich?

Seit der Flüchtlingskrise in 2015 geht die Arbeitslosenquote in Offenbach jedes Jahr zurück und liegt aktuell drei Prozentpunkte unter den Werten von 2016. In Sachen Kriminalität ist Offenbach inzwischen vorbildlich. Trotz - oder vielleicht wegen - der bunten Mischung an Menschen, sinkt die Kriminalitätsrate deutlich.

Seit 2016 ist die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner um 25 Prozent zurückgegangen und erreicht jährlich neue Tiefstände. Im selben Zeitraum stieg auch die Aufklärungsrate auf neue Rekordwerte. Liegt die Aufklärungsquote bei Straftaten beispielsweise in Brandenburg bei 56 Prozent (beim bundesweit niedrigsten Zuwandereranteil), so liegt sie inzwischen in Hessen bei 63 Prozent, in Offenbach sogar bei knapp 70 Prozent. Am Dreh- und Angelpunkt von Migration und organisierter Kriminalität lebt es sich inzwischen nicht mehr gefährlicher als im 1.500-Menschen-Örtchen Lieberose im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald.

Wem kann man heute noch vertrauen?

In welche Richtung soll es in Sachsen und Brandenburg gehen? In Italien lebt der Faschismus wieder. Matteo Salvini orientiert sich an Vorbild und Vorgänger Mussolini. Boris Johnson tobt und provoziert in London - und Österreich kam zunächst mit einem blauen Auge davon. Wem kann man heute vertrauen? Wo findet man Anschluss? Östliche Ausrichtung, Protektionismus und/oder Nationalismus als einziger Weg? Die Reaktionen der Bürger sind nachvollziehbar. AfD, Brexit, Donald Trump und IS: allesamt Reaktionen auf 1994, Netscape 1.0 und das kommerzielle Internet.

25 Jahre sind seitdem vergangen, und wir kennen das Ergebnis. Das Ausleben von Träumen und wilden Fantasien über sogenannte „soziale Medien“ führt zu Verwirrung und Frustration. Wir haben eine fatale (Des-)Informationsgesellschaft geschaffen. Wir leben gemeinsam einsam, konsumieren Pornos und hassen das Leben. Ein Appell an Frust und Vergleiche ist naheliegend. Ein Kampf gegen „die da oben“.

Die Welt ist so komplex geworden, und vergeblich wird nach Anknüpfungspunkten gesucht - jemand, der einen mitnehmen kann und die Probleme versteht. Probleme nur zu benennen und Sympathie für populistische Aufrufe führt aber nicht zu (alternativen) Lösungen. Es geht darum, im Kern zu verstehen, was eine Antwort sein könnte. Was hat heute Aussicht auf Fortschritt, Verbesserung und Erfolg? Es wird Zeit aufzuwachen, denn eine Rolle rückwärts zu besseren Zeiten - dem „Damals“ - wird und kann es aus zwei einfachen Gründen nicht geben: Es wurde kein „Wohin“ definiert, und weder die Wirkkräfte der Weltgesellschaft noch unsere physikalischen Gesetze lassen heute „Zurück-Bewegungen“ zu.

Vielleicht könnte sich Sachsen trauen, sich vereint hinter Slogans wie „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“ oder „Silicon Saxony“ - wie sie Webseiten zu entnehmen sind - zu stellen. Werte wie „Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz“ sind doch ein Erfolgsmotor. Was offensichtlich nicht nur anderswo funktioniert, sondern auch in Leipzig.

