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KKR-Vorkaufsrecht High Fidelity?

KKR wird den Fidelity-Kunden in Zukunft bei Neuemissionen ein Vorkaufsrecht einräumen. Auf den ersten Blick erscheint der Deal clever, allerdings hat er für den US-Investmentfondsgiganten so seine Risiken.
  • Lauren Silva Laughlin (breakingviews.com)
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Kohlberg Kravis Roberts? Deal, Aktien aus Börsengängen in Zukunft über Fidelity zu verkaufen, erscheint clever - zumindest aus der Sicht von KKR. Das Beteiligungsunternehmen wird den Kunden des US-Investmentfonds- und Wertpapierhandelsgiganten ein Vorkaufsrecht auf die Aktien seiner Portfoliounternehmen gewähren. Zusätzlich wird KKR die Aktien auch Fidelitys institutionellen Kunden anbieten.

Die zusätzlichen Anleger dürften dem Buyout-Shop helfen, sein Konsortialgeschäft auszubauen. Für Fidelity allerdings ist das Geschäft nicht ohne Risiko. Der Ruf der Investmentgesellschaft könnte Schaden nehmen, wenn die KKR-Beteiligungen sich als Flops erweisen.

KKR versucht schon seit geraumer Zeit sein Geschäftsmodell über das reine Beteiligungsgeschäft hinaus zu diversifizieren. Und der Deal eröffnet Fidelity die Möglichkeit, seinen Kunden Zugang zu begehrten Beteiligungen zu verschaffen, die sonst für private Anleger kaum erreichbar sind.

Aber Fidelity wird einige der Anteile mit ernsthaften Warnhinweisen versehen müssen. Die Beteiligungsboutiquen haben ihre Portfoliounternehmen während des Booms hemmungslos fremdfinanziert. KKR besitzt zwar einige gesunde antizyklische Unternehmen, wie zum Beispiel Dollar General, hat aber auch einige problematische LBO-Eier im Korb, wie First Data.

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass KKR in nächster Zeit angeschlagene Portfoliounternehmen an den Markt bringen will, aber auch auf den ersten Blick leistungsfähige Unternehmen könnten sich als riskante Investments herausstellen. Es gibt an der Börse noch keine Erfahrungen mit der Rückkehr von Buyouts aus dem letzten Schuldenzyklus.

Private Anleger dürfen wohl auf große Preissprünge am ersten Handelstag hoffen, aber nur wenige Investoren sind stark genug, solche Kursbewegungen auszureiten. Und wenn der Kurs anschließend einbricht, könnte Fidelitys Reputation in Gefahr geraten. Auch wenn Fidelitys Geschäftsmodell im Wertpapierhandel das Schwergewicht auf das beratungsarme Discount-Brokerage legt, bei dem die Investoren die Verantwortung für ihre schlechten Entscheidungen alleine tragen müssen, könnten Anleger dem Unternehmen vorwerfen, sie nicht vor zweifelhaften Geschäften gewarnt zu haben.

Da Fidelity zugestimmt hat, mit keinem anderen Beteiligungsunternehmen zusammenzuarbeiten, muss das Investmenthaus sich auf die Qualität des KKR-Portfolios verlassen. Bleibt Fidelity in eigenem und im Kundeninteresse also nur zu hoffen, dass KKR mehr Gewinner als Verlierer in der Pipeline hat.

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