Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Der Ver(un)sicherer Unterricht beim Strucki

Seite 2 von 2:
Dreiste Werbung in der Schule

Der Auftritt der Vermittlerin war offensichtlich so gut, dass eine der Schülerinnen sich bemüßigt fühlte die Erkenntnisse auch zu veröffentlichen. Auf der Jugendseite einer großen überregionalen Berliner Tageszeitung fand der Bericht dann Einzug.

Die lernbegierige Schülerin berichtet darin über eine fiktive Zwiesprache mit ihrem eigenen Ich in mehreren Jahrzehnten. Dieses zukünftige Ich würde der heute jungen Schülerin den Rat geben, gefälligst private Altersvorsorge zu betreiben. Das Lernziel wurde also erreicht: Die Schülerin hat verinnerlicht, dass es zwingend sei, dass sie möglichst schnell in private Vorsorge investiert.

So trivial ist es aber nicht. Gerade für junge Menschen sollte eigentlich klar sein, dass die beste Altersvorsorge noch immer in Bildung besteht. Nur wer gut ausgebildet ist, kann später im Berufsleben gutes Geld verdienen und damit vernünftig vorsorgen – sowohl gesetzlich als auch privat.

Es ist schon dreist, wenn Vermittler eines Strukturvertriebs bereits in den Schulen neue potenzielle Kunden werben wollen, indem sie erst die Ängste vor Altersarmut schüren und dann die private Altersvorsorge als Alleinlösung propagieren. Die Vermittler in Schulen so für den Unterricht einzubinden ist fast so, als würde ein Pharmareferent den Sexualkundeunterricht gestalten oder ein Fast Food-Restaurantleiter die Kinder über Ernährung informieren. Wollen wir das?

Axel Kleinlein (Jahrgang 1969) gilt aktuell als einer der schärfsten Kritiker der Versicherer. Kleinlein ist Diplom-Mathematiker und arbeitete im Aktuariat der Allianz Lebensversicherung. Ab 2000 betreute er bei der Stiftung Warentest den Bereich Lebensversicherung und Altersvorsorge. Weitere Stationen führten Kleinlein zur Rating-Agentur Assekurata, wo er mehrere Branchenuntersuchungen zu Lebensversicherungen leitete und für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich war. Danach gründete Kleinlein das versicherungsmathematische und fachjournalistische Büro Math Concepts. Aktuell ist er wieder Vorsitzender des Vorstandes des Bundes der Versicherten.

Kurz und schmerzhaft: alle Kolumnen

Kolumnenkabinet
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Der Ver(un)sicherer - Unterricht beim Strucki

12 Kommentare zu "Der Ver(un)sicherer: Unterricht beim Strucki"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich beobachte die Kommentare dieses Herrn Kleinlein schon länger und sie treiben mir regelmäßig den Blutdruck hoch. Die Frage ist für mich, was die Allianz mit ihm in der Vergangenheit gemacht hat, dass heute nur noch negativer Nonsens und Stimmungsmacherei gegen die Versicherungsbranche von ihm zu vernehmen ist. Ich bin sicherlich kein Freund der Machenschaften von Strukturvertrieben. Herr Kleinlein, erneut behaftet mit Vorurteilen, maßt sich an, über die Qualität eines solchen Vortrages in der Schule zu urteilen. Sicherlich gibt es auch bei einem Strukturvertrieb noch Personen, die den ehrbaren Kaufmann leben und nicht nur das Böse wollen, nämlich alle Kunde bewusst zu benachteiligen. Deshalb sehe ich hier grundsätzlich nichts Verkehrtes. Bedenklich finde ich, dass Herr Kleinlein Worte nutzt wie: "... Altersarmut schüren...", "... Alleinlösung propagieren...","Wie zu erwarten..."etc. Das Ganze noch süffisant durch Konjunktive geschmückt. Es stellt sich mir immer stärker bedingt durch die vielen Diskussionen der letzten Monate die Frage, ob wir derart Branchenwaise wirklich brauchen. Es hat den faden Beigeschmack, dass hier jemand ein Nachtreten in der Branche betreibt, in der er lange Zeit an erstes Front selber tätig war. Was ist nun die Message von Herrn Kleinlein? Muss man sich dafür schämen, jungen Leute so früh wie möglich die Realität in unserem Lande näherzubringen? Oder vielleicht doch lieber alles unter den Tisch kehren, wie es die Politik über viele Jahre in diesem Thema getan hat? Leute wie Herr Kleinlein haben
    ( leider)für viele Menschen Vorbildfunktion- das Ergebnis solcher schlauen Darstellungen sorgt dafür, dass die Menschen lieber ihr Geld zu Hause horten oder es der Bank zu zerstörenden Zinsen daherschenken.
    Es wird höchste Zeit unsere Branche wieder wertzuschätzen und nicht mehr zu diffamieren.
    Übrigens: Die beste Bildung bringt nichts, wenn der fehlende wirtschaftliche Verstand alles wieder zunichte macht....