Das Rasenball-Projekt am Elsterbecken ist das sächsische Vorzeigeobjekt. Dort glänzt die Red Bull Arena und gilt als Symbol für Patriotismus, Loyalität und lokalen Stolz und Zugehörigkeit. Die zehnjährige Geschichte liest sich wie ein Bilderbuch in Sachen Globalisierung, Integration, Kommunikation und Weltoffenheit. Im Jahr 2009 begann RB Leipzig in der Oberliga Süd - und nur die treuesten Einwohner des mitteldeutschen Zentrums für Wirtschaft, Handel, Kultur, Bildung und Kreativität sind damals ins Stadion gekommen, um die Mannschaft anzufeuern. Waren es im Gründungsjahr des Klubs 2.100 Zuschauer im Schnitt, so waren am Sonntag, zehn Jahre später, im Heimspiel gegen die Eintracht aus Frankfurt am Main rund 43.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion. Ganz Sachsen strömt in die Hochburg und zeigt seine Flaggen.

Die Geldflüsse in die Region kommen von internationalen Investoren aus global ausgerichteten Konzernen. Die Kader-Zusammenstellung könnte seit 2009 nicht kontrastreicher sein: Trugen im Jahr 2009 sämtliche Spieler, inklusive vier Trainern und Betreuern, auf der Webseite die deutsche Flagge, so startet RB Leipzig mit seinem Team in die neue Saison mit 29 Spielern aus 16 Nationen. Heute finden wir unter den 29 Spielern nur noch sieben Spieler deutscher Staatsangehörigkeit. Dayot, Ibrahima, Amadou und Ademola sind längst der Stolz einer ganzen Region und des Bundeslandes Sachsen.

Der Erfolg von Rasenball Leipzig zeigt, wie es funktionieren kann: Globale Wirtschaftsausrichtung, Integration, Team- und Kampfgeist, ein Miteinander, Offenheit und eine permanente Suche nach vereinenden Faktoren (kommuniziert wird bei RB auf Englisch) und Bindegliedern statt nach trennenden Faktoren und Elementen für Spaltung. 

Die Region prägt RB Leipzig. RB Leipzig prägt ganz Sachsen. Ein Musterbeispiel, wie die Welt im 21. Jahrhundert funktioniert.

Auch in Brandenburg gibt es echte Alternativen!

Industriestandort für internationale Konzerne, neue Technologien und Tourismus als Grundlage für Wachstum. Siemens-Chef Joe Kaeser zeigt, wie eine echte Alternative aussehen kann. Mit einem Budget von 30 Millionen Euro am Standort Görlitz sollen 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden.

Das Weltunternehmen setzt dabei auf Sprache und Integration auf der rasanten Reise der Globalisierung. In anderen Worten, statt sich zu beklagen - oder statt der Hoffnung auf alternative Wege - setzt Kaeser auf Handeln und bewährte Erfolgskonzepte.

Um echte Alternativen durch Aufklärung und Handeln geht es auch im neuen Projekt des US-Filmemachers James Wilks. Am 16. September erscheint in Amerika der Dokumentarfilm „The Game Changers“. Auf der Reise durch die Welt sucht Wilks nach Aufklärung in Sachen Fleisch, Protein und Muskelkraft. Mit dabei in seinem Film: „Pflanzenfresser“ und „stärkster Mann Deutschlands“: Patrik Baboumian.

Als der Kraftsportler und Sachbuchautor gefragt wurde, wie es sein kann, dass er stark wie ein Ochse ist, obwohl er kein Fleisch isst, antwortete der Strong-Man lässig: „Hast du jemals einen Ochsen Fleisch fressen sehen?“ Als Symbol für Aufklärung und echte Alternativen könnte dieses Beispiel für die bevorstehenden Wahlen in Brandenburg nicht treffender sein. Patrik stammt aus Abadan, Iran, und lebt heute gut integriert in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam.

Dass es bei einer Agenda viel mehr um das „Wie“ statt um das „Was“ geht, zeigt das Beispiel Wasserstoff als Energieträger. Mehr vom Gleichen, eine Optimierung und Weiterentwicklung des Angefangenen durch Aufklärung und Handeln, statt Träumerei von utopischen Alternativen - auch in Brandenburg klingt das nach einer naheliegende Alternative.

