Der Ver(un)sicherer China ist auch keine Hilfe

Die Deutschen werden immer älter – und es gibt auch immer weniger Junge. Die Demographie sorgt für ein Dilemma in der Altersvorsorge, sowohl bei staatlicher wie privater Rente. Gibt es einen Ausweg?
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Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Wir haben in Deutschland ein demographisches Problem. Klar ist, dass unsere Gesellschaft im Schnitt immer älter wird. das hat Auswirkungen. In dem Umlagesystem der staatlichen Rente sind immer weniger Menschen aktiv in Lohn und Brot. Und diese Wenigen müssen dann immer mehr ältere Mitbürger finanzieren. Da müssen dann entweder die Aktiven auf Geld verzichten, oder aber die Älteren bekommen weniger Rente.

In dieser Situation klingt doch die Kapitaldeckung der privaten Altersvorsorge, in der jeder seine persönliche Rente selbst anspart, nach einer pfiffigen Lösung: Diejenigen, die später im Alter weniger Rente befürchten, legen heute das Geld an und bekommen dann durch Zinsen eine Zusatzrente.

Dann ist das mit der niedrigeren Rente durch das Umlagesystem auch nicht mehr so schlimm und die zukünftigen Generationen müssen keine übermäßigen Abzüge befürchten.

Aber ist das so einfach? Leider nicht. Bei der Kapitaldeckung privater Vorsorge ist der vermeintliche Kniff ja gerade, dass die Rentenzahlungen aus dem Umlagesystem durch Zinszahlung aus der Kapitaldeckung ersetzt werden sollen. Während bei der Umlage die zukünftig Aktiven geschröpft werden, wäre dies bei den Zinszahlungen ja nicht der Fall – so der Volksglaube.

Stimmt das wirklich? Und wer zahlt dann die Zinsen? Die Zinserträge sind ja kein virtuelles Geld. Sie müssen irgendwie aus der Realwirtschaft abgezwackt werden, wenn sie als echte Rentenzahlungen dann auch verbraucht werden sollen.

Irgendjemand muss also im echten Wirtschaftsleben Erträge, Gewinne als Zinszahlungen an die Rentner überweisen (dann meist über den Umweg einer Bank oder Versicherung).

Zukünftig steht dieses Geld dadurch aber der Realwirtschaft nicht mehr zur Verfügung. Das führt zum Beispiel zu niedrigeren Löhnen für die dann aktiv Erwerbstätigen. Oder aber es finden weniger Investitionen statt und es gibt weniger Arbeitsplätze. Auf jeden Fall fehlt das Geld im normalen Wirtschaftsleben. Die zukünftige Realwirtschaft wird durch die Zinszahlungen belastet. So funktioniert das Kapitaldeckungsverfahren.

Es ist also ein Dilemma: Im Umlageverfahren der staatlichen Rente müssen die Aktiven zukünftig mehr Geld an die dann Alten überweisen und im Kapitaldeckungsverfahren der privaten Vorsorge müssen die Aktiven zukünftig eine um die Zinszahlungen an die Alten geschwächte Realwirtschaft ertragen.

Was also tun?

Kampf um die Altersvorsorge
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13 Kommentare zu "Der Ver(un)sicherer: China ist auch keine Hilfe"

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  • c) Ist –weltweit betrachtet – aufgrund der immer noch wachsenden Weltbevölkerung wohl ten-denziell weiterhin mit einem Wachstum der Weltwirtschaft zu rechnen. Wesentliche Wachs-tumsmotoren sind jedoch mit Sicherheit nicht hier in Deutschland oder Europa zu finden sondern eher in aufstrebenden Schwellenländern mit wirtschaftlichem Nachholbedarf. Seinen persönlichen Anteil am dortigen Wachstum, der die hierzulande zu erwartende Stagnation ausgleichen könnte, kann man sich jedoch (siehe Punkt c) nur über Kapitaleinkünfte, also Zinsen oder Unternehmensgewinne sichern.
    d) Beschränken sich die wesentlichen Einkünfte der meisten deutschen auf Lohneinkünfte, oder im Fall eines Rentners/Pensionärs aus seiner Pension/Rente sowie den in Deutschland präfe-rierten Zinseinkünften. Aufgrund der Zinsflaute dürfte bei letzteren jedoch auf absehbare Zeit kein wesentliches bzw. kein real gleich bleibendes Einkommen erzielt werden können; aufgrund des demographischen Wandels kann dies wohl für Pensions- und Renteneinkünfte ebenso ausgeschlossen werden wie für die Gesamtheit des deutschen Volkseinkommens (inkl. Unternehmensgewinne). Was in Deutschland jedoch bei weitem unterrepräsentiert ist, ist die Beteiligung an der Wirtschaft (Aktien), welche immer noch gute Dividenden bringen – und nebenbei noch Mitspracherechte im Unternehmen beinhalten. Leider befindet sich jedoch der Großteil der deutschen Unternehmen mehrheitlich in ausländischer (angelsächsischer Hand), was bedeutet dass nicht nur die Unternehmensgewinne (+ Steuern) ins Ausland wandern sondern auch die Unternehmensführung oftmals wesentlichen Einflüssen/Interessen aus dem Ausland unterworfen ist (z.B. Standortverlegungen, Schließungen, steuerliche Gestaltungen a la Luxemburg/Caymen Islands/Bahamas usw). Durch eine stärkere Umschichtung des Volksvermögens ins (eigene) Produktivvermögen ließen sich hier somit mehrere Aspekte zum volkswirtschaftlichen Gemeinwohl bewegen.

