Dutschke spricht Drogen sollten stärker legalisiert werden

Wenn weitere Verbote für Drogenkonsum aufgehoben würden, hätte das einen entscheidenden Vorteil: Dem Drogenmilieu würde die Grundlage entzogen. Zudem kämen junge Menschen nicht mehr in Gefahr, kriminalisiert zu werden.
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Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Ich kann mich noch gut an Diskussionen bei der Grünen Jugend erinnern, bei denen über die Entkriminalisierung von Drogenkonsum und Freigabe durch Drogenfachgeschäfte gesprochen wurde.

Ich weiß auch, dass ich damals dieser Mehrheitsmeinung recht kritisch gegenüberstand. Ich hatte schon das Gefühl, dass die Kriminalisierung durchaus eine präventive und abschreckende Wirkung erzielen könnte. Ich habe mir damals wie heute nichts aus Drogen gemacht, aber mittlerweile habe ich meine Meinung über die Drogenpolitik geändert.

Im aktuellen Journal of Pediatrics behaupten Wissenschaftler in einer Studie, dass ungefähr jeder dritte Amerikaner bis seinem dreiundzwanzigsten Lebensjahr mindestens einmal verhaftet worden ist. Eine unvorstellbare Zahl!

Natürlich muss dazu gesagt werden, dass es bei vielen Verhaftungen um Kleinigkeiten wie unerlaubtem Alkoholbesitz oder Streitigkeiten geht. Allerdings konstatieren die Verfasser der Studie, dass ein beträchtlicher Teil (circa ein Fünftel) dieser Verhaftungen im Zusammenhang mit Drogenkonsum oder -besitz steht.

In den USA hat eine Verurteilung drastische Konsequenzen. Dort gibt es die sogenannte „Three Strikes“ Regelung: Wer dreimal mit - auch nur relativ kleinen Mengen von - Cannabis erwischt wird, kann tatsächlich bis zu seinem Lebensende eingesperrt werden. Die USA ist Weltmeister darin, Menschen einzusperren.

Es wird auch nicht überraschen, dass besonders Männer aus ärmeren Familien die Mehrheit der Häftlinge bildet. Der Gefängnisaufenthalt wird von manchen sogar als eine Art Alternative zu Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit und Drogensucht gesehen.

In den USA leben zwar nur fünf Prozent der Weltbevölkerung, aber 25 Prozent der globalen Gefängnisinsassen. Von diesen fast 2,5 Millionen Menschen sind ungefähr eine halbe Million aufgrund von Drogendelikten eingesperrt.

Diese massive Verhaftungswut ist Konsequenz des sogenannten „War on Drugs“, der die Drogensucht mit eiserner Faust zu bekämpfen versucht. Die staatlichen Gefängnisse reichen nun bei weitem nicht mehr aus, so dass sich mittlerweile ein neuer Industriezweig gebildet hat. Private Unternehmen betreiben nun gewinnorientierte Gefängnisse – mit staatlichen Zuschüssen. Die Insassen werden als billige Arbeitskraft für allerlei Dienstleistungen benutzt.

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11 Kommentare zu "Dutschke spricht: Drogen sollten stärker legalisiert werden"

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  • Hallo,

    stellen Sie sich vor, sie lieben etwas, z.B. Skifahren, Sport und dürfen es nicht mehr machen. Würden sie dafür eine kleine Straftat machen, um das wieder erleben zu dürfen ?

    So werden täglich junge (auch alte) Menschen kriminalisiert und in das sozial Abseits gedrängt, weil sie beim Kauf oder Besitz von Drogen erwischt wurden. Sie wollten Spass haben, jetzt haben sie erstmal ein RIESEN Problem. Was macht man da, ohne Hilfe ? Natürlich, es wieder probieren, in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden.

    Nur Legalisierung mit Augenmaß, d.h. mit vielen Hilfs und Therapiemöglichkeiten löst das Problem und reduziert die Kriminalität extrem.