Die einzige Alternative: Aufklärung

Die Wege zur Alternative führt über eine echte Aufklärung auf der Basis von Fakten. Können Politiker heute keine Fakten liefern - haben sie keine konkrete Antworten - so sollten sie nicht gewählt werden. Schaut man sich die Politik mit einem gewissen Abstand an, könnte man meinen, dass insbesondere jene Regionen, die abhängig sind von Tourismus und Industrie, am meisten von Zuwanderung, Integration, Sprachentwicklung und Globalisierung profitieren. Das Programm der AfD scheint somit eher eine Alternative für bereits wirtschafts- und konjunkturstarke Regionen und Bundesländer. Dort, wo Vermögen verteidigt werden soll, wo man sich zu „den anderen“ abgrenzen kann.

So ist es aber nicht. Aktuelle Umfragewerte in den wirtschaftsstarken Bundesländern zeigen eine klare Entwicklung: Nordrhein-Westfalen neun Prozent, Bayern neun Prozent, Niedersachsen acht Prozent. Die starken Bundesländer wenden sich von der AfD ab. Offensichtlich spricht gemeinsamer Erfolg für sich, es wird keine neue nicht-definierte „Alternative“ benötigt.

Als Tausende Fußballfans am Sonntag zurück nach Hessen reisten, kehrten sie in Sachen Wirtschaftswachstum ins zweitstärkste Bundesland zurück. In Frankfurt findet man die Börse, die Europäische Zentralbank, den Flughafen. Die Stadt gilt auch als Transit-Hub bei der Rückführung von illegalen Immigranten aus allen europäischen Ländern. Trotz der höchsten Migrationsraten und - als Finanzmetropole - Knotenpunkt für internationale Kriminalität sowie Risiko-Standort in Sachen Terrorismus kriegt man von aufgebauschten Problemen kaum etwas mit. Rückläufige Kriminalität und erfolgreiche Integration lautet die Devise. Die Angst vor Bedrohungen ist in Hessen äußerst gering.

Als Alternative zur Spaltung und Problembeleuchtung begrüßt man in Frankfurt im September Tausende von „NewComern“ zum „NewComer-Festival“. Hier bieten die Hochglanz-Broschüren Fakten und Lösungen auf jeder Seite. Das Team um Initiator Dr. Stefan Söhngen klärt auf, wie es der Region nach der Krise in 2015 gelungen ist, von einer Beschäftigungsrate von fünf Prozent in nur vier Jahren zu 50 Prozent Beschäftigung zu gelangen.

Treffend ist auch, dass das Unternehmen von Dr. Söhngen den Namen „R3lation“ trägt. Hier wird nach den verbindenden und nicht nach den trennenden Faktoren gesucht: sinkende Arbeitslosenquoten und positive Aussichten. Die Nachbarregionen wie die Wissenschaftsstadt Darmstadt, Mainz, die Landeshauptstadt Wiesbaden oder eben auch Offenbach wachsen mit. Nicht „Entweder-oder“, sondern „Sowohl-als-auch“ zählt hier.

Natürlich gibt es in der Mainmetropole genauso Herausforderungen und Probleme, doch dabei scheint rationales Denken und die Suche nach neuem Wissen die Grundlage für Fortschritt zu sein. Manchmal lohnt es sich, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu beleuchten und dann erst die Schlüsse zu ziehen.

Geht eine solche Offenheit zu Lasten der Identität und der deutschen Kultur? Die AfD will ja schließlich „das Land zurückholen“. Auch hier ist die Realität eine andere. Nach dem Spiel am Sonntag kehren Tausende Patrioten nach Hessen zurück. Am Abend gibt es grüne Sauce und Äppelwoi - man möge davon halten, was man will. Frankfurt zeigt, wie Lokalismus und Kosmopolitismus zusammen funktionieren können.   

Wir brauchen Aufklärung, jetzt. Aber wie klären wir die Menschen auf, dass wir eine Aufklärung brauchen?

