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Inside RWE Großmanns leere Drohung

Eine Kürzung der Dividende könnte die Aktie des Versorgers unter Druck bringen. Sie eignet sich daher kaum als Druckmittel gegenüber der Politik.
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Markus Hennes ist Unternehmensanalyst. Quelle: Pablo Castagnola

Markus Hennes ist Unternehmensanalyst.

(Foto: Pablo Castagnola)

Der Zorn Jürgen Großmanns auf die Bundesregierung ist verständlich. Die geplante Steuer auf Kernbrennstoffe wird die Ertragskraft der Energieversorger empfindlich schmälern. Der Chef des Essener RWE-Konzerns beziffert die jährlichen Belastungen für sein Unternehmen auf eine Milliarde Euro. Ein klarer Nachteil gegenüber den Wettbewerbern im übrigen Europa, wo es eine solche Zwangsabgabe nicht gibt.

In einer Trotzreaktion hat Großmann die bisherige Dividendenpolitik von RWE infrage gestellt: Wegen der geplanten Brennelementesteuer und der nicht entschiedenen Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke müsse der Konzern die mittelfristigen Gewinnziele überprüfen. Dabei hatte Großmann seinen Aktionären erst im Februar versprochen, dass RWE bis einschließlich 2013 regelmäßig 50 bis 60 Prozent des um Sonderfaktoren bereinigten Nettogewinns ausschütten wolle und die Dividende bis dahin mindestens stabil bleiben werde.

Im Moment zählt die RWE-Aktie noch zu den Anteilsscheinen mit der höchsten Dividendenrendite im Deutschen Aktienindex Dax. 3,50 Euro je Anteilsschein schüttete der Konzern für das Geschäftsjahr 2009 aus. Beim aktuellen Kurs von knapp 54 Euro ergibt das eine Dividendenrendite von 6,5 Prozent. Das entspricht etwa der dreifachen Verzinsung einer zehnjährigen Bundesanleihe.

Großmann weiß, dass die meisten Anleger Versorgeraktien nur wegen der hohen Dividende kaufen. Sollte er die Dividende kürzen, fiele dieses Argument weg. Doch schon jetzt schneidet RWE im Vergleich zu den übrigen deutschen Blue Chips schlecht ab. Seit Mitte April verlor die Aktie 20 Prozent, relativ zum Dax büßte sie 25 Prozent ein.

Grob gerechnet entspricht die Belastung durch die Brennelementesteuer etwa der Hälfte der Ausschüttungssumme für das Geschäftsjahr 2009. Sollte Großmann ernst machen und die Dividende entsprechend kürzen, würde der RWE-Kurs noch weiter in die Knie gehen. Auch die Gefahr einer feindlichen Übernahme wächst. Will Großmann das?

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