Dutschke spricht Segregation an deutschen Schulen?

In den USA ist die Rassentrennung schon lange aufgehoben, dennoch herrscht sie de facto an vielen Schulen weiter. Eine ähnliche Entwicklung gibt es in deutschen Großstädten – mit gefährlichen Folgen.
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Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Das amerikanische Oberste Gericht hat 1954 in dem wegweisenden Urteil Brown vs. Board of Education die Rassentrennung in öffentlichen Schulen aufgehoben. Doch als dann die Schulen in den nachfolgenden Jahren wirklich integriert wurden, sind viele weiße Eltern entweder in die Vororte gezogen oder haben ihre Kinder in so genannte Segregation Academies eingeschrieben. Auf diese Privatschulen konnte lange Zeit die Segregation aufrechterhalten werden und dies wirkt bis heute nach.

In den Süden der USA sind immer noch achtzig Prozent aller Schüler auf Privatschulen weiß. Das führt dazu, dass so gut wie keine Minderheitengruppen an diese Schulen zu finden sind – de facto herrscht dort immer noch die Rassentrennung. Dabei haben Studien belegt, dass in den siebziger und achtziger Jahren, dem Höhepunkt dieser Integrationsmaßnahmen, sich der Bildungserfolg der Afroamerikaner dem der Weißen spürbar angenähert hat – ohne dass die weißen Schüler davon gebremst worden wären. Doch inzwischen wird von einer neuen Segregation gesprochen, da diese unpopulären Integrationsmaßnahmen seit dem Anfang der neunziger Jahre immer weiter zurückgedrängt worden sind.

Auch in Deutschland sind solche Phänomene im Bildungssystem nicht unbekannt. Ralf Dahrendorf hat bereits in den sechziger Jahren auf den erschreckend niedrigen Anteil von Arbeiterkindern an deutschen Universitäten hingewiesen. Er hat festgestellt, dass im dreigliedrigen Schulsystem die Herkunft und das Elternhaus ausschlaggebend für den Bildungserfolg sind. Daran hat sich bis heute wenig geändert, nur dass wir statt über nun auch verstärkt über Migrantenkinder diskutieren.

Letzte Woche haben Forscher des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration eine Studie vorgestellt, wonach „knapp jede fünfte der 108 untersuchten Berliner Grundschulen im Schuljahr 2011/12 einen mehr als doppelt so hohen Anteil ausländischer Schüler aufwies wie ihr zu gehöriger Schulbezirk. Dagegen hatte jede vierte Grundschule einen geringeren Anteil an ausländischen Schülern als ihr jeweiliger Schulbezirk.“

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44 Kommentare zu "Dutschke spricht: Segregation an deutschen Schulen?"

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  • Genau das ist das Ziel unserer Politiker! Deutsche sollen Deutschland verlassen ( so Frau Roth, Grüne?). Deutsche dürfen, müssen nur noch zahlen und sind Sklaven der Ausländer. Auch ein Ziel der deutschen Politiker, nur noch für Ausländer da sein. Bei Neubauten(Berlin) wird. z.B. darauf geachtet: Nur Stufen usw. damit nur keine Behinderten aufgenommen werden können!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Korrektur,
    sollte natürlich heissen; "... Wahrnehmung des Herrn Dutschke".

  • Warum bin ich nicht überrascht? Die undifferenzierte, ideologisch geprägte Wahrnehmen des Dutschke disqualifiziert Ihn. Ist wohl auf seinen Namen zurückzuführen das der hier eine Kolumne hat.

  • Walther, das meinen Sie jetzt nicht ernst. "Deutscher Wohlstand wurde maßgeblich durch Ausländer aufgebaut..." MAßGEBLICH? Habe Sie dafür auch nur einen Beweis? Der deutsche Wohlstand, bzw. das Wirtschaftswunder wurde von deutschen Trümmerfrauen begründet, da waren die "Ausländer" noch in Italien und in der Türkei. Lesen Sie mal nach. Erst spät, als das Wirtschaftswunder schon seinen Zenit überschritten hatte, wurden Türken auf ausdrücklichen Wunsch der Türkei und auf massiven Druck der USA grummelnd von der BRD akzeptiert, übrigens erst nach dem "Anwerben" von Italienern.
    Im übrigen ist es so, wie hier schon zigfach beschrieben: Es ist kein Problem "ethnischer" Deutscher sondern Nichtintegrierbarkeit vs. Integrierbarkeit.
    Aber je mehr ich Dutschkes und Ihren Text lese, komme ich zu dem Punkt, dass Dutschkes Geisteshaltung eine klare Ursache hat: Dutschke hat irgendwann aufgehört weiter zu denken. Und das hat auch etwas mit Bildungsferne zu tun. Ganz besonders ist jedoch die Problemerkenntnis ein Schritt vor der Problemlösung. Und hier versagt Ihr einfacher Ansatz. Die Welt ist nicht mehr schwarz-weiß.

  • Vielleicht hilft hier ein Tatsachenbericht:

    Ich wurde Mitte der Neunziger Jahre von meinen Eltern - wir wohnten im ehemaligen Ost-Berlin - auf eine Westberliner Schule geschickt. Diese befand sich in Berlin-Neukölln und soll in den Achtziger Jahren mal einen exzellenten Ruf gehabt haben.
    Als ich in der siebten Klasse frisch dort ankam, ganz stolz, endlich auf dem Gymnasium zu sein, gab es einige Überraschungen:
    - ca. 70% der Schüler waren türkischer oder afrikanischer Herkunft
    - an diesem Gymnasium sprachen diese Schüler nur gebrochen Deutsch. Während ich im Deutschunterricht gerne Shakespeare oder Goethe las, fiel es diesen Schülern offensichtlich sehr schwer, Texte flüssig in Deutscher Sprache vorzulesen
    - Schulhofsprache war türkisch. Ich war Außenseiter, weil ich nicht verstand, was geredet wurde - insbesondere nicht, wenn in meinem Beisein über mich geredet wurde
    - Ich wurde als Ostberliner diskrimiert und ausgegrenzt - von türkischen Einwanderkindern, die nicht einmal fließend Deutsch sprachen.