Ein Wunschzettel für die anstehenden Wahlen

Die (Wahl-) Urne steht für Zukunft und nicht für Abschied und Untergang, so muss es immer sein. Was auch immer richtig oder falsch sein möge, die Entscheidungen müssen auf einer subjektiven, validierten und plausiblen Weltanschauung beruhen. Alternative Lösungen sind grundsätzlich spannend - und man sollte sich diese immer anhören. Wenn sie jedoch nicht vorhanden sind, nicht genau beschrieben werden können oder womöglich in meinem Fall schlicht nicht verstanden werden können, dann sollte man zunächst Fragen stellen und aufklären.

Nach meiner spätsommerlichen Abendwanderung durch Multi-Kulti-Offenbach bleiben bei mir viele unbeantwortete Fragen. Wurde die AfD etwa falsch verstanden? Die selbsternannte „Alternative für Deutschland“ hat - zumindest in ihrem Wahlprogramm - in meinen Augen eine Steilvorlage produziert für Frust, Spaltung und Armut. Einfach gesagt: Ich habe die angeblichen Alternativen weder gefunden noch verstanden.

Die beiden Bundesländer, in denen am 1. September gewählt wird, können und müssen sicherlich in vielen Bereichen aufholen. Einfache Wege gibt es dort nicht. Die Welt ist kein Nullsummenspiel. Die AfD aber ist nichts für aufstrebende Regionen mit wunderschönen Menschen mit Potenzial.

Die Zukunft, das Leben an sich, und morgens früh aus dem Bett zu krabbeln: Das ist alles oft nicht so einfach. Doch nicht diejenigen, die nur alle Fehler und Probleme darstellen und emotional in die Welt rufen, haben unsere Stimme und Aufmerksamkeit verdient, sondern diejenigen, die konkrete und überlegte Vorschläge liefern. Rivalität und Patriotismus im Stadion: davon gerne mehr! Vernunft und Verstand und ein Miteinander in Sachen Wirtschaft und Gesellschaft: Das ist eine echte Alternative für Deutschland.

Denn eins dürfen wir nie vergessen: Dogmatismus verhindert Veränderung.

Deutschland ist ein Land der Dichter und Denker. Die echten Alternativen liegen auf der Hand: mehr von dem, was zum Erfolg geführt hat. Tourismus und Technologie, Internationalisierung, Integration und Offenheit. Export und Industrie, ein Miteinander mit lokalem Flair und lebhaften Traditionen. Gemeinsam und durch eine Renaissance von Denkern ausgestattet, mit einer Armee von Handlungs-Helden auf dem Weg zu konkreten Initiativen, das ist die Alternative. 

Die AfD verleiht Flügel, aber was nutzen die buntesten Flügel, wenn man spätestens beim Abspringen merkt, dass man nicht fliegen kann - und im Gegenteil radikal abstürzt, mit allen Konsequenzen auf den Boden der Realität. Wie hat es eine bekannte Frau und besonnene Entscheiderin schon einmal gesagt: „Wir schaffen das!“ Und so wird es auch sein.

Bis zum nächsten Mal
Anders

Mehr: Die EU kann nur durch Engagement der Superreichen und ohne egozentrisches Politik-Bla-Bla Supermacht werden. Es wurde genug geredet, jetzt müssen wir handeln.

Anders Indset, von Medien als „Digitaler Jesus“ oder „Rock’n’Roll Plato bezeichnet, zählt zu den führenden Wirtschaftsphilosophen und gilt als vertrauter Sparrings-Partner für internationale CEOs und führende Politiker.

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1 Kommentar zu "Expertenrat – Anders Indset: Vernunft, Verstand, Miteinander: Das ist die echte Alternative für Deutschland"

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  • Es ist erschreckend, das lesen zu müssen. Bei so viel Alternativen ist man versucht, den apodiktischen Anspruch der Alternativlosigkeit zurück zu wünschen.