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Tijen Onaran

Expertenrat – Tijen Onaran Das Herzstück jedes Unternehmens: die Personalabteilung

Es bestehen nur diejenigen Unternehmen im Wettbewerb, denen es gelingt, junge Talente zu gewinnen. Der Schlüssel dazu: HR 2.0.
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Onarans These: Die Personalabteilungen können die Innovationskraft eines Unternehmens stark beeinflussen. Quelle: Imago
Personaler

Onarans These: Die Personalabteilungen können die Innovationskraft eines Unternehmens stark beeinflussen.

(Foto: Imago)

Die Auswirkungen von Fachkräftemangel, Digitalisierung und konjunktureller Abkühlung werden immer deutlicher: Ich beobachte, dass immer mehr Unternehmen drohen Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Wenn sie den Mut haben, ihre Personalabteilung neu aufzustellen, kann es ihnen jedoch gelingen, ihre Konkurrenzfähigkeit zu erhalten.

Konkret bedeutet das: Unternehmen sollen aufgeschlossen gegenüber sozialen Medien sein, die Innovationsfähigkeit der eigenen Mitarbeiter generationsübergreifend erkennen, nutzen und fördern sowie vor allem das Thema Diversity ernst nehmen.

Meine These ist, dass die Personalabteilungen die Innovationskraft eines Unternehmens stark beeinflussen können. Denn dort werden das Wissen und die Kompetenz akquiriert, gefördert und auch gefordert. Die Abteilung stellt also die Zukunftsfähigkeit sicher. Ein Neuanfang in dieser Abteilung macht daher durchaus Sinn. Ein Überblick, wie dieser gestaltet werden kann.

Ohne Instagram keine High Potentials

Instagram ist für mich der am meisten unterschätzte Kanal, wenn es um Unternehmenskommunikation geht. Kaum ein anderes Medium bietet vergleichbare Reichweite und Möglichkeiten, um den Unternehmensalltag zu repräsentieren. Mit den Instagram-Stories kann ein echter Blick hinter die Kulissen gewährt werden. Botschafter von Unternehmen können sich in dem Netzwerk präsentieren und ihren eigenen Markenkern schärfen.

Ganz besonders begeistern mich immer wieder „Instagram-Takeovers“. Dabei übernehmen Markenbotschafter oder Influencer anderer Unternehmen üblicherweise für einen Tag den Instagram-Account eines Unternehmens. Keine großangelegte Kampagne kann auf eine so erfrischende Art den Alltag eines Unternehmens zeigen. Das bedeutet: echter Kontakt statt konstruierter Echtheit.

Vertrauen ist die Basis

Wer junge Talente in das eigene Unternehmen bringen will, muss Vertrauen gegenüber dieser Generation beweisen. Das heißt, dass auch Mitarbeiter ernst genommen werden, deren Expertise nicht durch eine zehnjährige Berufserfahrung gerechtfertigt ist. Innovative Ideen entstehen vor allem in einem durch Offenheit und Vertrauen geprägten Umfeld.

Als Konsequenz bedeutet das, auch die Rahmenbedingungen für Austausch und Kommunikation zu überdenken und neu aufzustellen. Muss es heute immer noch das formale Essen oder einmal im Jahr die Firmenfeier sein, bei der sich alle austauschen? Neue Formate fördern die Kommunikation zwischen den Generationen über Abteilungsgrenzen hinweg.

Dabei geht es nicht nur um die Social Media. Auch Programme wie Reverse Mentoring, bei denen Wissen zwischen den Generationen weitergegeben wird, können entscheidend sein.

Es muss drin sein, was drauf steht

Themen wie Diversity dürfen kein Label sein, das man neben entsprechende Stock-Fotos in Hochglanz-Broschüren druckt, um sich als attraktiv für die junge Generation darzustellen. Spätestens in dem Moment, in dem Bewerber das Unternehmen betreten und merken, dass die Realität dann doch noch sehr monokulturell aussieht, fällt die Fassade. Dieser Realitätsbruch ist später nicht mehr wettzumachen.

Ein anderes, aktuell gern benutztes Label ist New Work, wenngleich die damit verbundenen Aspekte nur selten ernsthaft umgesetzt werden. Kürzlich war ich beispielsweise in einem Unternehmen, das stolz behauptete, sich auf die New-Work-Reise gemacht zu haben. Der Beweis war ein offenes Großraumbüro, das die neuen flachen Hierarchien unter Beweis stellen sollte.

Das Problem war: Der Abteilungsleiter durfte nach wie vor nicht direkt angesprochen werden, sondern musste weiterhin über seine Sekretärin kontaktiert werden.

Ehrlichkeit, Haltung und Verbindlichkeit zahlen sich aus

Das zeigt: Zu einem neuen Ansatz gehören auch Werte wie Ehrlichkeit. Es ist immer besser zu sagen, was es in einem Unternehmen bereits gibt und was nicht, anstatt vermeintliche Fortschritte vorzugeben, nur weil sie gut klingen, am Ende aber doch alle alten Strukturen beibehalten werden.

Ich denke, dass gerade die neuen Medien und Kanäle wie Instagram und neue Formate wie Reverse Mentoring wichtige traditionelle Werte zum Vorschein bringen: Ehrlichkeit, Verbindlichkeit und Haltung zahlen sich genau in dem Moment aus, wenn ein Neuansatz der Personalabteilung sie zum Vorschein bringt.

Mehr: Tijen Onaran ist überzeugt: Jeder hat einen Markenkern. Die Frage ist, was wir daraus machen.

Tijen Onaran ist Unternehmerin und Speakerin. Mit startup affairs berät sie Firmen in der PR- und Öffentlichkeitsarbeit und engagiert sich mit ihrer internationalen Initiative Global Digital Women für die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalbranche.

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