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Internet-Videoportal YouTube: Rettung aus Hollywood

Die Internet-Videosite YouTube von Google zieht enorm viele Besucher an - und verursacht beträchtliche Kosten. Einnahmen sind dagegen Mangelware. Kinofilme sollen von den Nutzern jetzt bezahlt werden. Die Konkurrenz dafür ist aber groß.
  • Robert Cyran (breakingviews.com)
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Google bringt YouTube nach Hollywood. Das Filmgeschäft könnte dabei helfen, das größte Problem der Internet-Videosite des Suchmaschinengiganten anzupacken: YouTube macht Verluste. Sicher, die Website zieht enorm viele Besucher an. Aber es kostet echtes Geld, die Serverfarmen einzurichten und zu betreiben, die es jedem überall auf der Welt ermöglichen, per Mausklick etwa dieser bewundernswerten Katze beim Klavierspielen zuzusehen. Und Anzeigeneinnahmen waren bisher Mangelware.

Das Problem wird durch die zunehmende Beliebtheit der Site in ärmeren Ländern verschärft, wo sich die Hoffnungen, wachsende Kosten durch Werbeeinnahmen wieder hereinzuholen, wohl kaum erfüllen dürften. YouTube will sich daher auf einen anderen Ansatz verlegen: Angedacht ist, auf der Site - gegen Gebühr - Kinofilme zu veröffentlichen, sobald diese auf DVD einem breiten Publikum zugänglich sind, oder möglicherweise sogar schon vorher.

Das würde zwar die dringend benötigten Einnahmen schaffen, doch die Verluste von YouTube dürften sich damit wahrscheinlich nicht stoppen lassen. Das Problem ist, dass den Nutzern bereits eine Menge anderer Optionen zur Verfügung steht.

Konkurrierende Websites wie Netflix bieten Abonnenten, die eine Monatsgebühr zahlen, bereits viele Kinofilme kostenlos an. In den USA strahlen Kabel- und Telekomunternehmen Videos auf Abruf zum selben Preis von 3,99 Dollar pro Film aus, über den angeblich auch YouTube nachdenkt. Und Redbox mit seinen DVD-Mietgeräten zu einem Dollar pro Abend ist für die Kunden die billigere Alternative, die die Energie aufbringen können, sich vom Sofa zu erheben.

Darüber hinaus haben schon die Internet-Auftritte der Zeitungen gezeigt, dass es schwierig ist, die Nutzer davon zu überzeugen, plötzlich für Inhalte zahlen zu müssen, die lange Zeit gratis zu haben waren. Zudem gilt YouTube allgemein als eine Anlaufstelle, um sich unterhaltsame Kurzvideos und keine langen Kinofilme anzusehen, auch wenn sich diese Auffassung durch das Angebot irgendeiner Art von exklusivem Fenster auf angesagte Filme ändern könnte.

Doch die Filmstudios werden auf der Hut sein, Google zu viel Exklusivität zukommen zu lassen. Es wäre nicht in ihrem Sinne, es der Firma zu ermöglichen, ihre Dominanz im Suchgeschäft zu duplizieren - eine Vormachtstellung, die den enormen Cash Flow hervorbringt, der Verlust bringende Eskapaden wie YouTube antreibt.

Die Studios werden also YouTube einerseits dazu ermutigen, ihre Erzeugnisse anzubieten. Doch andererseits werden sie wohl gleichzeitig versuchen, dafür zu sorgen, dass das Unternehmen nicht aus der Reihe tanzt, indem sie die Filmrechte breit gestreut und ohne Exklusivitätsansprüche lizensieren. Damit hat Google zwar etwas zu verkaufen, ein sicherer Weg, um aus YouTube ein rentables Geschäft zu machen, ist dies allerdings noch lange nicht.

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