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Constanze Hintze

Expertenrat – Constanze Hintze Auch Indexfonds sind nicht unfehlbar

Aktiv oder passiv? An der Frage der geeigneten Fondsstrategie sollten Anleger nicht scheitern. In jedem Fall gilt: Ohne Aktien geht es nicht.
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Anlegern sollten an dem Erfolg von Unternehmen teilhaben. Quelle: dpa
Börse Madrid

Anlegern sollten an dem Erfolg von Unternehmen teilhaben.

(Foto: dpa)

Die Diskussion über ETFs ist so alt wie die Idee selbst. Für die einen sind börsengehandelte Indexfonds die Geldanlage schlechthin, die anderen sehen darin nichts Besonderes, ein standardisiertes Finanzmarktprodukt.

Aber der Reihe nach: Wer mit seinem Vermögen am Erfolg von Unternehmen und Volkswirtschaften partizipieren möchte, muss in Aktien investieren. Das wissen Anleger spätestens seitdem aufgrund der niedrigen Zinsen das auf dem Konto liegende Geld keinen Ertrag mehr erzielt.

Seit der Finanzkrise 2009 haben sich die Kurse deutscher Aktien mehr als verdreifacht, die amerikanischer Werte sogar vervierfacht. Dieser Anlageerfolg spricht für sich. Wer keine einzelnen Aktien kaufen möchte, weil er sie ständig beobachten muss, investiert in einen breit gestreuten Investmentfonds.

Investmentfonds gehören zu den transparentesten und reguliertesten Geldanlagen in Deutschland. Sie sind in aller Regel börsentäglich handelbar und damit höchst flexibel: Niemand muss sich lange Zeit binden. Privatanleger können sie bei ihrer Bank, auf einer Onlineplattform oder bei einem unabhängigen Finanzberater erwerben. Die Gretchenfrage lautet nun: Investiere ich in einen Fonds, der aktiv und systematisch gemanagt wird – oder genügt mir ein passiver Fonds, also ein ETF?

ETF steht für Exchange Traded Fund. Diese Fonds haben keinen Fondsmanager, sondern bilden eins zu eins einen zugrunde liegenden Index ab. Deshalb weisen sie im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds geringere laufende Kosten auf. Das und die hohe Transparenz ist auch der Grund, warum ETFs immer beliebter und vielfach auch für Laien empfohlen werden.

Doch welche der beiden Fondskategorien grundsätzlich erfolgreicher ist, lässt sich nicht ohne Weiteres beantworten. Je nach Marktphase kann die eine oder die andere vielversprechender sein.

Wer beispielsweise ganz gezielt auf die wirtschaftliche Erholung Spaniens hofft, der wird in einen ETF auf den Ibex 35 investieren. Der Leitindex der Madrider Börse umfasst die 35 größten spanischen Unternehmen. Steigen die Kurse dieser Aktien um zehn Prozent, steigt auch der ETF um zehn Prozent. Gibt die Börse allerdings nach, verbucht auch der ETF Verluste in gleicher Größenordnung.

Aktiv gemanagte Fonds haben mehr Freiräume und erzielen Alpha

Aktiv gemanagte Fonds sind anpassungsfähiger. Der Anspruch des Fondsmanagers ist es, besser zu sein als sein Vergleichsindex – und zwar in guten wie auch in schlechten Marktphasen. Dafür beobachten die aktiven Manager fortlaufend die Entwicklungen an den Finanzmärkten. Sie suchen nach jenen Unternehmen, die durch ihre Marktstellung oder ihre Gewinndynamik hervorstechen und deren Aktien eine überdurchschnittliche Kursentwicklung versprechen.

„Alpha“ nennt man diesen Teil der Performance, der sich nicht allein aus der Marktbewegung, sondern aus der gezielten Aktienwahl ergibt. Je höher das Alpha, desto besser schneidet der Fonds im Vergleich zum Index ab.

Zudem haben die Manager vermögensverwaltender Fonds die Freiheit, die Aktienquote in fallenden Börsenphasen zu senken und die sichere Bargeldposition zu erhöhen. Dies war im ersten Halbjahr 2018 besonders wertvoll (und nebenbei nervenschonend für die Anleger). So erlitten Indexfonds, die den Euro Stoxx oder den Dax abbilden, Verluste zwischen drei und 4,3 Prozent (Stand: Ende Juni 2018), während viele aktive Manager ein Plus erzielen konnten.

Im Sinne einer breiten Diversifizierung des Portfolios sind Anleger sowohl mit ETFs als auch mit aktiv gemanagten Fonds gut beraten – das eine schließt das andere nicht aus.

Constanze Hintze, 53, ist Vermögensverwalterin, Buchautorin und Geschäftsführerin von Svea Kuschel + Kolleginnen und hat sich auf Finanz- und Vermögensberatung für Frauen spezialisiert. Ihre Leidenschaft gehört der Börse, neuen Wegen in der Altersvorsorge und ihrer roten Vespa.

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