Der Ver(un)sicherer Die Lebensversicherer vor dem Abstieg

Fußballvereine darf jeder kritisieren, auch ohne Trainerdiplom. Bei den Versicherern ist das anders. Aus ihrer Sicht müssen Kritiker bessere Alternativen bieten, wenn sie Missstände beschreiben.
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Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Axel Kleinlein gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Er ist Vorsitzender des Vorstandes beim Bund der Versicherten.

Die eine Hälfte der Hamburger Sportfans hat es derzeit schwer. Der HSV ist ja auf dem direkten Weg in die zweite Bundesliga. Vielleicht schafft es der Traditionsverein noch auf den Relegationsplatz. Dann kann es sogar zum Duell gegen den anderen Hamburger Verein, St. Pauli kommen. Kein Wunder, dass derzeit viele Kommentatoren, Kritiker und HSV-Fans die Arbeit des bisherigen Trainers van Marwijk heftig kritisierten.

Van Marwijk und die Mannschaft mussten viel einstecken. Sie mussten sich viel herbe Kritik und Beschimpfungen anhören. Die Fans waren bitter enttäuscht. Jetzt darf Slomka (Mirko, nicht Marietta) versuchen, die Kritiker zu beruhigen.

Dabei sind die Kritiker selbstverständlich meist selbst keine Trainer, geschweige denn Profispieler. Die Kritiker erlauben sich Kritik zu üben, einfach nur aus der Tatsache heraus, dass sie sich für den Verein interessieren, dass sie Fans sind oder aber zukünftig Aktionäre des Profivereins.

Das ist schon ein seltsames Phänomen, dass die Kritiker es wagen Kritik zu üben, ohne es selbst persönlich besser machen zu können! Und derartige Kritik gibt es auch in ganz anderen Sparten! Und meist wird von den hochgerühmten Kritikern nicht erwartet, dass sie es besser könnten, egal ob bei Literaturkritikern (selbst Marcel Reich-Ranicki hat sich nicht als Prosaschaffer profiliert), Kinokritikern (es gibt keinen einzigen Film von „Kino-Knut-Elstermann“) oder bei Küchenkritikern (Wolfram Siebeck hatte nie ein eigenes Restaurant). Und genauso auch beim Fußball, wo keiner erwarten würde, dass der erboste HSV-Fan auf dem Platz jetzt als Stürmer das Ruder rumreißen könnte.

Nach Ansicht der Versicherungswirtschaft gibt es aber eine Ausnahme: Verbraucherschützer, die die Versicherer kritisieren. Die sollen gefälligst nur dann kritisieren, wenn sie die Produktentwicklung besser können. Das lese ich regelmäßig als Kommentare auf meine Kolumne (Danke zum Beispiel an Helge H. von letzter Woche) oder es wird mir auf einer Podiumsdiskussion vorgeworfen, ganz im Stile von: „Herr Kleinlein, wenn Sie immer so viel zu kritisieren haben, dann sagen Sie doch, wie man die Produkte besser machen kann!“

Das kann ich nicht. Ich kann keine Antwort darauf geben, wie man kapitalgedeckt Altersvorsorge vernünftig organisieren kann. Ich kann aber auf einige Punkte hinweisen, warum es mit den vorliegenden Angeboten nicht richtig klappt. Ich kann auch auf Ungereimtheiten und Widersprüche in den Angeboten hinweisen oder herausarbeiten, wo die Kunden mittels Intransparenz in die Irre geführt werden.

Wer verlangt, dass der Kritiker auch gleichzeitig eine Lösung präsentiert und es „besser“ können muss, der hat nicht verstanden, welche Aufgabe Kritik hat. Wer verlangt, dass der Verbraucherschutz das repariert, was die Branche verbockt hat, der hat auch nicht verstanden, dass Verbraucherschutz eben keine Produktentwicklung ist.