    Nach drei Schuljahren wechselte ich dann an ein anderes Gymnasium mit geringerem Einwandereranteil. An der neuen Schule musste ich dann zu Beginn der zehnten Klasse feststellen, dass ich in mehreren Untererrichtsfächern, insbesondere in Mathematik, Physik und Französich, ein ganzes Schuljahr im Lehrstoff zurücklag.

  • wenn man mal ehrlich Bilanz ziehen würde, dann kostet Integration von Unterschichten mehr Geld als man zu zahlen bereit ist. Effektiv werden die meisten dieser Leute hier nie arbeiten.

    Als Brennpunktbewohner kann ich immer meine persönlichen Erfahrungen dazu beitragen durch eigene Beobachtung.

    Hier leben z.B. 42% von Sozialgeldern, sowie 61% der Kinder von Sozialgeldern. Bei den Kindern ist es sehr gemischt - es gibt niedliche mit gutem Entwicklungspotentialen und aggressive, denen man nicht im Dunkeln begegnen möchte und die einem "Du Opfer" hinterherbrüllen.

    Beides ist hier vertreten - mit ein wenig Mühe kann man evtl. den einen Teil nach oben katapultieren,sowohl deutsche als neuzugewanderte Unterschicht. Mit einem Teil wird das aber kaum funktionieren.

    das Hauptproblem ist, dass von außen ständig neue Unterschichten hinzuströmen - bei uns hier kommen nun Roma vermehrt an. Das heißt, die zu integrierenden Anteile werden immer größer und damit wird es schwerer.

    DE ist für solche Massen gar nicht ausgerichtet, das Schulsystem ist unterfinanziert und dysfunktional dafür. Wenn das so weiter geht, dann wird DE in 20 Jahren das Land mit der größten Unterschicht Europas sein. Hier gehts nicht um Integration von Ausländern, sondern von Unterschichten. Sollten alle 11 Mio. Roma aus Osteuropa hier noch hinwandern, dann wirds happig.

    vor allem bringen die auch Armut mit. Die wird nicht abgebaut, sondern mit hierhergebracht, inklusive Prostitution und Kinderverheiratung etc. Vielleicht sollte man - anstatt das zu verheimlichen - mal drüber diskutieren, wie das alles geleistet werden soll.

    ich möchte mich auch in 20 Jahren in DE noch geistreich unterhalten können. Nicht das man sich irgendwann in einer bildungsfernen Gesellschaft wiederfindet - und ich möchte auch keine Kinderehen und Kinderprostitution in DE.

  • +1. Als Bürger in Deutschland steht man immer unter Generalverdacht, besonders bei der eigenen Regierung.

  • Lieber Herr Dutschke,
    mit Verlaub, aber was reden Sie da? Zitat:
    "Es wird stark angenommen, dass die schulischen Leistungen mit steigendem Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund rapide abnehmen." Naja, kommt drauf an woher diese Migranten kommen. Im Prinzip ist das gut möglich.
    Lassen Sie uns doch mal "Farbe bekennen" bei Schülern aus anderen Kulturkreisen. Sie reden über US-amerikanische Schwarze, die hier in Deutschland die absolute Ausnahme sind. Im Vergleich zu einem Grossteil der Afrikanern hier in Europa, haben diese sehr wohl ein Bewusstsein über den Wert von Leistung und den Willen zu einer Erziehung gemäss des westlichen Bildungssystems. Das kann man, nur ausgehend von der Hautfarbe, überhaupt nicht miteinander vergleichen. Bin ich jetzt ein Rassist weil ich da Unterschiede sehe?
    Ich finde es eher problematisch, dass Sie sich offenbar weigern hier Unterschiede erkennen zu wollen.
    Ähnliches gilt doch für den vielzitierten türkisch, libanesisch, marrokanisch, arabischen Kulturkreis. Alles Migranten, genau wie die Japaner, Chinesen und Inder. Und obwohl die Japaner, Chinesen und Inder auch einen anderen religiösen Hintergrund haben, gibt es keine Animositäten und ablehnende Haltung Lerninhalten gegenüber.
    Fangen sie mal an genauer hinzuschauen. In Schulklassen wo japanische und chinesische Kinder anteilig vertreten sind, gibt´s keine Migrations.- oder Gewaltproblematik und das wird sehr wohl von der deutschen Elternschaft wahrgenommen. Ihr Schweigen zu diesen Unterschieden ist armselig!
    Es ist doch wohl hanebüchen allen Ernstes von Eltern zu erwarten, dass sie sich so verhalten, dass "Migrantenkinder" (welche denn) bessere Bildungschancen haben. Die Ängste von bürgerlich privilegierten Eltern sind irrational, weil sie ihre Privilegien nicht verlieren können? In welcher Welt leben Sie? Was für eine unglaublich weltfremde Aussage.

  • Welch linksgrüne gequirlte ... Wieso sollten Eltern ausgerechnet ihre wenigen Kinder für Experimente Grüner Khmer hergeben? Wieso sollten Eltern ihre Kinder der Gefahr aussetzen, durch Kinder aus bildungsfernen Familien türkisch, libanesisch, marrokanisch arabischen Ursprungs aussetzen. Denn genau das ist die Klientel.

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