Inside SES Erträge in stabiler Umlaufbahn

HDTV katapultiert Europas größten Satellitenkonzern in eine goldene Zukunft.
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Hans-Peter Siebenhaar ist Medienredakteur. Quelle: Handelsblatt

Hans-Peter Siebenhaar ist Medienredakteur.

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In der früheren Residenz der großherzoglichen Familie von Luxemburg hält heute Romain Bausch Hof. Der zurückhaltende Unternehmenslenker herrscht im malerischen Schloss Betzdorf über die größte Satellitenflotte in Europa. Sorgen kennt der Präsident derzeit nicht. Völlig entspannt betrachtet er den ruinösen Preiskampf zwischen Kabelnetzbetreibern und Telekommunikationsunternehmen. Denn SES Global, in Deutschland unter der Marke Astra bekannt, geht es glänzend. Die Erlöse stiegen in den ersten neun Monaten um knapp sieben Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um über sechs Prozent auf 962 Mio. Euro. Der Betriebsgewinn erhöhte sich sogar um annähernd acht Prozent auf 592 Mio. Euro.

Der Luxemburger Konzern profitiert vom Boom mit dem hochauflösenden Fernsehen (HDTV). Denn um gestochen scharfe Bilder in die Wohnzimmer liefern zu können, brauchen die Fernsehsender mehr Bandbreite auf den Satelliten. Und mehr Daten kosten auch mehr Geld.

So verzeichnet das Tochterunternehmen SES Astra ein stürmisches Wachstum. Der Satellitenbetreiber hat mittlerweile 163 HD-Kanäle unter Vertrag. Zum Vergleich: Ende Juni waren es lediglich 135 hochauflösende Programme. Unternehmensinsider gehen davon aus, dass die hohe Nachfrage der Sender anhält. Von mehr als 200 HD-Sendern bis Ende des Jahres ist die Rede.

Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin diskutierte die Branche zuletzt über das dreidimensionale Fernsehen. Anfang Oktober hat der Bezahlsender Sky den ersten 3-D-Kanal in Deutschland gestartet. Noch gibt es zu wenig Inhalte und zu wenig Geräte im Markt. Bis 2015 prognostizieren die Marktforscher der GfK europaweit 25 Millionen 3-D-Haushalte. Daran wird SES künftig verdienen. Denn für die Übertragung von dreidimensionalen Bildern sind zusätzliche Kapazitäten notwendig, die 15 bis 20 Prozent über denen von HD liegen. Kein Wunder, dass die Luxemburger für die Einführung des dreidimensionalen Fernsehens in Europa laut trommeln.

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