Die Branche soll beweise, dass sie es kann
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13 Kommentare zu "Der Ver(un)sicherer: Die Lebensversicherer vor dem Abstieg"

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  • Das ist wirklich unsäglicher Unsinn. § 89 VAG ist eine Spezialregelung zum allgemeinen Insolvenzrecht. In der Privatwirtschaft gibt es grds. immer insolvenzrechtliche Regelungen. § 89 VAG verhindert im Unterschied zum allg. Insolvenzrecht aus guten Gründen einen Run on the bank (first com first serve) und schafft Zeit für Regelungen, die eine Gleichbehandlung aller Kunden ermöglichen. Gleichzeitig bleibt der Versicherungsschutz erhalten. Es ist eine seit 100 Jahren geltende Regelung, die allein dem Schutz der Versicherteninteressen dient. Ich empfehle einfach mal juristische Kommentare zum Sinn und Zweck der Vorschrift statt unnütze Panik zu schüren.

    Auf § 89 VAG weisen gerne Leute hin, die Kunden verleiten wollen, ihre Verträge zu kündigen, um statt dessen bei ihnen, etwa Kaliber der Pleiteunternehmen S&K oder Infinus AG zu investieren und dort ihr Geld tatsächlich zu verlieren. Die restliche Ausführungen sind lächerliche Verschwörungsphantasien. Ich unterstelle mal, dass „Anleihespezialist“ bezahlt wird von dem unseriösen Teil der Lebensversicherungsaufkäufer, über die BILD kürzlich berichtet hat: Lebensversicherung weg, Aufkäufer weg, Geld weg.

  • "VAG und den § 89 aufklären"

    Guter Vorschlag!

  • "Die Versicherungswirtschaft zockt mit ihren Altersvorsorgeprodukten die Massen ab, dass sich die Balken biegen. "

    Finde ich auch.
    Jede Bank erteilt in regelmäßigen Abständen eine Kontoabrechnung, aus der hervorgeht, was hinzu gekommen ist und was wegen was abgezogen wurde. Nicht so die Versicherungen unter der Aufsicht der BaFin.

    Weshalb misst die Finanzaufsicht mit unterschiedlichem Maß, ohne dass der Verdacht des Lobbyismus in die Waagschale geworfen wird?

  • Für mich ist Alex Kleinlein ein absoluter Held, weil er schonungslos ausbricht, was keiner hören will. Die Versicherungswirtschaft zockt mir ihren Altersvorsorgeprodukten die Massen ab, dass sich die Balken biegen. Wenn die Masse der Menschen wüsste, wie sie für dumm verkauft wird, dann gäbe es wahrscheinlich eine Revolution. Ich selbst bin mittlerweile vollkommen desillusioniert was Lebensversicherungen, Riesterprodukte und fondsgebunden Rentenversicherungen anbelangt. Ich kann allen Menschen nur raten, macht einen weiten Bogen um diese vollkommen überteuerten Produkte und kauft günstige ETF`s für eure Altersvorsorge wenns unbedingt sein muss. Diese sind tausendmal billiger, tausendmal flexibler und tausendmal transparenter als die Abzockprodukte der großen Kaufmannskanzleien. Der "Altersvorsorgelemming" speist mit seinen Prämien zum großen Teil die eigenen Trust im Hintergrund der Versicherungswirtschaft. Die Masse wird mit Mickymauszinsen abgespeist und die Strippenzieher (Treuhänder) im Hintergrund der Kaufmannskanzleien maschieren meiner Meinung und im globalen Kontext betrachtet mit wahrscheinlich immer noch mit 10% internen Zinssatz dahin. 70 Millionen Menschen überweisen alleine der Allianz Cash für viele Risiken, die meist gar nicht vorhanden sind bzw. keine Sinn machen(Stichwort: Finanzengineering und Cashcowforschung und -entwicklung). Und das die größte Kaufmannskanzlei (die Allianz) der Welt in der Hauptstadt der Bewegung steht, von der die größte Kapitalvernichtung in der Geschichte der Menschheit ausging, ist für mich kein Wunder! Aber so ist das System nun mal, aber zum Glück bin ich nicht mehr Teil davon. Meine Cash geht mittlerweile wieder in Pizza Salami, Käsespezl, Schweinebraten, Helle (Bier), Urlaub, Skifahren, Homeentertainment und in wenn ich Lust dazu habe in Nichtstun!

  • Normalerweise beginnt kein Fussballkritiker seinen Verriss regelmässig mit "Ich als Versicherungsmathematiker, äh sorry, Trainer/Profispieler...". Und schon gar nicht, wenn er seinen Trainerschein/Spielzulassung nie bekommen hat. Das könnte das Unverständnis auf einer Seiter der vergangenen Diskussionen zumindest teilweise erklären.

  • Lieber Herr Kleinlein,

    sSie sollten mal lieber die Leser über das VAG und den § 89 aufklären. Es ist wie bei den Banken, wenn alle Kunden nun Ihre Verträge kündigen würden, dann wären die Guthaben/Rückkaufswert nicht mehr in voller Höhe auszahlbar. Im Jahr 2013 war bis zum Juni der höchste Rückkaufswert aller Zeiten in der Versicherungsbranche durch vorzeitige Vertragsauflösungen erreicht worden. Wenn man dazu noch bedenkt, dass Direktversicherungen + Rürup keine Rückkaufswerte anbieten darf. Sie sollten mal liebe auch die Leser über die massiven Schrottanleihen informieren, die deutsche Versicherer halten und bzw. über eine Bundesbehörde mit Sitz in Düsseldorf, die die Versicherer verpflichtet solchen Schrott zu kaufen, da diese ja angeblich so sicher sind. Bei den deutschen Versicherern ist inzwischen eine Deckungslüge von ca. 89 Milliarden im Sicherungsstock entstanden. Moody`s hat darüber informiert, aber in den deutschen Medien kommt ja nichts an von diesen Informationen. Wer über diese brisanten Daten Informationen heraus gibt, hat schnell eine dubiose Anzeige der Versicherer am Hals und die Polizei im Haus + Staatsanwalt im Haus. Lieber Herr Kleinlein, Sie sollten sich mal mit Polizisten oder Staatsanwälten unterhalten, dass seit Beginn der Finanzkrise verstärkt dubiose Anzeigen von Versicherungen + Banken gegen Mitarbeiter oder Ehemalige Mitarbeiter getätigt werden, um diese unter Druck zu setzten. In den Systemmedien darf darüber auch nicht berichtet werden.

  • Lieber Herr Kleinlein,

    sSie sollten mal lieber die Leser über das VAG und den § 89 aufklären. Es ist wie bei den Banken, wenn alle Kunden nun Ihre Verträge kündigen würden, dann wären die Guthaben/Rückkaufswert nicht mehr in voller Höhe auszahlbar. Im Jahr 2013 war bis zum Juni der höchste Rückkaufswert aller Zeiten in der Versicherungsbranche durch vorzeitige Vertragsauflösungen erreicht worden. Wenn man dazu noch bedenkt, dass Direktversicherungen + Rürup keine Rückkaufswerte anbieten darf. Sie sollten mal liebe auch die Leser über die massiven Schrottanleihen informieren, die deutsche Versicherer halten und bzw. über eine Bundesbehörde mit Sitz in Düsseldorf, die die Versicherer verpflichtet solchen Schrott zu kaufen, da diese ja angeblich so sicher sind. Bei den deutschen Versicherern ist inzwischen eine Deckungslüge von ca. 89 Milliarden im Sicherungsstock entstanden. Moody`s hat darüber informiert, aber in den deutschen Medien kommt ja nichts an von diesen Informationen. Wer über diese brisanten Daten Informationen heraus gibt, hat schnell eine dubiose Anzeige der Versicherer am Hals und die Polizei im Haus + Staatsanwalt im Haus. Lieber Herr Kleinlein, Sie sollten sich mal mit Polizisten oder Staatsanwälten unterhalten, dass seit Beginn der Finanzkrise verstärkt dubiose Anzeigen von Versicherungen + Banken gegen Mitarbeiter oder Ehemalige Mitarbeiter getätigt werden, um diese unter Druck zu setzten. In den Systemmedien darf darüber auch nicht berichtet werden.

