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Dutschke spricht Die Bild-Zeitung zerstört Europa

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Es ist zu viel Kapital in die europäische Peripherie geflossen

Es geht natürlich nicht, dass große Teile der Bevölkerung in diesen Ländern überhaupt keine Steuern zahlen. Andererseits sollte sich Deutschland in Sachen Steuergerechtigkeit nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Steueroasen in den Benelux-Staaten werden doch eher von uns als von den Griechen genutzt. Die Defizite jener Länder sind eine Mücke im Vergleich zu den elefantengroßen Geldern, die Deutschland durch Steuerflüchtlinge verloren gehen.   

Die wahren Gründe der Euro-Krise liegen woanders. Seit der Einführung des Euros ist sehr viel Kapital in die europäische Peripherie geflossen, was dazu geführt hat, dass die Lebenshaltungskosten dort stark gestiegen sind. Jeder, der etwas reist, weiß, dass das Leben in Barcelona oder Lissabon teurer als in Berlin ist.

Deshalb mussten in diesen Ländern auch die Löhne steigen, während die Löhne in Deutschland stagnierten. Damit bekam Deutschland im Wettbewerb der Produktionsstandorte einen entscheidenden Vorteil. Im Endeffekt konnte Deutschland immer stärker exportieren und damit wachsen, während südeuropäische Länder zunehmend mit einem Handelsdefizit und Arbeitslosigkeit zu kämpfen hatten.

Das Unglück der Peripherie war das Glück der europäischen Kernländer. Das wird natürlich nicht in der Bild-Zeitung propagiert.

Falls wir den Euro behalten wollen, und das sollten wir, dann gibt es keinen anderen Ausweg als eine massive Ausweitung der Transferleistungen (beziehungsweise Investitionen) an die Peripherie, um deren Wirtschaftskreislauf zu stärken. Die europäischen Mittel, die durch die Strukturfonds oder Agrarsubventionen bereits fließen, sind Peanuts. Merkels Politik der drastischen Sparmaßnahmen bringt dagegen überhaupt nichts, außer einer Verschlechterung der Lage.

Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke, Wortführer der Studentenbewegung in den 60er-Jahren. Er ist an der Hertie School of Governance beschäftigt und lebt in Berlin.

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34 Kommentare zu "Dutschke spricht: Die Bild-Zeitung zerstört Europa"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer selber rechnet, sollte dann aber keine Milchmädchenrechnungen anstellen:
    Nehmen wir eine 35-Stunden-Woche multipliziert mit 45 Wochen ( 52 abzüglich 30 Tagen Urlaub und ca. 5 Feiertagen, die nicht auf ein Wochenende fallen ), kommen wir auf 1575 Stunden pro Jahr.
    Kommen noch Krankeheitstage drauf und gehen wir davon aus, dass die Minijobber diejenigen mit 40 oder mehr Stundenwoche wieder ausgleichen, scheinen mir die 1429 Stunden durchaus plausiebel.

  • Herr Dutscheke sollte lieber einmal das Intervie mit Herrn Kelpanides lesen, bevor er seine sozi-ökonomische Esoterik zum Besten gibt.

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/michael-kelpanides-im-interview-griechenland-sollte-austreten-11447768.html

  • Nach dieser Rechnung würden die Deutschen 5,4h am Tag arbeiten. Oder bei einer 8h Woche und 102 Tage Wochenende obendrein noch 77 Tage für den Griechenlandurlaub.
    Ich habe aber nur 30 Tage Urlaub, + Krankheit + Feiertage komme ich somit auf 50. Damit wir aber zusammen auf 77 kommen, müssten Sie schon 104Tage zusätzlich zum Wochenende frei haben.
    Und 365-104-102=159 Tage Arbeit im Jahr für Sie.
    Das kommt raus, wenn man mal selbst rechnet.

  • Nimmt man 2120 Stunden und teilt diese durch 8 (nehmen wir mal die 40h-Woche an) dann erhält mann 265 Arbeitstage.
    Bei 52 Wochen im Jahr mit ca 102 Wochenendtagen (Samstag und Sonntag) bei 365 Tagen im Jahr arbeitet der durchschnittliche Grieche laut dieser Studie also 5 Tage die Woche jeweils 8h ohne Urlaub, Krankentage und Feiertage.
    Scheint mir bei ihrer wirtschaftlichen Lage um 2008 durchaus nachvollziehbar.
    Vielleicht sollte man erstmal selbst rechnen (oder denken) bevor man sinnfreie Studien zitiert.

  • was fehlt sind Investitionen in Deutschland, um den eigenen Standort und die Binnenkonjunktur zu stärken. Betriebsverlagerungen ins Ausland hatten wir schon genug.

