Dutschke spricht Wieder dreht sich das Karussell

Thilo Sarrazin geistert wieder durch die Medienlandschaft, und alle möglichen Kommentatoren tun Meinungsbeiträge zu seinem neuen Buch kund. Sarrazin ist auf allen Kanälen präsent. Das stört mich enorm.
28 Kommentare
Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Vor einigen Jahren habe ich Sarrazin ganz kurz persönlich kennengelernt. Damals war er noch Finanzsenator in Berlin. Auf einem heißen Sommerfest der SPD in Brandenburg stand Sarrazin einsam an einem Stehtisch und aß eine Bratwurst. Alle anderen Tische im Umkreis waren dicht gedrängt mit vielen fröhlichen Menschen. Ich stellte mich mit meiner eigenen Bratwurst zu ihm und versuchte, ein bisschen Smalltalk mit dem Senator zu machen. Das gestaltete sich allerdings schwierig.

Sein Charme ist doch eher spröder Natur, seine Ausstrahlung kühl. Beim Sprechen kommt es einen so vor, als würde er bellen. Wir redeten wahrscheinlich kurz über das Wetter („gut“) oder über die Bratwurst („lecker“), ich weiß es nicht mehr so genau. Ich ging dann bald weg. Sarrazin habe ich nie wieder getroffen.

Aber gebellt hat er über die vergangenen Jahre viel: Über die Ernährung von Hartz IV Empfängern, über die mangelnde Integration von Migranten oder, wie zuletzt, über die Nutzlosigkeit des Euro. Die Rolle des Teufelsanwalts ist ihm wie auf den Leib geschnitten. Deswegen hat er ja auch eine erstaunlich große Fangemeinde. Viele Leute denken ja, dass da endlich jemand sei, der unangenehme Wahrheiten ausspricht und sich nicht darum schert, dafür angefeindet zu werden.

Seine Provokationen sind einfach anstrengend
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28 Kommentare zu "Dutschke spricht: Wieder dreht sich das Karussell"

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  • Es ist schon richtig, dass Herr Dutschke sich nicht an das neue Buch von Herrn Sarrazin herangetraut, es würde ihn intellektuell bei weitem überfordern, den Inhalt zu verstehen und in seine simplen Denkschemata einzuordnen.Das Denkorgan des Herrn Dutschke ist beschränkt, sein Instinkt hingegen geht nicht fehl zu erkennen, was er sich zumuten kann und darf und was nicht.

  • Puh, eigentlich wollte ich das neue Buch von Sarrazin gar nicht lesen. Ich arbeite gerade im außereuropäischen Ausland und sehe daher auch so, wie meine Ersparnisse durch den Euro vernichtet werden. Aber nun muss ich das Buch wohl doch lesen. Gibt es das auch schon als eBook?

  • Selten so einen dämlichen Schwachsinn gelesen.
    Der Mann ist beschäftigt an der Hertie School of Governance? Deutschland schafft sich ab.

  • so sieht's aus, auch der Sohn von Augstein und die Tochter von Ulrike Meinhof dürfen das

  • Herr Dutschke, Jahrgang 1980, kann höchstens 28 Jahre alt gewesen als er Herrn Sarrazin,Finanzsenator in Berlin, bei einem SPD-Bratwurst-Essen traf.

    Wahrscheinlich ist sein Artikel aus verletztem Stolz geschrieben. Eine Person in dem Alter hätte ich an Stelle von Herrn Sarrazin auch nicht Ernst genommen.

  • Lieber Herr Dutschke,
    Ihre Beschäftigung mit der Person Thilo Sarrazin erinnert ja schon fast an die Tiraden einer Kolumnistin in der Frankfurter Rundschau, die die Zeitung selber lieber schnellwieder aus ihrem Online-Auftritt entfernt hat und die ich hier nicht wiederholen möchte. Wenn Sie aber die Kraft haben, sich mit den Argumenten Thilo Sarrazins in seinem Buch „Europa braucht den Euro nicht“ zu beschäftigen, ohne es lesen zu wollen, empfehle ich Ihnen wenigstens die Lektüre des Beitrags von Fritz W. Scharpf in der SPD-nahen Zeitschrift „Berliner Republik“, Heft 2/2012, unter der Überschrift „Rettet Europa vor dem Euro!“.

    http://www.b-republik.de/aktuelle-ausgabe/rettet-europa-vor-dem-euro.

