Henkel trocken Her mit der Frauenquote in Aufsichtsräten!

Eine gesetzliche Frauenquote im Management macht wenig Sinn, wenn es an passenden Kandidatinnen mangelt. Anders verhält es sich mit den Aufsichtsräten. Hier kann auch augenscheinlich fachfremde Expertise von Nutzen sein.
14 Kommentare
Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Ich bin für eine gesetzlich festgesetzte Frauenquote für Aufsichtsräte - unter Bedingungen. Nicht nur, weil alle Appelle und Selbstverpflichtungen uns kaum weiter gebracht haben, sondern auch, weil ich selbst gute Erfahrungen mit Quoten gemacht habe.

Da war die Nachkriegserfahrung. Zehntausende von Kriegerwitwen wurden zu Unternehmerinnen, weil der Chef eines kleinen, mittleren und manchmal größeren Unternehmens ausfiel. Als mein Vater nicht mehr aus dem Krieg zurückkam, hinterließ er meiner Mutter ein Unternehmen. Fortan war sie nicht nur für die Erziehung ihrer drei Kinder, sondern auch für die Führung der Firma zuständig. Der Wiederaufbau Deutschlands wurde nicht nur durch Trümmerfrauen, sondern auch durch hervorragende Unternehmerinnen vollbracht.

Da ist die positive Erfahrung mit Quoten durch die „affirmative action“ in den U.S.A.. Sie hat die überfällige Integration der Afro-Amerikaner beschleunigt. Noch 1964, zur Zeit meines ersten U.S.-Aufenthalts, waren die Toiletten in vielen Südstaaten für die Benutzer nach der jeweiligen Hautfarbe getrennt. Ohne „affirmative action“ wäre ein Barrack Obama kaum möglich gewesen.

Da war meine Erfahrung als Chef der Tochter eines amerikanischen Unternehmens, welches Quoten für die Einstellung und Beförderung von Frauen auch für die IBM Deutschland vorgab. Martina Koederitz wäre heute nicht die Chefin der IBM Deutschland, hätte ich sie nicht 1986 - auch unter dem Druck einer solchen Quote – zusammen mit anderen Frauen eingestellt.

Um es klar zu sagen: Der Gesetzgeber ist völlig ungeeignet, Frauenquoten für die Besetzung von Managementpositionen vorzuschreiben, so wie es die EU-Kommissarin Reding will. Als Aufsichtsrat des führenden Anlagebauers SMS könnte ich keine Frau finden, die die notwendigen Montageerfahrungen im Ausland mitbringt, um dort im Vorstand tätig zu sein. Würde uns ein Gesetz zu Frauenquoten in Vorständen zwingen, müssten die Unternehmen massenweise Vorstände mit Scheinverantwortung ins Schaufenster stellen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
An Kandidatinnen mangelt es nicht
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Henkel trocken - Her mit der Frauenquote in Aufsichtsräten!

14 Kommentare zu "Henkel trocken: Her mit der Frauenquote in Aufsichtsräten!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich kann mich dem Kommentar von Azaziel fast ohne Einschränkung anschließen. Es ist kaum noch etwas hinzu zu fügen. Ich war fast immer der Meinung von O.Henkel, aber nun, zum zweiten Mal, Irritation, die einen verwundern läßt. Auch ein Aufsichtsrat sollte zu seiner Auswahl dem Kriterium von Fähigkeit und Unfähigkeit unterliegen und nicht eine Funktion der Menge sein. Würden die Frauen eine bessere Fähigkeit aufweisen als die Gruppe der Männer , dann hätte wohl kaum jemand Einwände, wenn letztlich mehr Frauen als Männer im Aufsichtsrat oder auch in anderen Einrichtungen wären. Aus biologischen Gründen haben Männer wahrscheinlich Vorteile, sie sind scheinbar durch ihre Kämpfermentalität bevorzugt - jedenfalls im Regelfall, und die ist nun mal zwingend erforderlich, denn noch ist das Leben ein Kampf und Unternehmen machen da keine Ausnahme.
    Alleinig Leistung bzw Fähigkeit muß das einzige Kriterium sein. Beide, Männer als auch Frauen, beide haben ihre Fähigkeiten und Bestimmungen, Überschneidungen sind normal.