    Dagontic

  • Also wissen wir beide ziemlich genau was abgeht. Was ich sagen will ist genau das, was Sie beschreiben. Sie können stoned mehr oder weniger alles machen, was Sie auch nüchtern machen könnten. Sie machen es nur viel schlechter und das ist das gefährliche: Sie haben oft keinen zwingenden Grund aufzuhören. Mein Onkel hat es z.B. nie geschafft trotz seiner sog. homöopathischen Dosen (ca. 0,3 Gramm am Tag). Seinen kleinen Sohn hat er dann ofters mal verpeilt abzuholen, so dass dieser sich schonmal aus Verzweiflung über seinen "Green Daddy" auf die Straße gelegt hat. Unterhalt kriegt er natürlich nicht. Sie reden überdies von körperlichen Entzugserscheinungen, wennn Sie aufs schlechte einpennen anspielen. Aber wie Sie einräumen, hat die gute Mary Jane Sie immer noch in ihren Armen. Denken Sie an Half Baked "...Du kommst zurück!!!" Kiffen ist eine Gelegenheitsdroge. Haben Sie die Gelegenheit, sind Sie dabei. Ich habe alle Höhen und Tiefen über eine längere Zeit als Sie mit ihr erlebt: Mein guter Rat an alle: Bleiben Sie bei ihrem Bierchen oder Glas Wein! P.S.: Ich hab auch so wie Sie geredet als ich noch konsumiert hab, also ich weiß schon Bescheid..
    @ Moppelmann: Oh bitte! Es geht hier doch nicht um den "Schädlichkeitsvergleich". Lesen Sie mal meine Beiträge.

  • Ich habe von 18-21 durchgehend jeden Tag Cannabis konsumiert. Und zwar weit mehr als 1Joint/Tag. Als ich zu beginn des Studiums merkte, dass es mich definitiv beim lernen behindert, habe ich komplett aufgehört. Entzugserscheinungen? 2, 3 Tage schlecht einschlafen und etwas gereizt.
    Seitdem rauche ich max. 1x/quartal etwas.
    Wer Probleme hat damit aufzuhören und/oder sein Leben in den Griff zu bekommen, der hat diese Probleme auch ohne Cannabis.

  • Drogen vernichten Menschen!
    Ich habe kein Problem damit, wenn jemand sich selbst schaden möchte. Das Problem bei Drogen ist, dass man nicht schnell daran stirbt sondern es ein langsamer Verfall ist. Besonders die geistige Leitungsfähigkeit leidet durch Drogenkonsum. Mir gefällt es nicht, dass ich für die medizinische Leistung aufkommen muss, und mir gefällt es nicht, dass ich für die Arbeitslosigkeit aufkommen muss.
    Ich befürchte, dass durch eine weitere Legalisierung die Hemmschwelle für das „erste Mal“ abnimmt (Wenn es so gefährlich ist wäre es ja verboten).

  • Na bevor Sie hier ihr gefährliches Halbwissen verbreiten, hätten Sie wenigstens mal bei Wikipedia nachschauen können. Es ist nicht wirklich rational zu behaupten etwas wäre erwiesen ohne es beweisen zu können.
    Ich habe genug im Zusammenhang mit Cannabiskonsum erlebt, dass ich mir dazu eine Meinung bilden kann, ich weiß ja nicht wie das bei Ihnen aussieht
    Ihre Behauptungen sind zudem höchst umstritten. Erkundigen Sie sich mal in der (unwissenschaftlichen) Presse nach dem Erfolg der niederländischen Drogenpolitik. Diese wird auch sehr kritisch gesehen. Bsp.:http://www.welt.de/print-welt/article506799/Drogenpolitik_in_den_Niederlanden_gescheitert.html
    Wenn Sie in Deutschland Gras kaufen ohne durch den Handel Geld zu verdienen, dann bekommen Sie dies bei Kleinsthändlern, die gerade nicht von Gras bis Heroin alles im Angebot haben. Das gilt gerade für Jugendliche. Hierher gehört auch die umstrittene These von Cannabis als Einstiegsdroge. Ich halte den Erwachsenen Deutschen grds. für intelligent genug seine eigenen Entscheidungen zu treffen, hätte dort also nichts gegen eine legale Erwerbsmöglichkeit. Glauben Sie erstens mal ja nicht, dass Sie damit den Schwarzmarkt austrocknen. Die lassen sich das Geschäft bestimmt nicht vom Staat kaputtmachen und wenn die mit ihrem Gewinn runtergehen. Das wichtigste Argument ist aber der Jugendschutz. Auch wenn Sie Alkohol für schlimmer halten, gibt es hier doch keine Gleichheit im Schädlichen. Ich habe wirklich intelligente Jungs abschmieren sehen, nur weil sie in der 10 Klasse mit dem Kiffen angefangen haben. Kiffen macht nicht abhängig? Probieren Sie es mal 1 Jahr jeden Tag aus (es wird dann auch schnell mehr als 1 Joint am Tag) und dokumentieren Sie die Veränderungen in ihrem Leben? Sie müssen es nicht jeden Tag haben? Glückwunsch, andere werden das nicht schaffen. Aber Sie sind sicher bereit die u.U. ein halbes Leben lang mitzufinanzieren.
    Die bisherige Rechtlage, die auch her Dutschke angesprochen hat, ist absolut ausreichend

