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Constanze Hintze

Expertenrat – Constanze Hintze Wissen Sie, worin Sie ihr Geld anlegen?

Eine Mehrheit der Deutschen wünscht sich Transparenz bei Finanzanlageprodukten. Fondsmanager, die ihre Bücher öffnen, können vom Trend profitieren.
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Der Ruf nach mehr Transparenz wurde erstmals nach der Pleite der amerikanischen Lehman Brothers im September 2008 laut. Quelle: Imago/Westend61
Transparente Geldanlage

Der Ruf nach mehr Transparenz wurde erstmals nach der Pleite der amerikanischen Lehman Brothers im September 2008 laut.

(Foto: Imago/Westend61)

Niemand hat Lust darauf, die Katze im Sack zu kaufen. Deshalb überrascht es nicht, dass eine große Mehrheit der Deutschen sich Transparenz und Klarheit beim Kauf eines Produktes wünscht. Das gilt nicht nur für Lebensmittel, Kleidung und langlebige Konsumgüter, sondern auch für Finanzprodukte.

Der Ruf nach mehr Transparenz wurde erstmals nach der Pleite der amerikanischen Lehman Brothers im September 2008 laut. Damals verloren viele Anleger mit undurchsichtigen Zertifikaten sehr viel Geld. Heute zählen insbesondere Unternehmensbeteiligungen, Direktinvestments und Crowdfunding zum sogenannten grauen Kapitalmarkt.

Dieser unterliegt keiner wirksamen Regulierung und die Produkte sind mitunter hochkomplex. Man kann sie vor allem an Renditeversprechen erkennen, die deutlich oberhalb des allgemeinen Zinsniveaus liegen. Die Konsequenzen für den einzelnen Investor sind gravierend. Er weiß nicht, worin sein Geld investiert wird und kann die damit verbundenen Gefahren kaum einschätzen. Hier gilt: Finger weg!

Für die Vermögensanlage eignen sich daher nur solche Produkte, die zum regulierten weißen Kapitalmarkt zählen. Diese unterstehen wie auch die Berater und Institute, die diese Produkte konzipieren und anbieten, einer unabhängigen Aufsicht.

Investmentfonds sind in dieser Hinsicht empfehlenswerte Anlageprodukte: Sie werden überwacht, sind im Falle des Konkurses der Fondsgesellschaft oder Bank geschützt, Anleger profitieren von der Streuung der Vermögenswerte und die Anteile könnten börsentäglich zurückgegeben werden. Flexibler kann eine Geldanlage kaum sein.

Doch worin investiert der Fondsmanager das Geld der Anleger? Das ist leider auf den ersten Blick nicht immer gleich erkennbar. Vor allem aktiv gemanagte Fonds, die sich gern als komplette Vermögensverwaltung darstellen, verfügen mitunter über ein sehr breites Anlageuniversum und unterschiedliche Mechanismen, die Einfluss auf das Anlageergebnis und das Risiko haben.

Hier ein paar Beispiele: Jedem Anleger ist klar, dass der Fidelity Funds Global Technology Fund in Unternehmen aus dem Technologiesektor investiert und der GAM Luxury Brands Equity in Unternehmen aus dem Konsumsektor. Dass der PEH Empire weltweit ohne Beschränkung einer bestimmten Branche investiert, erschließt sich auch noch.

Aber das der Fondsmanager die Aktienquote flexibel an das Börsengeschehen anpasst, ist ein echter Zusatznutzen, der sich aus der Anlagebezeichnung allein nicht ableitet. Beinahe irreführend ist der Name DWS Vermögensbildungsfonds I. Was nach einer Rundum-sorglos-Anlage klingt, ist in Wahrheit ein wachstumsorientierter internationaler Aktienfonds.

Es ist deshalb nicht überraschend, dass seit einiger Zeit immer mehr Fondsmanager ihre Bücher öffnen. Ich bin davon überzeugt, dass diese komplett transparenten Anlagestrategien, die zu jedem Zeitpunkt vollen Einblick in das Portfolio ermöglichen, künftig eine noch größere Rolle spielen werden. Nur gut informierte Anlegerinnen und Anleger sind in der Lage, Chancen und Risiken der Geldanlage abzuwägen und erzielte Anlageergebnisse einzuordnen. 

Dem US-amerikanischen Unternehmer Warren Buffett, Großinvestor und einer der reichsten Menschen auf der Welt, wird die Aussage zugeschrieben: „Investiere nur in das, was du verstehst!“. Lassen Sie sich also beraten und nehmen Sie sich Zeit für die Anlageentscheidung. Investieren Sie nicht im Vertrauen, dass die Masse der Anleger schon richtig liegen wird, in die sogenannten Topseller. Sonst wird aus der Katze im Sack eine gefährliche Mogelpackung.

Constanze Hintze, 53, ist Vermögensverwalterin, Buchautorin und Geschäftsführerin von Svea Kuschel + Kolleginnen und hat sich auf Finanz- und Vermögensberatung für Frauen spezialisiert. Ihre Leidenschaft gehört der Börse, neuen Wegen in der Altersvorsorge und ihrer roten Vespa.

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