  • Sehr geehrter Herr Kleinlein,
    prinzipiell liegen Sie mit Ihrer Analyse schon richtig. Letzten Endes handelt es sich immer um eine Umverteilung von aktueller Wirtschaftsleistung – egal ob in Form von Zinsen, Dividenden oder auch in Form von Löhnen bzw. Rentenversicherungsbeiträgen/Steuerzahlungen. Jedoch gibt es doch einige große Punkte, die für eine Stärkung der privaten, kapitalgedeckten Altersvorsorge sprechen.
    a) Verschiebt sich langfristig, wie bereits von einigen Vorkommentatoren angemerkt wurde, das volkswirtschaftliche Einkommen leider meist Einseitig zu Gunsten von Unternehmens-/Kapitalgewinnen und zu Lasten von Lohneinkommen. Diese Situation ist übrigens nicht neu, was auch schon von Karl Marx bemerkt und kritisiert wurde (siehe Volkseigene Betriebe der DDR). Eine Streuung des Einkommens auch auf die Seite der Kapitalgewinne hin ist also hier langfristig ein guter Garant für eine bessere Aufteilung des gesamten volkswirtschaftlichen Einkommens und Vermögens.
    b) Lässt sich mit Kapitaleinkünften das Einkommen nicht nur lokal bzw. national streuen, wie dies bei Lohneinkommen der Fall ist. Eine schwere Wirtschaftskrise oder aber der bevorstehende Demographische Wandel könnte hierzulande für größere Verwerfungen und insgesamt zu deutlichen Einbußen beim gesamten Volkswirtschaftlichen Einkommen führen. Über entsprechende Kapitalanlagen ist wie richtig bemerkt wurde ein Abschöpfen von Einkommen aus anderen Wirtschaftsräumen, wie dies z.B. die USA seit Jahrzehnten erfolgreich betreiben, ebenso möglich wie eine damit einhergehende Risikostreuung (Diversifikation) der Einkommensströme für den einzelnen oder auch die gesamte Volkswirtschaft.

  • Hallo Herr Kleinlein,
    ich gebe zu, dass ich mit dem amackenroth-Theorem schon immer Problemehatte.
    Denn Zinsen entstehen zum Großteil aus dem erwirtschaftetem Mehrwert im Anlagezeitraum.
    Wenn ich ein Haus finanziere und vermiete erwirtschaftet der Mieter einen Großteil der fälligen Zinszahlungen,,dafür nutzt er ja das Haus. Zwar zahle ich auch selbst zu,mdoch dafür gehört mir die Hütte auch irgendwann schuldenfrei.
    Ziehe ich dagegen selbstbein, spare ich die Miete und ersetze sie durch den Mix Zins plus Tilgung und diejenigen, die mir das Geld leihen, verdienen an den Zinsen.
    Ist also lles gut kalkuliert und nicht zu teuer erworben oder finanziert, rechnetnsichndas für alle Seiten.
    Zinsen belasten also eine Wirtschaft nur dann, wenn sie dem Konsum dienen
    Ein Unternehmer, der Projekte finanziert und sich dafür Geld leiht, tut dies, so,er gute kalkuliert ebenfalls nicht zu seinem Schaden, denn er verdient an dem Projekt.
    Ist er ein schlechter Unternehmer scheidet er bald aus dem Markt.
    Pensionskassen legen ihre Geldeingänge ja auch weltweit an und erwirtschaften so einen Mehrwert, der zukünftig bei Auszahlung der Renten wieder aushezahlt wird.
    Das Geld der Renter arbeitet also und bei Auszahlung fließt es ebenfalls wieder in den Geldkreislauf.
    Daher kann ich Ihnen ausnahmsweise nicht so recht zustimmen.
    doc es mag auch sein, dass ich den guten alten Mackenroth nicht so richtig kapiert habe.

