Henkel trocken Deutschlands Euro-Austritt ist ein Gebot der Solidarität

Mit einem Austritt aus dem Euro würden Deutschland und andere Nordländer wie Holland und Österreich nicht nur sich selbst einen Gefallen tun. Profitieren würden auch die verbleibenden Euro-Länder aus Südeuropa.
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Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Nach mir meldete sich letzte Woche ein weiterer Ex-Präsident des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) zum Thema „Eurorettungspolitik“ zu Wort. Dr. Heinrich Weiss, erfolgreicher Familienunternehmer aus dem Siegerland, schätzt die Eurorettungspolitik ganz anders ein als der amtierende BDI-Chef, Dr. Ulrich Grillo. Letzterer meinte in der vergangenen Woche im ZDF, man müsse Europa nur „besser erklären“.  Am Wahlabend verbreitete er vor Millionen Fernsehzuschauern die Lüge, die AfD sei europafeindlich. Weiss, Anfang der 90er Jahre Präsident des BDI, hielt nun in der „Wirtschaftswoche“ dagegen:

„Der Erfolg der AfD zeigt, dass immer mehr Bürger die Vertuschung und Verleugnung der auf uns zukommenden Belastungen durch die Euro "Rettung" durchschauen. Das Ergebnis für die AfD wird die Politik zur Wahrheit ermahnen, die Öffentlichkeit aufwecken und den Parlamentariern klarmachen, dass Sie nur dem Wohl der Bürger und Ihrem Gewissen, aber nicht der Fraktionsführung verpflichtet sind. Die Medien haben nun eine besondere Verantwortung als einzige - wenn auch außerparlamentarische - kompetente Opposition in der Euro-Problematik.“

Gerade wem Europa am Herzen liegt, sollte sich gegen die Eurorettungspolitik auflehnen, denn diese bringt die Länder in der Eurozone zunehmend gegeneinander auf. Der Euro macht deutsche Politiker glauben, ihre Nase dauernd in die Angelegenheiten anderer Länder stecken zu müssen. Kein Wunder, dass die deutsch-französischen Beziehungen stimmungsmäßig auf einem Tiefpunkt angekommen sind und Kanzlerin Merkel bei ihrem letzten Besuch in Athen von 7000 Polizisten beschützt werden musste. Der Euro verbreitert den Graben zwischen den E.U.-Ländern nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Eurozone: Die Politik der Zentralisierung droht nun sogar, Großbritannien ganz aus der E.U. zu treiben.

Nicht nur die „Professorenpartei“ AfD, auch eine wachsende Zahl bekannter internationaler Ökonomen kritisiert die verheerenden wirtschaftlichen und politischen Folgen des Einheitseuros. Wie ihre deutschen Kollegen auch, sind sie zu der Überzeugung gelangt, dass der Euro längst zu schwer für den Süden geworden ist und dort massive ökonomische und gesellschaftspolitische Schäden anrichtet. Sie beklagen ebenso, dass der Euro für den Norden zunehmend unterbewertet ist und damit zu einer  Subvention der Exportindustrie zu Lasten der Bürger wird. Schließlich tragen diese das finanzielle Ausfallrisiko im Süden.

Wachstumschance für verbleibende Euro-Länder
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87 Kommentare zu "Henkel trocken: Deutschlands Euro-Austritt ist ein Gebot der Solidarität"

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  • Lieber Uwe Reissner,

    sicherlich ist Ihnen entgangen dass Finland aufgrund seiner Rohstoffvorkommen sicherlich keine finanzielle Schieflage erfahrenb muss. Und Niederlande und Oesterreich in einer Kriesensituation zu unterstuetzen is einfach ein Klacks im Vergleich. Die Infrastruktur der in Nordeuropa und die Arbeitsmoral sowie das technische Know How ist in den Niederlanden und Oesterreich auf dem Stand von Deutschland und wenn doch wieder Erwarten beide Laender leiden sollten, waere es von meiner Perspektive aus gesehen eine Freude diese Laender zu unterstuetzen um in der Zukunft noch eine intensivere Zusammenarbeit zu gewaehrleisten!

