Sabine Schonert-Hirzm

Expertenrat – Dr. med. Sabine Schonert-Hirz Gestresst? Eine einfache Umarmung kann Wunder wirken

Körperliche Nähe wirkt entspannend. Verantwortlich dafür ist das sogenannte „Liebes- oder Kuschelhormon“. Was es damit auf sich hat.
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Beruhigende Nähe. Quelle: dpa
Junges Pärchen

Beruhigende Nähe.

(Foto: dpa)

Manchmal tut es eine einfache Umarmung: Diese Maßnahme gehört zu meinen Favoriten, wenn es darum geht, Stress zu reduzieren. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man jemanden hat, den man wirklich gerne und herzlich umarmt und der gerne zurückumarmt.

Dass sich im beruflichen Kontext die Umarmung angesichts der #MeToo-Debatte verbietet, versteht sich von selbst. Zu empfehlen ist da eine professionelle Business-Massage. Viele Unternehmen stellen bereits im Rahmen ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements mobile Masseure an, die in den Betrieb kommen und sich dort den verspannten Schulter- Nacken- und Rückenmuskeln der Beschäftigten widmen. Positiver Nebeneffekt: tiefe Entspannung und reduzierte Stressanfälligkeit.

Grund dafür ist die Freisetzung des Gehirnbotenstoffs Oxytocin. Entdeckt wurde dieser 1906 als Auslöser der Geburtswehen, und wird in der Geburtshilfe genau zu diesem Zweck eingesetzt. Außerdem ist er für die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind verantwortlich.

Doch inzwischen hat sich Oxytocin als wahrer Götterfunken im sozialen Miteinander der Menschen entpuppt. Der Stoff wird bei angenehmer Berührung, bei Massage, bei Umarmungen, beim Sex, beim Singen oder Spielen mit anderen, aber auch beim Austausch vertrauter Blicke zwischen Herrchen und Hündchen freigesetzt. Es verstärkt das Gefühl von Nähe, Zusammengehörigkeit und Vertrauen und ist deshalb auch als „Liebes- oder Kuschelhormon“ bekannt.

Und es kann tatsächlich den Stresshormonspiegel senken und damit stressabhängigen Gesundheitsstörungen vorbeugen. Zum Beispiel senkt es erhöhten Blutdruck und soll sogar das Leben verlängern.

Kliniker wie die Ulmer Kardiologin Christiane Waller wissen sogar, dass das Herz selbst das beruhigende Oxytocin ausschütten kann. Wird Ihnen da nicht auch ganz warm ums Herz? Also demnächst lieber ein bisschen Zeit reservieren und die Familie herzlich umarmen, bevor Sie vom Abendbrottisch aufspringen, um wieder mal die Welt zu retten. Dann werden Sie Ihre Karriere auch überleben!

Dr. med. Sabine Schonert-Hirz, bekannt auch als Dr. Stress, ist Expertin für Stressmanagement, Burnoutprophylaxe und Digitale Stressbalance. Seit über 25 Jahren hält sie Vorträge und trainiert Führungskräfte internationaler Unternehmen. Sie ist außerdem Buchautorin und TV-Moderatorin.

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