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Arnulf Keese
Schweden lässt Deutschland in der Digitalisierung alt aussehen. Ein Urlaubsbericht aus einem Land, wo mit Leichtigkeit das gelingt, was wir nur zerreden.

Kommentare

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  • Über Funklöcher und andere Rückstände unserer technischen Infrastruktur kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben.
    Bei Datenschutz und informationeller Selbstbestimmung geht es aber nicht nur um “das Abdecken sämtlicher Randprobleme”, sondern um ein konkurrierendes “Kernproblem”. Digitale Bezahlsysteme oder elektronische Krankenakten bieten zweifellos große Chancen, die wir nur mangelhaft nutzen. Die Transparenz, die damit verbunden sein kann, birgt aber auch erhebliche Risiken.
    Nachdem sich immer mehr westliche Demokratien Regierungen wählen, welche wenig tolerant und liberal mit Minderheiten umgehen, und gleichzeitig Begehrlichkeiten bezüglich unserer Daten entwickeln oder entwickeln können, habe ich große Bedenken; und das sind keine „corner cases“. Wenn Möglichkeiten zur Repression geschaffen werden, wird es früher oder später auch Mächtige geben, welche diese auch nutzen.
    Mein Wunsch sind schnelle Netze, möglichst überall, aber auch die Freiheit, ohne digitale Nachverfolgbarkeit mein Privatleben führen zu können. Dafür nehme ich auch die Nachteile von Bargeld in Kauf, die so groß auch wieder nicht sind.

  • Ich mag diese ganzen Errungenschaften beim besten Willen nicht herunter reden, doch es gibt viel wichtigere Dinge im Leben, in denen uns die Schweden weit voraus sind: Menschlichkeit, Fürsorge, Hilfsbereitschaft oder Toleranz.

  • Das ist ja interessant, dass hier Personen mit ganz klaren Interessen vermeitlich journalistische Texte verfassen dürfen und hier von den "eigentlichen Problemen" sprechen. Was sind denn die eigentlichen Probleme? Klar, die Netzabdeckung, die ist hier alibimäßig verwurstet worden. Der Rest kommt womöglich besonders Ihren Institutionen zugute.

  • Es mag sein, dass der Autor einen Fortschritt darin sieht, Bezahlvorgänge vollständig von elektronischer Technik abhängig zu machen, ich persönlich sehe das nicht so. Bargeld hat nach wie vor einen Freiheitscharakter, der manchen in Anbetracht einer weiteren Bequemlichkeit anscheinend bedeutungslos ist. Ich will Geld in der Hand haben und nicht auf dem Handy!

    Und wozu eine elektronische Krankenakte, wenn selbst Schüler die Daten der Regierungsmitglieder hacken können? Um bessere Diagnosen zu bekommen? Die erwarte ich mir immer noch von gut ausgebildeten Ärzten, die eine Anamnese zwar zur Kenntnis nehmen, ihr Diagnose aber auf Grund ihrer Untersuchung stellen.

    Ob eine solche Technisierung und Digitalisierung im Sinne einer freiheitlichen Gesellschaft sein kann, oder ob sich daraus nicht auch erhebliche Nachteile für Freiheit und Lebensqualität entwickeln können, darüber sollte man durchaus reden anstatt das Erörtern von Bedenken und berechtigten Einwänden im Sinne blinder Fortschrittsgläubigkeit per se schlechtzureden. Bedenkenloses Handeln hat durchaus schon öfters negative Folgen gehabt, man muss anderen auch nicht alles nachmachen, zumal wenn die jeweiligen Gegebenheiten dazu noch völlig unterschiedlich, also eigentlich nicht vergleichbar sind.

  • ... Herr Winfried Bolle schrieb:

    "Auf Deutschland läßt sich nicht alles übertragen. Wie Sie richtig festgestellt haben aht Schweden nur 10 Millionen Einwohner, wir hingegen 83 Millionen Einwohner.
    Das Land ist stelleweise Menschenleer, kann man von Deutschlan nicht behaupten."

    ... und obwohl Deutschland viel dichter besiedelt ist, haben wir riesige "funkleere" Gebiete. Da wird driingend eine deutlich bessere Infrastruktur benötigt. Warum führen Sie die menschenleeren und denoch versorgten Gebiete in Schweden an?

    ... Herr Winfried Bolle schrieb:

    "Schon einmal wurde der Fehler in den 70-igern gemacht das Projekt Wohlfahrtsstaat auf Deutschland...."

    Es geht in dem Artikel NICHT um die Übertragung des schwedischen Wohlfahrtssystems - das Wort oder ein Bezug dazu kommt in dem Artikel gar nicht vor - sondern um die nicht effiziente Nutzung von Gesundheitskarten und Bezahlsystemen.

    ... Herr Winfried Bolle schrieb:

    "Wir wäre es wenn wir uns mal um eigene Lösungen bemühen würden..."