    Allerdings stimme ich Ihnen zu dass auf lange sich auch eine D-Mark wieder eingefuehrt werden koennte. Sollte diese zu stark werden, drucken wir einfach genug davon, die Schweiz hat es ja vorgemacht und es funktioniert!

    http://travelling-bali.com/confusing-financial-markets-trades-economical-laws-going-wrong/

    erklaert Ihnen noch mehr ueber die aktuelle Lage!

    Viel Spass beim Lesen und alles Gute

  • Lieber Hans-Olaf Henkel,

    Ihr Beitrag spiegelt nicht nur hervorragend die aktuelle Situation wider und bietet einen hervorragenden Loesungsansatz, er zeigt auch die Situation vor 100 Jahren.

    Jeder der ein wenig tiefer in die Geschichte eintaucht wird feststellen, dass genau diese Sitauation vor 100 Jahren der Ausloeser des ersten Weltkriegs war.

    Es gab eine Nation, die aufgrund Ihrer Produktivitaet in Europa einen enormen 'Handelsbilanzueberschuss' erzielte und diese Nation war Deutschland.

    Alle Europaeschien Laender fuerchteten die realative Staerke der Deutschen und es wurde begonnen ein Komplott zu schmieden welcher durch historische Dokumente (Briefe der Staatsoberhaeupter) nachgewiesen ist.

    Der Kriegsbeginn durch Deutschland wurde durch die Mobilmachung anderer Laender und den Komplott gegen Oesterreich erzwungen.

    Wir hoeren aus Amerika immer wieder "wir brauchen den Euro", genau so wie wir es von anderen Laendern hoeren welche mit unserem Wachstum nicht mehr Schritt halten koennen. Nun liegt die Vermutung nahe, dass sich Geschichte wiederholt und auch wenn man an Verschwoerungstheorien zweifelt, so findet man doch erheblich viele Paralellen!

    Die Deutschfeindlichkeit hat sich erheblich verstaerkt und der Ruf Deutschlands wird systematisch zerstoert.

    Liebe Griechen, Italiener, Spanier und andere Defizitlaender: " Leider is es nunmal so dass Qualitaet auf lange Sicht immer gewinnt! So lange Ihr 3 Stunden Siesta haltet, Euch nicht um Eure Infrastruktur kuemmert oder Eure Arbeitsmoral aendert, wird das leider nichts, werder auf kurze noch auf lange Sicht.
    Die strukturellen Unterschiede sind einfach zu hoch und rechtfertigen in keinster Weise eine gemeinsame Waehrung. Gerne Versuchen wir es wieder in 30 Jahren!"
    Der nachfolgende Artikel erklaert warum wir auf eine ungeahnte Krise zusteuern und die aktuellen Probleme im Vergleich zu den kommenden 'Peanuts" sind.
    http://travelling-bali.com/confusing-financial-markets-trades-economical-laws-going-wrong/

  • Es wird mit dem Euro nicht besser. Alles Gerede ist ... Jeder mag sich seinen Teil denken. Die Euroskeptiker nehmen zu, aber warum wohl. Man sehe sich die Staaten an, wie z. B. Frankreich, Italien etc. Nur schade, dass die AfD nicht in den Bundestag gekommen ist. Rudolf Thalmann, Bruchhausen-Vilsen.