  • @ Olaf Henkel – In einer Marktwirtschaft muss der Eigentuemer, der Aktionaer, seinen repraesentanten ALLEINE bestimmen duerfen. Dieses Recht des Aktionaers wird bereits durch die Klasse der bezahlten Manager dramatisch ausgehoehlt. Hinzu kommt die Mitbestimmung die ebenfalls die Rechte der Eigentuemer untergraebt, ohne dabei den Arbeitnehmern zu helfen. Und da kommen Sie jetzt mit Ihrer Zeitgeistparole von der Frauenquote im Aufsichtsrat. Warum eigentlich Frauen? Warum nicht Behinderte oder Auslaender? Warum sollen eigentlich nicht die grossen Religionen oder christlichen Konfessionen quotenmaessig repraesentiert sein? Warum soll denn nicht gleich die ganze Gesellschaft quotenmaessig abgebildet werden? Und warum nur die Aufsichtsraete? Man koennte ja Quoten auch fuer Berufsgruppen einfuehren. Es sollte mindestens genauso viele Bademeister wie Bademeisterinnen geben.

    Und wie hilft die Frauenquote in den Aufsichtsraeten den vielen Millionen Verkaueferinnen und Huasfrauen? Die freuen sich fuer Ihre Geschlechtsgenossinen?

    Herr Henkel, ich bin ein aufrichtiger Anhaenger von Ihnen, aber mit diesem unsaeglichen Schwachsinn haben Sie mich sehr enttaeuscht.

  • Das ist keine Sinnvolle Forderung.
    Dies impliziert das 2 Männer im gleichen Job das gleiche Verdienen. Das ist nicht der Fall, damit sind Einzelfälle nicht vergleichbar.
    Ausserdem Haben Frauen öfters Teilzeit oder Minijobs, so dass sie Automatisch weniger Verdienen als eine Vollzeitkraft. Damit sind Durchschnittswerte nicht vergleichbar.
    Allerdings erhalten Frauen mehr Rente als Männer, da ihre Lebenserwartung höher ist, aber beide die gleiche Rente bei gleichen Einzahlungen erhalten.
    Lasst doch endlich mal die Gleichmacherei!!! Okay Frauenquote für die Aufsichtsräte ist okay, ob da unfähige männliche Politiker oder unfähige frauenpolitiker sitzen, spielt wirklich keine Rolle.



  • Frauenquote- Im Krieg und direkt danach habe ich Frauen erlebt,die hervorragendes leisteten; vor denen ich noch heute den Hut ziehe. Der Unterschied ist : heute sind es Karrierefrauen, deshalb bin ich skeptisch. Heinrich Seibert,Ing.

  • Um sicher zu gehen, hier keinen Quatsch zu erzählen, habe ich noch mal kurz nachgeschaut: "Die Tätigkeiten eines Vorstandes sollen, um bspw. Misswirtschaft oder eigennütziges Fehlverhalten zu unterbinden oder aufzudecken, durch eine weitere Instanz kontrolliert werden. Hierzu ist es notwendig, ein Aufsichtsgremium einzurichten, welches eine angemessene Kontrolle des Vorstands sicherstellen soll. Dieses ist im deutschen System der Aufsichtsrat." Aha! Und wieso soll es dann hier falsch sein durch eine Quote Frauen in Aufsichtsräten zu installieren? Mit Sachverstand, Empathie, scharfem Blick aufs Wesentliche und der Fähigkeit zwischen den Zeilen lesen zu können sollten diese, von der Männerwelt dort oben vollkommen überbewerteten, Jobs doch wohl zu schaffen sein!? Ich kenne alleine sieben geeignete Frauen, die in ganz unterschiedlichen Sparten direkt eingesetzt werden könnten! Bei Interesse bitte melden! (Hier schreibt eine kleine Unternehmerin, knapp 50, alleinerziehende Mutter, mit beiden Beinen im Leben und dennoch guter Laune!)