  • Wenn nicht in der Schule, wann oder wo sollte das Basiswissen über alle Formen einer "persönlichen" Vorsorge denn unabhängig vom Elternhaus vermittelt werden? Die finanzielle Vorsorge (als ein Teil der viel weiter gehenden Selbstverantwortung des "mündigen" Bürgers) ist in DE leider nie als ein politischer Leitgedanke von den Parteien propagiert worden. Dementsprechend ist das Thema "persönliche" Vorsorge auch nie in Lehrplänen und der Lehrerausbildung wirklich angekommen. Schade. Und deswegen haben Strukis heute die Chance, sich als Aushilfslehrer zu betätigen.
    Thomas A. Klein

  • Ich denke es ist sehr zweischneidig, was hier von wem unterrichtet wird.
    Aus meiner Sicht sollten Dinge für das Leben auch im Unterricht berücksichtigt werden.
    Allerdings ist es nicht in Ordnung, wenn Vertriebsorganisationen hier diesen Unterricht gestalten, da hierdurch immer Werbung für eine Gesellschaft gemacht wird.
    Ob den Unterricht nun die Sparkasse, Allianz, Volksbank oder ein Strukturvertrieb oder die gesetzlichen Krankenkassen machen.
    Ziel dieser Institute ist immer, dass diese Organisationen das Anschriftenmaterial bekommt oder wie ich schon erlebt habe, dass von einer Bank oder auch einer Ersatzkasse das Anschriftenmaterial kauft.
    Aus meiner Sicht sollten die Lehrer dies - wenn sie es nicht selbst schon wissen - eben lernen.
    Ebenso wäre es für unsere Volkswirtschaft auch wichtig bestimmte praktische Dinge im Unterricht zu berücksichtigen. Dies sind z.B.:
    - Girokonto
    - Darlehens- und Leasingverträge
    - Sozialversicherung
    - private Versicherungen
    Mit 18 ist man heute volljährig und wenn man nur einmal bedenkt, dass rund 70 % der bis 30-jährigen keine Privathaftpflichtversicherung haben, dann weiß man auch, warum es wichtig ist, dass gewisse praktischen Dinge im Leben bereits im Unterricht Pflicht sein sollten.
    Übrigens gilt dies nicht nur bei Versicherungen, sondern auch in anderen Lebensbereichen:
    Überschuldung von Jugendlichen durch Handyvertrag, Überziehung des Girokontos usw.

    ZIEL MUSS ES SEIN, dass die Lehrer diesen Stoff selbst in der Schule unterrichten und eine Werbefreiheit vorhanden ist oder mindestens ein Codex mit den Instituten vereinbart wird, der mind. folgende Punkte festlegt:
    1. Keine Sammlung von Anschriftenmaterial
    2. Keine Verteilung von Werbung
    3. Unterlassung von Kauf von Anschriftenmaterial von Schülern, Lehrern und SMV

    Ebenso ist es nicht sinnvoll solche Vorträge von sogenannten Verbrauchsschützern halten zu lassen (z.B.: Verbraucherzentralen, Bund der Versicherten usw.)
    Grund: Sie verkaufen auch nur ihre Dienstleistung!!!