  • Ob die Botschaft von Henkel bei den Deutschen angekommen ist, darf, gemessen am Wahlergebnis, bezweifelt werden. Merkel und Schäuble lassen doch keine Zweifel daran, daß sie dieses Land in einen planwirtschaftlich-zentralistisch-politbürokratischen Umverteilungsstaat Europa führen wollen, deren letzte Hindernisse mit der Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz ESM des letzten Parlaments, auch für Folgeparlamente, die in der Zusammensetzung ja nicht wesentlich anders sein werden, beseitigt worden sind. Und die Summenbegrenzung auf 0,7 Bio. Euro, das hat seinerzeit die IWF-Chefin Lagarde bereits betont, ist reine Augenwischerei bei einer Formulierung im Vertrag, nach der der Gouverneursrat jede Summe verlangen kann, die er für erforderlich hält und darüber niemandem Rechenschaft abzulegen hat. Ob die Deutschen nun mit ihrer nationalen Eigenständigkeit nicht mehr klar kommen und auf der Flucht vor sich selbst sind – kein anderer europäischer Staat folgt ihnen da, wie ihnen auch beim Atomausstieg niemand Beifall geklatscht hat oder gar gefolgt ist, im Gegenteil – oder ob sie völlig dem Mutti-Mainstream unterliegen und ihrer Sehnsucht nach Sicherheit und Wohlstand und undifferenziertes Aufgehen in einer großen Masse auf Frau Merkel projizieren, wie unlängst ein Psychologe in dieser Zeitung festgestellt hat, ist doch nur noch für Historiker interessant.
    Unsere letzte Hoffnung ist die erfolgreiche Fortsetzung des Programms AfD - und nicht nur bei diesem Thema
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Peter Kraa

  • Sensationeller Artikel. Wenn das Handelsblatt den Henkel nicht hätte, wäre es ärmer, vielleicht sogar Arm dran.
    .
    Ein fels inden opportunistischen Verschleierungsartikeln von Eurowahn und Exportweltmeistersucht.

  • Die DM kann auch gut als Einzelwährung überleben.
    Si ewar in den neunzigern die zweitwichtigste Währung der Welt.
    Es würden sich eine Reihe von anderen Währungen relativ fest um sie herum gruppieren, wie es in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren gewesen ist.
    Bei Bedarf wertet dann die eine oder andere währung auch mal ab.
    Es würde alles wunderbar funktionieren, wenn da nicht der Neid der Franzosen wäre, die zwar Atombomben besitzen aber sonst nicht viel.

  • Alle Parteien, die den ESM im Bundestag durchgewinkt haben, sind für mich auf Dauer unwählbar.
    In Briefen an die FDP habe ich (ehemaliger FDP-Wähler) der FDP geraten, sich gegen die Euro-Rettungspolitik zu stellen, nur das sichere ihren Platz im Bundestag.
    Man hat nicht auf mich gehört, die FDP steht nun vor der Tür, genau da, wohin sie gehört.

  • @Rechner

    Ein PRIMAER-Ueberschuss heisst aber noch lange nicht, dass das Land die Zinsen bedienen kann oder will. Italien wird dann ganz schnell nach einem Schuldenschnitt fragen, so wie ihn Griechenland bekommen hat. Das wird ja so vertuscht, dass es nichtmal als Default gilt?!

    Und das hier die Reichen gerettet werden, ist auch klar: wenn Italien WOLLTE wuerde es einfach eine einmalige Vermoegenssteuer einfuehren und so die Staatsschulden reduzieren. Aber ich vermute die Mehrheiten im Parlament (Superreicher Berlusconi etc.) lassen das nicht zu.

    Das dann versucht wird, anderen Laendern in die Tasche zu greifen, ist abscheulich.

  • schnauzevoll weiss nicht wovon Er redet.Dann hält man besser die Klappe

  • Guten Tag,

    ob Euro, Nord Euro oder was auch immer ist nur ein Herumdoktorn an den Symptomen!

    Die Ursache liegt im Geldmonopol des Staates und die Probleme, die wir jetzt sehen, sind im Fiat Money System "systemimmanent"!

    Die Lösung ist in der östereichischen Schule und im Programm der Partei der Vernunft zu suchen!
    --> Marktgeld!
    Warum bekomme ich vorgeschrieben mit welchem Geld ich zu bezahlen habe?

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