  • Mit den Trümmerfrauen meinte ich nur, dass es durchaus Frauen gab, die Anerkennung verdient hatten und die Ärmel hochkrempelten.

    Die Frauen in den Aufsichtsräten hingegen kassieren hohe Gehälter und lassen sich von Merkel und EU dirigieren. EIn weibliches Dirigier-Netzwerk soll in der Wirtschaft installiertw erden. Kann man garnicht vergleichen, da haben Sie recht, Margrit. Damals hatten die Frauen auch eine Kinderquote von 2,0. Heute haben sie nur noch Kinder, wenn sie dafür auf nichts verzichten müssen.

  • Hier widerspreche ich Herrn Henkel ganz entschieden.
    Denn es wird bei den Quoten für Aufsichtsräte nicht bleiben.
    Einmal einen Quoten-Quatsch installiert, wird es so weitergehen. So lange dies alles von Über-Feminusmus und Fanatismus, ohne jeden Verstand getragen ist, kommt nichts Gutes dabei raus
    Und die heutigen Quotenweiber mit den Trümmerfrauen zu vergleichen, ist nun wirklich ein bißchen daneben
    Wehret den anfängen

  • Âlles wird gefördert, nur nicht der normale hetero-Mann. Das ist der Plan ihn unterzujochen und auszublenden. Die Medien in Deutschland spielen da voll mit. Jeder Mann mit "weicher Ausstrahlung" kommt sofort ins Fernsehen als Vorbild.

    Der starke, ehrliche, aufrichtige, konsequente, charismatische Mann soll aussterben. Zu wenig anpassungswillig, zu unbeugsam, zu wenig angepasst. Das ist der Plan.

  • Wer eine Frauenquote befürwortet, muss konsequenterweise auch noch eine Ausländer- und Behindertenquote in Aufsichtsräten fordern. Die sind auch alle benachteiligt, man müsste mal weiter nachdenken, es gibt bestimmt noch mehr banchteiligte Gruppierungen.

  • Die Affirmative Action ist einer der Hauptgründe für den Niedergang Amerikas. Nur ein komplett geisteskranker Sadist könnte dieser absurden Schmierenkomödie die seit nun mehr vier Jahrzehnten Bestandteil des amerikanischen Alltags ist eine positive Wirkung attestieren. Jedes Jahr sterben in den USA Menschen weil sie von unqualifiziertem medizinischen Personal behandelt werden das seine Abschlüsse der Affirmative Action verdankt, bleiben Verbrechen unaufgeklärt weil die Kriminalbeamten nach Rassenzugehörigkeit und nicht nach Qualifikation befördert werden. Die illegale Masseneinwanderung aus Mittelamerika hat zudem neben den schwarzen Nutznießern eine zweite Gruppe geschaffen welche die Affirmative Action in hohem Maße beansprucht und so erhebliche Sozialkosten verursacht. Die desaströse Entwicklung der kalifornischen Finanzen ist untrennbar mit der Affirmative Action verbunden. Ohne die Affirmative Action sei Obama nicht möglich gewesen schreiben Sie, sehr richtig ein ostentativ desinteressierter, harte Drogen konsumierender Nichtstuer und Salon-Sozialist wäre den USA erspart geblieben. Dabei zeigt Obamas Berufsweg das seine Zulassung zur Havard Law School und das damit in ihn gesetzte Vertrauen naiv und voreilig war. Obama hat als Anwalt kaum Erfolg gehabt und trotz umfangreicher Unterstützung von wohlhabenden Gönnern schnell die Flucht in einen Lehrkraftsposten an der University of Chicago angetreten. Auch dort wissen seine Studenten wenig Positives zu berichten,nur ein Drittel seiner Studenten bewerteten seine Arbeit als gut.
    Was die Bevorzugung von Frauen in den USA angeht so hat auch hier die Affirmative Action mehr Schaden als Nutzen gebracht, Frauen werden in Posten gedrängt für die sie offensichtlich unqualifiziert sind und werden dann mit hohen Abfindungen wegelobt. In den Ingenieurwissenschaften sind Frauen auch nach über dreißig Jahren Förderung weiterhin nicht einmal eine Fußnote.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%