Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Tijen Onaran

Expertenrat – Tijen Onaran Bei der Gestaltung der neuen Arbeitswelt darf die Ü-45-Generation nicht vergessen werden

Bei der Diskussion über New Work geht es überwiegend um die Interessen junger Arbeitnehmer. Dabei haben ältere Mitarbeiter eine zentrale Rolle in Unternehmen.
Kommentieren
Mitglieder der verschiedenen Generationen sollten sich austauschen, meint Tijen Onaran. Quelle: dpa
Gespräch unter Mitarbeitern

Mitglieder der verschiedenen Generationen sollten sich austauschen, meint Tijen Onaran.

(Foto: dpa)

Wenn Unternehmer über die Digitalisierung und die dadurch veränderte Arbeitswelt nachdenken, merke ich immer wieder, dass vor allem die Generation Y im Fokus der Überlegungen steht. Ihre Bedürfnisse und Erwartungen prägen die Diskussion und die Maßnahmen zur Entwicklung und Gestaltung von New Work, also der neuen Arbeitswelt.

Die Erfahrungen und Wünsche anderer Generationen, vor allem die der über 45-Jährigen, werden hingegen vernachlässigt. Dabei bilden gerade ältere Mitarbeiter oftmals das Rückgrat von Unternehmen. Das Miteinbeziehen älterer Generationen, also die Age-Inclusion, ist ein zentraler Ansatzpunkt, wenn es um Diversität und digitale Teilhabe in Firmen geht. Dem sollte die Gesellschaft in Zukunft verstärkt Bedeutung beimessen.

In einer Studie zum Thema „Diversität und Digitalisierung in Unternehmen“, die wir als Global Digital Women gemeinsam mit der Europa-Universität Flensburg durchführten, haben wir eine interessante Erkenntnis gewonnen: Viele der Befragten unter 45 Jahren gaben an, dass Vorbilder für ihre Karriere nicht so entscheidend sind. Für die Studienteilnehmer über 45 Jahre nehmen Vorbilder demnach überwiegend eine wichtige Funktion ein.

Für Unternehmen bedeutet das, dass sie insbesondere älteren Arbeitnehmern die Möglichkeit verschaffen sollten, sichtbar zu sein, damit sich diese Generation nicht abgehängt oder ausgeschlossen fühlt. Vor allem, wenn es um die Förderung von Frauen im mittleren und oberen Management sowie um die Besetzung von Frauen in Führungspositionen geht, ist diese Maßnahme unverzichtbar.

Auch im Rahmen unserer Beratungstätigkeit stellen wir vermehrt fest, dass die Möglichkeit zum Ausbau von Fähigkeiten ein Schlüssel zur Age-Inclusion ist. In Gesprächen mit älteren Arbeitnehmern habe ich bereits mehrfach deren Sorge registriert, dass sie aufgrund der durch die Digitalisierung bedingten rapiden Entwicklung abgehängt werden könnten.

Gerade weil diese Generation über viele Jahre eine Menge Erfahrungen und Kenntnisse gesammelt hat, ist es im Interesse eines jeden Unternehmers, diese Mitarbeiter zu halten. Über diese Kompetenzen verfügen jüngere Mitarbeiter oftmals nicht. Deshalb spielt auch der Austausch der Generationen innerhalb eines Unternehmens eine wichtige Rolle.

Abstand der Generationen minimieren

Es gilt, den Abstand, der sich offenbar zwischen der jüngeren und der älteren Generation gebildet hat, abzubauen. Dies gelingt zum einen durch die Weitergabe und Förderung von Wissen. Dabei stellt das Upskilling, also die Schulung neuer Technologien, nur eine von vielen möglichen Maßnahmen dar, um die Inklusion älterer Mitarbeiter zu fördern. Mindestens ebenso wichtig ist die Förderung von direktem Austausch, Netzwerken und des produktiven Miteinanders innerhalb von Teams.

Wahre digitale Teilhabe kann es nur geben, wenn das Thema Diversität ernst genommen wird. Dies gelingt, indem Arbeitende aller Altersstufen gleichermaßen gefördert und inkludiert werden.

Mehr: Tijen Onaran ist überzeugt: Jeder hat einen Markenkern. Die Frage ist, was wir daraus machen.

Tijen Onaran ist Unternehmerin und Speakerin. Mit startup affairs berät sie Firmen in der PR- und Öffentlichkeitsarbeit und engagiert sich mit ihrer internationalen Initiative Global Digital Women für die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalbranche.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Expertenrat – Tijen Onaran - Bei der Gestaltung der neuen Arbeitswelt darf die Ü-45-Generation nicht vergessen werden

0 Kommentare zu "Expertenrat – Tijen Onaran : Bei der Gestaltung der neuen Arbeitswelt darf die Ü-45-Generation nicht vergessen werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.