    Und vielleicht auch Joscha Schmierer, einen Weggefährten Ihres Vaters, früher SDS-Heidelberg, später unter Joschka Fischer im Planungsstab des Außenministeriums mit Zuständigkeit für Europa, mit seinem „Zwischenruf zur Außenpolitik“, in dem er der Argumentation Scharpfs folgt:

    „Durchwursteln wird kaum gelingen: Hat sich die EU mit dem Euro übernommen?“,

    nachzulesen bei der Heinrich Böll Stiftung unter

    http://www.boell.de/internationalepolitik/aussensicherheit/aussen-sicherheit-eu-griechenland-euro-14643.html.

    Dann können sie vielleicht auch was zur Sache sagen, denn –um es mit Ihren eigenen Worten zu sagen- die Diskussion um den Euro ist zu wichtig, als dass wir uns auf Ihr Niveau einlassen sollten.

  • Wahrscheinlich reicht es aus. der Sohn von Rudi Dutschke zu sein, um im Handelsblatt Dinge kommentieren zu dürfen, von denen man nichts bersteht.

  • Herr Dutschke, Jahrgang 1980, ist ein arroganter Ignorant. Er sollte das Buch lieber mal lesen, als seine Ahnungslosigkeit einem breiten Publikum zu offenbaren. Vielleicht ist ihm auch die Bratwurst nicht bekommen. In der nächsten Kolumne sollte er mal über die Currywurst schreiben.

  • Die weithergeholte billige Anmache kann nicht darüber hinwegtäuschen, wie oportunistisch und minmalistisch der als Sohn Rudi Dutschkes vorgestellte Autor Marek Dutschke ist... das zieht einem ja die Schuhe aus!!!
    Meine Güte, kein Wunder, daß Thilo Sarrazin nicht angebissen hat und lieber seine Bratwurst verzehrt hat ^^
    Aber immerhin kann Rudi's Sohn mehr absondern als twitter-one-liner!
    Aber das hätte vollkommen genügt, der Rest ist leider Zeitverschwendung.
    Ich fasse also zusammen:
    "Die Diskussion um den Euro ist zu wichtig, als dass wir uns auf dieses Niveau einlassen sollten."
    Wetter? gut!
    Bratwurst? lecker!

  • Seltsam: Einserseits wird zum Schluss sinngemäß darauf hingewiesen, dass das €-Thema viel zu wichtig sei, um sich in der Diskussion über diesen auf ein niedriges Niveau zu begeben, andererseits wird dieses mit diesem sehr sinnarmen Kommentar erfolgreich erreicht, garniert mit dem zweifelhaften Hinweis, dass man bloß nicht Thilo Sarrazins €-Buch kaufen sollte, um seinen Medienrummel nicht weiter zu beschleunigen.
    Vielleicht kauft man das Buch ja nicht nur aus Solidarität zu Thilo Sarrazins Finanzen, sondern gerade weil man sich über Hintergeründe der €-Krise fachlich-fundiert informieren will bei jemanden, der diesbezüglich über die besten ökonomischen Referenzen verfügt (neben Prof. Wilhelm Hankel und H.-O. Henkel).

    Ich verstehe auch nicht, warum sich jemand mit der Feststellung von Mentalitätsunterschieden zwischen einzelnen Ethnien + Völkern, welche mit unter zur €-Krise geführt haben, disqualifiziert. Nur weil diese objektive Feststellung nicht in die ideologisch-gutmenschlich festgelegte Dutschke-Schablone passt (es kann nicht sein, was nicht sein darf, bzw. nicht linker Denkideologie entspricht), muß diese ja nicht Falsch sein. Hierbei wird mal wieder billig versucht etwas fragwürdig schlechtzumachen, ohne selbst plausible Gegenargumente anbringen zu können. Wie so ein typischer Zensor, der es zwar nicht Besser weiß, weil er offensichtlich von Ökonomie keine Ahnung hat, jedoch dafür genau weiß, was politisch unkorrekt nicht gesagt werden darf.

    Und das man auf einem SPD-Dorffest alleine rumsteht, ist ja nun das Beste was einem passieren kann. Ich selbst wüsste auch nicht, mit wem ich mich bei einer solchen Veranstaltung unterhalten sollte, ausser mit Thilo Sarrazin. Dann aber nicht über's Wetter oder die Bratwurst, dafür wäre mir diese einmalige Chance echt zu wertvoll.

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