  • @norbert
    "...Ein höheres lokales Preisniveau ist meistens die FOLGE von höheren Einkommen, nicht umgekehrt. Denn wenn die entsprechende Zahlungskraft nicht vorhanden ist, ann sind höhere Preise nicht realisierbar...."
    Das ist logisch, ist aber (für mich nur teilweise verständlich) keine Tatsache:
    Die Zahlungskraft ist in Gr jeden Tag niedriger, und doch sind die Preise z.B. für Lebensmittel wie Milch und Kaffee (manchmal sogar Fleisch), Medikamente, höher in D oder F!
    (wer Lust hat, kann z.B. die IKEA-Seiten für Gr und D vergleichen...)

  • @midget
    "...unsere Löhne so niedrig sind..."
    Glauben Sie tatsächlich, dass die Lohne in D niedriger als in Gr sind? Trotz der (nach Euro-Einführung)Erhöhungen sind (logischerweise) viel niedriger als hier.
    Und: dass bedeutet natürlich nicht, dass der D etwas abgeben muss! Vieleicht aber weniger Schmiergeld den dortigen Hochbeamten verteilen, um schmutzige "Business" zu machen.

    "...keine Industrie hat, die wir jetzt erst aufbauen sollen..."
    Nicht ALLE Staate können (und sollen) Industrie-Länder, oder Technik-, Tourismus-, Agrar- usw. sein. Jedes Land sollte die eigenen Vorteilen entwickel und nutzen.

    "...Griechenland hatte nur ein Defizit von 5%..."
    Ja, aber das war das Defizit für jedes Haushalt, nicht des Staates, was zeigt, das die Gr Familie (als Haushalt) im Durchschnitt viel weniger als andere OECD Länder (und fast die Hälfte als D) Geld schuldete.
    Nach aktuelleren Studien schultdet nach den "Sparmassnahmen" das Gr Haushalt das doppelte...

  • @WolfgangPress
    "...Ich kann die zwar nicht lesen, ... und außerdem würde ich für die Lektüre keine Zeit verschwenden..."
    Die Stimmungsmacher brauchen NUR Titelseite-Leser, oder manchmal nicht mal das: es reicht ein Bild/Skize (zB. die berühmte Focus-Aphrodite-Titelseite, die diese kitschige Hysterie von Gegenbeleidigungen zw. D und Gr populistischen Presse ausgelöst hat).

    Zur Tatsache:
    ich errinere mich sehr deutlich, dass Feb. 2010 Fr. Merkel in einem EU-Treffen billige Kredite für Gr versprochen hat; einen Monat nur später, nach der Bild-Propaganda ("diese Kredite werden die Staatsanleihen für die D Steuerzahler teurer machen"), erklärte Fr. Merkel deutlich, D gäbe Gr keine Kredite, mit dem Ergebnis, dass die Gr Spreads in einem Tag explodiert haben, und praktisch Gr tiefer in die Krise gestürzt haben.

  • Mir schwant, Herr Dutschke hört sich gerne Reden, denn einen derartigen Unsinn hat ja wohl noch niemand von sich gegeben.
    Die Politik definiert Europa lediglich über die gemeinsame Währung und hat allen ernstes versucht und weiszumachen, das man mit völlig unterschiedlichen Wirtschaften alle gleichstellen kann. Das es völliger Unfug ist, haben viele vor Einführung des Euro schon gewusst, nur die ganzen "Experten" waren klüger. Und das Ergebnis haben wir nun also vorliegen, das uns alle teuer zu stehen kommt.

    Und nun kommt Dutschke Junior und erklärt uns das die Bildzeitung die macht hat, Europa zu zerstören? Herr Dutschke, kommen Sie wieder auf den Boden der Tatsachen und erzählen nicht so einen Unsinn, denn gerade was Griechenland betrifft sind es bald 700 Milliarden Euro, die den Bach runter gehen! Und Sie erklären das die Zahlen der BILD so nicht stimmen, vergessen aber ganz beiläufig (nein absichtlich!) das sich alle Medien auf die Aussagen der BILD berufen - ob Tagesschau oder Nachrichten im Hörfunk, alle berufen sich auf Meldungen von BILD.

    Hat BILD möglicherweise alle Medien fest im Griff und alle müssen sagen was BILD vorgibt?
    Sie, Herr Dutschke, machen den gleichen Blödsinn wie unsere Politiker und Banker und wollen uns wirklich glaubhaft machen das alles nur eine Erfindung der BILD ist?

    Bei einem solchem Unfug kann man wirklich nur mit dem Kopf schütteln!!!

  • Dutschke unterstellt der Bildzeitung eine Macht welche diese überhaupt nicht, auch nicht ansatzweise hat. Ich kann die zwar nicht lesen, denn hier ist die nicht erhältlich und außerdem würde ich für die Lektüre keine Zeit verschwenden.

    Nein, Dutschke irrt gewaltig. Europa wird durch die Politik zerstört und durch sonst niemanden. Die Politiker treiben Europa immer mehr in eine schwere Krise die durchaus zu, ich sage Mal, bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Europa führen kann.

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