    ... und das Rad immer wieder neu erfinden. Das ist wieder der deutsche Kleingeist - watt der Buer nüch kennt, datt fräett er nüch...

    ...Herr Wolfgang Keppler schrieb:

    "warum ist der Zugang zum Internet im Urlaub so wichtig. Ich nutze das Internet im Alltag wie selbstverständlich. Urlaub ist aber - nicht - Alltag sondern Entspannen vom Alltag."

    Sind Sie der Meinung, dass Schweden die flächendeckende Versorgung für die Urlauber aufgebaut hat?
    Bestimmt nicht - die Infrastruktur KANN(!) auch im Urlaub genutzt werden, ist aber in erster Linie für die die Einwohner konzipeirt worden.

    ...Herr Wolfgang Keppler schrieb:

    "Wenn Sie viel umziehen und den Hausarzt wechseln müssen, rate ich Ihnen..."

    Verlagerung des auffandes von der Krankenversicherung/Kartenausgeber zum Patienten.
    Meine Eltern sind weit über 80 - und nicht allein in dieser Altersklasse - und Sie möchten, das Leute in dem Alter ihre Krankenakte einscannen und per USB-Stick zum (Haus-)Arzt tragen? Koppschüttel...

  • Auf Deutschland läßt sich nicht alles übertragen. Wie Sie richtig festgestellt haben aht Schweden nur 10 Millionen Einwohner, wir hingegen 83 Millionen Einwohner.
    Das Land ist stelleweise Menschenleer, kann man von Deutschlan nicht behaupten.
    Schon einmal wurde der Fehler in den 70-igern gemacht das Projekt Wohlfahrtsstaat auf Deutschlan zu
    übertragen. Nach einigen Jahren hat man hier festgestellt das, dies auf Dauer unbezahlbar ist.
    Zu dem Zeitpunkt hatte sich Schweden bereits vom Wohlfahrtsstaat verabschiedet und wir sind später wieder
    zurückgeschwenkt.
    Wir wäre es wenn wir uns mal um eigene Lösungen bemühen würden, Anregungen dazu aus dem Ausland kann man gerne entgegennhmen.
    Mfg
    Winfreid Bolle

  • Ihre Kritik mag zwar teilweise zutreffen. Ich frage mich aber trotzdem folgendes:

    Warum ist der Zugang zum Internet im Urlaub so wichtig. Ich nutze das Internet im Alltag wie selbstverständlich. Urlaub ist aber - nicht - Alltag sondern Entspannen vom Alltag.
    Mit Kreditkarte zahlen ist auch bei uns fast überall selbstverständlich. Aber haben Sie mal mit sehr wenig Geld auskommen müssen. Dann nämlich lernen Sie das Zahlen mit Bargeld zu schätzen. Wenn Sie um etwas zu erwerben, Bargeld weggeben müssen, wird Ihnen das damit einhergehende Tauschgeschäft viel bewusster, als wenn Sie nur noch mit Buchgeld umgehen. Die Möglichkeiten des Onlinebanking können diese unmittelbare Erfahrung nicht völlig ersetzen.
    Wenn Sie viel umziehen und den Hausarzt wechseln müssen, rate ich Ihnen, alle Arztberichte, Gesundheitsdokumente (z.B. Impfpass etc. ) einzuscannen und als PDF in einem Verzeichnis auf Ihrer Festplatte abzulegen. Wenn Sie den Hausarzt wechseln, ziehen Sie das Verzeichnis auf einen USB-Stick und übergeben diesen an Ihren neuen Hausarzt.

    Noch ist Deutschland nicht verloren.

  • Hier beschäftigen sich unsere gewählten Politiker am liebsten mit sich selbst und welche Konstellation
    die nächsten Wahlen bringen.....da bleiben sinnvolle Entscheidungen in die Zukunft gerichtet auf der
    Strecke.

  • Wohin die vollständige Digitalisierung führt, sieht man in China. Dort kann man nur eine Bahnkarte gekauft werden, wenn man genug Punkte in seinem SocialScore gesammelt hat. Und Schweden marschiert in dieselbe Richtung - freiwillig. Ich zahle weiterhin soweit möglich bar, denn ich möchte nicht, das mich meine Krankenkasse anruft und den Beitrag erhöht, weil ich eine Flasche Wein gekauft habe. Wofür ich mein Geld ausgebe, geht niemanden etwas an. Die Schweden unterwerfen sich aber vollständiger sozialer Kontrolle. Auch die Steuererklärungen stehen im Netz. Deswegen ist Schweden für mich kein Vorbild, auch wenn die Innovationskultur dort in der Tat besser ist, als bei uns.

  • Liest sich lustig - ist aber leider die bittere Realität in Deutschland. Erst alles zerreden und dann sich wundern, dass andere uns voraus sind.

Mehr zu: Expertenrat – Arnulf Keese - Was wir vom Innovationsland Schweden lernen können

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