  • Herr Ro Stu@
    Endlich noch jemand, der den Blödsinn "demographisches Problem"erkennt. Das Land ist überbevölkert und jeder Mensch weniger ist ein Erfolg.

  • @ Frau Helga Trauen
    "so sozialistisch"
    Wieso sozialistisch? Was ist an der Umverteilung von Unten nach Oben sozialistisch? Sozialistisch wäre es, wenn die Bürger nicht nur die Verluste der Banken sondern auch deren Gewinne bekommen würden!
    Davon sind wir aber weit weg.

    " Es geht nur um Steuererhöhungen, Umverteilung."
    Die Steuern für Vermögende wurden doch permanent gesenkt!
    - Kapitalertragssteuer nur 25%, vorher Steuersatz
    - Erbschaftssteuer für Millionäre extem niedrig im weltweiten vergleich
    -Spitzensteuersatz mehrfach gesenkt
    -Vermögenssteuer abgeschafft,

    ALL DIES ZAHLEN NUN DIE BÜRGER ÜBER ABGABEN, ZUSATZSTEUERN!

    Übrigens, die zufriedensten Menschen Europas leben in Dänemark, Schweden, Norwegen - den Ländern mit den höchsten persönlcihen Steuersätzen, der größten Umverteilung!

    " Immer schön von den Fleißigen nehmen"
    Die Fleissigen sind nicht die Reichen! Mit Arbeit lässt sich in Deutschland kein geld verdienen

    "Das größte Problem ist Deutschland ist die Dummheit."
    Das mit der Dummheit ist eben unserem Bildungssystem geschuldet - jeder Kleinstaat kocht sein eigenes Süppchen. Das Ergebnis ist ein Desaster. Viele Schüler können nach 10 Schuljahren nicht richtig lesen und schreiben.

    Aber das ist auch nicht ganz unabsichtlich.
    Über dumme Menschen kann man leichter herrschen, als über ein gebildetes Volk!

    Für vermögende gibt es Privatschulen, und der Rest soll nur arbeiten und kaufen - nicht nachdenen.

  • @Meisenkaiser
    Ja, so sozialistisch verkommen ist Deutschland mittlerweile: Es geht nur um Steuererhöhungen, Umverteilung. Immer schön von den Fleißigen nehmen. Wie sehr mich das ankotzt.

    Das größte Problem ist Deutschland ist die Dummheit. Ingenieure haben einen guten Job.

  • Der Autor geht fehl in der Annahme, wir hätten ein demographisches Problem. Es ist doch 1. kein Naturgesetz, daß der am dichtesten besiedelte Fleck auf dem Planeten unbedingt 83 Mio. Esser beherbergen muß. Seine Blütezeit hatte D als gerade nicht so viele "Verbraucher" sich hier tummelten.... und da war die Fläche noch ein viertel größer. 2. wird die Rationalisierung unbeachtet gelassen: die menschliche Arbeitskraft wird aus dem Arbeitsprozess wegrationalisiert. Es sind also immer weniger Leute notwendig, um die für alle erforderlichen Waren herzustellen oder Dienste zu erbringen. Bereits jetzt schon sind nur 20% wertschöpfend tätig. Alle anderen partizipieren nur daran.

    3. wird sich das angebliche Problem der Überalterung in wenigen Jahren auf rein biologische Weise von selbst erledigen. Auf Nachkommen sollte verzichtet werden. Der überwiegende Teil der heute und künftig Geborenen wird nie im Leben eine wertschöpfende Arbeit ausüben. Diese müssen zusätzlich zu den Alten, Kranken und Ämterinsaasen alimentiert werden. Es ist auch nichts daran auszusetzen, daß betonierter Raum wieder an die Natur zurückgegeben wird.

  • Und die staatlichen Riesterzuschüsse gehen kpl. für die Provisionen der Versicherungskonzerne drauf!

  • Sind die Migranten wirklich das Problem? Auch sie werden genauso abgezockt wie die Deutschen. Die ganze Zuwanderung hat doich für Konservative nur das Ziel, die Löhne zu drücken!
    60% der Deutschen haben kein nennenswertes Vermögen. 10% der Deutschen haben 80%! Und, im Gegensatz zu Uk, oder USA und fast aller entwickleten Industriestaaten zahlen sie darauf kaum Steuern! Keine Vermögenssteuern, kaum noch Erbschaftssteuern.

    DORT LIEGT DAS PROBLEM!

    Und das Probolem besteht seit Jahren, nicht erst seit den neuen Asylantenzuströmen nach Europa!

  • Fazit: Es gibt doch kein Perpetum Mobile. Da haben wir uns von den Politikern doch ziemlich an der Nase herumführen lassen.

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