  • Komisch, bis zur Prohibition waren alle diese Drogen inkl. Kokain legal - und es gab nicht nennenswert mehr Probleme dadurch als es heute gibt. Allein ein solcher einfacher Blick in die Geschichte zeigt, was ein Unfug die Illegalisierung der Drogen war - aber sie entspricht der Moralismus/Regelungsmentalität, die besonders in D stark ausgeprägt ist. Legalisierung würde tausende von Staatsjobs (und damit Kosten und Steuern) ersparen. Das muss alerdings mit einem Rückgang der absurden Übervorsorge-Pflicht des Staates einhergehen - wer das Zeug konsumiert, kann nicht zum Staat rennen, wenn er dadurch gesundheutliche Probleme bekommt. Das macht viel mehr Sinn als alle Verbote!

  • "..stärksten psychisch abhängig machenden Drogen.."
    Bewiesenermaßen falsch.
    "..Nicht vergessen werden darf dabei das die heutigen THC Werte in High-Tech Laboren, die Deutschland "beliefern".."
    Wo haben Sie denn das her!? So ein Unsinn. Analog zu den (etwas) höheren THC-Werten wird weniger Material konsumiert. Klar, zu viel THC ist unangenehm. Wer 2 Liter Bier trinkt, trinkt analog dazu doch auch nicht 2 Liter Wodka.

    Ein paar Fakten:
    THC ist weder organ- noch neurotoxisch. Es hat ein geringes Suchtpotential, welches nicht körperlich sondern psychisch ist. Aber ja, das ist problematisch.
    Jedoch WEIT weniger als Alkohol, Nikotin, usw.
    Es verursacht keine Psychosen (einige Cannabinoide wirken sogar antipsychotisch) - kann aber bei genetischer Disposition Psychosen auslösen.
    Jedoch mit geringerer Wahrscheinlichkeit als Alkohol.

    "Die Drogenpolitik der USA zeigt, dass Abschreckung nicht funktioniert."
    Die Drogenpolitik der Niederlande zeigt, dass Liberalisierung funktioniert!
    In den Niederlanden gibt es prozentual weniger regelmäßige THC-Konsumenten als in Deutschland.
    Es gibt sogar weniger Schwerstabhängige von "harten" Drogen wie Heroin oder Kokain.
    Warum? Durch die Legalisierung kommen Neugierige nur in Kontakt mit Cannabis und bekommen vom kriminellen Dealer nicht gleich noch andere Drogen mit angeboten.

    Die Nachfrage lässt sich durch Verbote nicht beseitigen. Sie weicht lediglich auf intransparente, unregulierte Schwarzmärkte aus.

  • Lassen wir mal die Probleme der USA beiseite, denn daran ändern wir ohnehin nichts...
    Cannabis ist sehr gefährlich für die Jugend, denn es ist die eine der am stärksten psychisch abhängig machenden Drogen. Nicht vergessen werden darf dabei das die heutigen THC Werte in High-Tech Laboren, die Deutschland "beliefern", in Holland schon Richtung LSD-Rausch tendieren. Da Kiffen anders als Cannabis nur einen Matsch-Kopf und keinen harten Kater verursacht, ist man ganz schnell in einem täglichen Dauerkonsum gefangen, denn WEIL der Rausch an sich harmloser ist (Psychofilme wie Selbstentfremdung oder Verfolgungswahn, Antriebslosigkeit statt Torkeln, Pöbeln, Aggressivtät und Vollkotzen) ist die Droge so gefährlich. Der illegale Markt wird trotzdem weiterblühen, insbesondere wenn hohe Steuern auf den Drogen liegen. Prävention beim Kauf? Nicht schlecht, wenn ich einen fetzen will, lass ich mich gerne vom Verkäufer (!) volltexten um dann zur vernuftgeleiteten Einsicht zu gelangen, es doch lieber bleiben zu lassen. Ja, sehr lebensnah, so wird man ans Kiffen rangeführt, nicht über Gruppenzwang und Coolnessfaktor als 13 Jähriger...Gerade wer dann im bildungsschwachen Milieu aufwächst ist rettungslos verloren. Da gibts keine Eltern, die was gegen Rumhängen und schlechte Schulleistungen unternehmen! Wir haben genug Ärger mit Alkohol. Sieht das BVerfG im Übrigen auch so....
    Das sind die Gründe für die konservative Position!

  • Rudi-Marek Dutschke, ein krankes Hirn und der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

  • Lasst uns im gemeinschaftlichen rausch alles vergessen und die Versager in Politik , Wirtschaft und Industrie können machen was sie wollen , uns regt das dann nicht mehr auf !

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