  • Fussball = emotional, Versicherung/Altersvorsoge = rational. Oder sitzen Sie schreiend mit einem Bier in der Hand vor Versicherungsbedingungen? Aber schön, dass Hr. Kleinlein sein Unwissen endlich mal zu gibt. Zudem braucht er sich nicht wundern, wenn ihn branchenintern keiner mag. Denn er weiss nicht nur selbst keine Lösung, sondern neigt auch zu undifferenzierter Pauschalkritik zu allem was mit "Versi..." anfängt.

  • Ja, ja die dummen Deutschen. Schließen eine Kapital Lebensversicherung ab, für lächerliche 1,75 % Garantiezins (gibt es den noch).

    Bezahlen ihrem "Finanzberater" tausende Euro an Vermittlungsprovision, und wenn der Dreck dann gekündigt wird, ist fast nichts mehr von dem einbezahlten Kapital da.

    Der schäbige Verkaufsgrund für diesen Schrott ist das Halbeinkünftverfahren, wonach ab dem 62 Lebensjahr bei entsprechender Laufzeit nur die Hälfte versteuert werden muss. Wie putzig, da warte ich z. B. mal dreißig Jahre.

    Weiter haben die Lebensversicherungen ob Kapital oder fondsgebunden durch Unisex Tarife nochmals stark an Attraktivität verloren.

    Wer wirklich Interesse daran hat, so etwas abzuschließen wird bei der Cosmos Direkt mit wirklich extrem günstigen Angeboten fündig.

    Zu allen anderen: Wie wäre es mit einem einfachen Fondssparplan, wobei die Fonds ohne Ausgabeaufschlag gekauft werden können

  • Sie haben Ihr Beispiel nicht zu Ende gedacht. Der HSV wird hart kritisiert, weio er auf Platz 17 und abstiegsgefährdet ist. Es gibt 16 Alternativen, die besser sind. Deshalb kritisiert auch kaum jemand den 1. FC Bayern so wie den HSV, denn die Bayern stehen auf Platz 1. Es gibt derzeit niemanden, der besser ist.

    Die Produkte der Lebensversicherer sind auch in der Niedrigzinsphase alternativlos, weil es kein Produkt gibt, dass in der gleichen Liga der freiwilligen Vorsorge spielt und mehr Rendite bei vergleichbarerer Sicherheit bietet. Gut, dass Sie es endlich auch mal zugeben.

    Zu Ihrer Kritik: Versicherer arbeiten in der realen Welt. Dort müssen Menschen bezahlt werden, die für Kunde Dienstleistungen erbringen, Kapital will verantwortlich angelegt werden, brauchen Verbraucher Anstöße durch Vermittler, die in Fleisch und Blut gegenüber sitzen. All das verursacht hat Kosten, und deshalb kostet Leistung auch Geld.

    Die Frage, ob es bessere Alternativen gibt, ist also so relevant wie die Berechtigung von Kritik am HSV und am 1. FC Bayern sich unterscheidet. Besser zu sein als die anderen ist der einzige relevante Maßstab. Alles andere, und dazu zählen auch Kritik aus realitätsfernen Anforderungen an die Produkte, sind irrelevante Glasperlenspiele.

    Die Frage nach den besseren Alternativen ist die Frage nach der Angemessenheit Ihrer Kritik gemessen an den realen Möglichkeiten. Dieser berechtigten Frage können Sie sich nicht so einfach entziehen, wie Sie es hier machen.

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