  • Offensichtlich gibt es keine Anhaltspunkte dafür, daß die Dame falsch informiert hat, oder eine Werbeveranstaltung abgehalten hat.
    Also kein Skandal sondern nur ein "Geschmäckle".
    Das reicht Herrn Kleinlein aber nicht für seine PR Arbeit in eigener Sache.
    Wieder mal ist er sich nicht zu schade, Unsinn zu verbreiten, um einen Artikel mehr zu schreiben. Wir erinnern uns, : Selbst die Bundesregierung weist ausdrücklich auf die Notwendigkeit privater Altersvorsorge hin.

  • Und da regt sich die Welt über die Debeka und die DBV auf!

  • Mit meinen heutigen Erfahrungen hätte ich mir als 16 Jähriger entweder gar nichts, oder vom Strukturvertriebler was erzählen lassen. Ich denke der Strukturvertriebler macht das allemal besser als ein verbitterter Mathematiker.
    Ich glaube auch nicht, dass die Jugendlichen doof sind. Sie werden sich das anhören und ihren eigenen Verstand nutzen. Auch das ist besser, als sich von einem verbitterten Mathematiker die Welt erklären zu lassen.
    Zumindest sehe ich das so.

  • So lernen die lieben Schüler gleich was sie erwartet nach Schul-/Studienabschluß: sowas könnte man in der Schule auch nacharbeiten seitens des Lehrkörpers.
    Ob das geschehen ist steht da nicht: gleichwohl bleibt die Stuckinummer an Schulen, "alle Vertriebswege suchen [sich] ihre "Bühne", schon problematisch, solange der bei Stuckis "erlernte Stoff" nicht reflektiert wird sondern, als bloße Handlungsanleitung begriffen nochzudem als "Bildungsleistung" des Bildungswesens kommuniziert wird.

  • In Hamburg an der Otto-Hahn-Schule lässt der Schulleiter auch eine Filialleiterin der Hamburger Sparkasse eine Woche lang unterrichten. Na klar werden da Lebensversicherungen, Bausparverträge und Sparbücher propagiert?
    Was hat das also mit Strukturvertrieben hier zu tun.
    Alle Vertriebswege suchen "ihre Bühne"...

    Was für Produkte wurden denn dort propagiert? Und will Herr Kleinlein grundsätzlich abstreiten, dass eine private Vorsorge sinnvoll ist?
    Warum nicht den 18jährigen schon mal etwas davon erzählen, am besten auch gleich noch mitteilen, dass es klasse wäre wenn die neue Generation das Geburtendefizit der letzten 40 Jahre kompensieren soll, also 6,8 Kinder pro Frau in den nächsten zwanzig Jahren wäre da doch mal hilfreich.

  • Ich denke es ist normal, daß die Schule nicht umfassend auf das Leben auf eigenen Beinen vorbereitet.
    Einen Strukturvertrieb einzuladen, um Kompetenz beim Thema Altersvorsorge in den Unterricht zu bringen lässt mich allerdings wirklich schmunzeln.
    Da wäre es - wie muunoy schon schrieb - besser gewesen einfach zu sagen: Verehrte Schüler das Thema ist wichtig, wir haben keine Ahnung, macht euch woanders schlau.
    Das gilt nicht nur für den Vermögensaufbau/die Altersvorsorge sondern viele andere Bereiche des Lebens auch.
    Man lernt an der Schule eben doch zu großen Teilen für die Schule und nicht für das Leben.

  • Ich schalte jetzt den Kleinlein ab und das Handelsblatt. So einen Müll will keiner mehr haben.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote