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Henkel trocken Von Euro-Lügen und Euro-Lügnern

Die Ehre, das Lügen in der Politik offiziell zur Staatskunst erhoben zu haben, gebührt Jean-Claude Juncker. Für die Euro-Rettung hat er die Lüge salonfähig gemacht. Das ist ein machiavellistisches Rezept.
39 Kommentare
Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Hans-Olaf Henkel – Henkel Trocken. Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ein Politiker nicht ein Versprechen abgibt, von dem alle wissen, dass er es nicht halten wird. Selbst der Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsrats vermutet öffentlich, dass die im CDU-Wahlprogramm versprochenen Wohltaten nicht ernst gemeint sind. „Ein Wahlprogramm findet sich nie im Regierungsprogramm“, sagt er. Gleichzeitig warnt er vor dem Wahlprogramm der Grünen. Soll wohl heißen: die CDU lügt, die Grünen sagen die Wahrheit. Um der Lüge nicht überführt werden zu können, stellte die CDU ihre Versprechen unter einen „Finanzierungsvorbehalt“. Das ist so, als würde man beim Lügen hinter dem Rücken zwei Finger kreuzen.

Mit solchen Verschleierungsbemühungen geben sich die Euro-Retter schon lange nicht mehr ab. Die Ehre, das Lügen in der Politik offiziell zur Staatskunst erhoben zu haben, kommt nicht zufällig dem Mann zu, der lange den Spitznamen „Mister Euro“ trug: Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, der bis vor kurzem im großen Euro-Theater die Hauptrolle spielte. Stolz verkündete der Chef der Euro-Gruppe sinngemäß: Hier lüge ich, ich kann nicht anders.

Dass Politiker lügen, ist also nichts Neues. Aber sie haben es entweder nie zugegeben oder sind, wenn überführt, zurückgetreten. Für die Euro-Rettung hat Juncker die Lüge salonfähig gemacht. Denn ohne sie, das wusste er, wäre der Euro nicht mehr zu retten. Wenn man ein politisches Ziel nur erreichen kann, indem man lügt, dann muss es um dieses Ziel, in diesem Fall den Euro, schlecht bestellt sein. Doch mit stillschweigender Berufung auf den Zynikerspruch, dass der Zweck die Mittel heilige, hat Juncker offen zugegeben, was sonst vertuscht wird. Ja, ich lüge. Und warum lüge ich? Weil es um das Überleben des Euro geht. Von ihm stammt der Ausspruch: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“

Wie ein roter Faden zieht sich dieses machiavellistische Rezept durch die Geschichte des Euro und seiner Rettung. Der Chef der Eurogruppe selbst, der eigentlich, da es um viel Geld geht, Schutzheiliger der Wahrheit sein müsste, meint also: Lügt dreist, und im Zweifel beruft Euch auf mich. Hat man dann „vollendete Tatsachen“ geschaffen, bleibt den Bürgern nichts übrig, als diese abzunicken. „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert“, so sagte er einmal. „Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ Inzwischen verfolgt nicht nur der deutsche Finanzminister eine ähnliche Taktik. Die Aufgabe eines Euro-Retters besteht also darin, gerade nicht zu tun, was sein Volk von ihm erwartet, sondern sein Volk zu dem zu zwingen, was er von ihm erwartet.

Die Geschichte der Euro-Rettung ist eine nicht enden wollende Geschichte von Lügen und Lügnern. Nur Juncker, das sei positiv hervorgehoben, hat sich bisher dazu offen bekannt. Bei seinen den Euro rettenden Kollegen weiß man nicht so genau: Wissen sie die Wahrheit noch nicht oder lügen sie schon? Schon Friedrich Nietzsche brachte es auf den Punkt: „Der Phantast verleugnet die Wahrheit vor sich, der Lügner vor anderen.“

In welche Kategorie sie gehören, wissen unsere in den Euro verliebten Politiker selbst am besten.

Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor an der Universität Mannheim. Bekannt wurde der langjährige IBM-Manager vor allem als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

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39 Kommentare zu "Henkel trocken: Von Euro-Lügen und Euro-Lügnern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Noch eine Partei?
    Sorry, aber in der AfD sind mir ganz einfach viel zu viele, die uns vor 20 Jahren noch gepredigt haben, wie wichtig der EURO sei.
    Zudem: was sollen wir mit einer Partei, die, knapp im Parlament, sofort mit CDU/CSU oder SPD koaliert und dann auf Grund "Politischer Zwänge" oder noch besser: "Ökonomischer Zwänge" genau das Gegenteil von dem macht, was sie vor der Wahl gepredigt hat?
    Da wähle ich dann doch lieber die LINKE, denn bei der kann ich sicher sein, dass sie nicht irgendwelche "Geheimverträge" mit irgendwelchen windigen transatlantischen "Partnern" eingegangen ist. Die Tatsache, dass die LINKE sogar offen bespitzelt wird, zeichnet sie in Zeiten von PRISM aus.

  • @Seibert
    Ich glaube nicht, dass aus einem Missbrauch der Demokratie, wie wir ihn jetzt gerade haben, zwingend eine braune Dikatur erwachsen muss. Das haben wir letztlich auch selbst in der Hand.
    Denn DASS man etwas bewegen kann, haben wir doch in den letzten Jahren mehrfach gesehen. Da haben sich ganze Völker per Facebook darauf geeinigt, ihre Regierung zu stürzen. Und diese Leute hatten oft genug einen viel niedrigeren Bildungsstandard als wir Deutsche. Wir können uns demnach nicht damit herausreden, wir seien zu dumm oder zu uninformiert.
    Wir jammern zu viel und tun zu wenig.
    Unser jetziges System, den Kapitalismus, halte ich trotz seiner erkennbaren Mängel für das beste, das es gibt. Und sofern dieses System einigermaßen gerecht daher kommt wie z.B. in einer sozialen Marktwirtschaft, bietet es auch allen Mitgliedern ausreichend Chancen. Diese Chancen und deren Nutzung machen die Gesellschaft stark.
    Ich bin davon überzeugt, dass es auch jetzt sehr viele Menschen gibt, die unser System gegen weitere Angriffe unserer Politiker verteidigen wollen. Die Alternative für Deutschland halte ich für eine Partei, die das System verteidigen möchte.
    Deswegen unterstütze ich sie und werde sie natürlich im September wählen.
    Den braunen Rattenfänger sehe ich erstmal nicht. Aber dafür eine tolle Chance, unser System zu retten.

  • @Novaris
    Mit Zynismus kommen wir hier nicht weiter. Helfen Sie lieber mit und machen Sie die AfD stärker!

  • @Volkswirt13
    „Auf der anderen Seite steht die offensichtliche Schuldenkrise, da hat aber per se erstmal nichts mit dem Euro zu tun.“

    Ihr Argument erinnert mich an etwas… „bei mir kommt der Strom aus der Steckdose!“

    Und nein, die Verschuldung der Länder wurde sehr wohl durch den Euro erhöht und beschleunigt. Alles nachzulesen und zu hören, z.B. bei Prof. Sinn.

    Was die Zinsen anbetrifft, haben Sie zwar recht, ziehen aber nicht die richtigen Schlüsse daraus. Denn was damals (vor der Euro-Einführung) noch als selbstverständlich galt, nämlich das Finanzieren der eigenen Staatsanleihen mittels höherer Zinsen, ist jetzt plötzlich nicht mehr bezahlbar. Und warum (das haben Sie übrigens auch nicht berücksichtigt)? Weil – anders als damals – es keine eigene Währung mehr gibt, die man bei Bedarf einfach abwerten könnte.

    Wo haben Sie denn studiert? Vielleicht bei Herrn Horn oder Herrn Bofinger?

  • @www_sauberer-himmel_de
    „Wer nicht systemkonfom pariert wird von den Systemmedien totgeschwiegen oder diffamiert! ( Bsp. AfD )“

    Dann kämpfen Sie doch darum, dass es sich lohnt!
    Kämpfen Sie darum, dass es sich NICHT lohnt, Menschen oder Parteien, die nicht systemkonform sind, totzuschweigen oder zu diffamieren.

    Die Politiker, die z.Zt. im Amt sind, werden nämlich nicht freiwillig auf ihre Privilegien verzichten. Ihr „System“ funktioniert nämlich nur dann, wenn SIE sich nicht wehren.
    SIE mit ihrem jetzigen Wehrlos-Kraftlos-Lustlos-Verhalten sind nämlich der Garant dafür, dass alle unsere alternativlosen Politiker ganz genauso weiter machen können wie bisher!
    Das muss unbedingt anders werden.

    Ohne SIE geht es nicht!
    Die Bürger, die sich bereits zusammen gefunden haben, um sich gegen diese Politik zu wehren, brauchen SIE, damit sie noch erfolgreicher sein können! Mit IHNEN und IHREM Engagement könnte es doch gelingen!

    Also kriegen Sie jetzt mal Ihren A… hoch und tun Sie was.
    Ja, ja, ich weiß -Einiges stört Sie. Gucken Sie drüber weg, seien Sie einfach mal etwas großzügig und helfen Sie mit.
    Wie das geht, können Sie auf der Webseite oder auf der Facebookseite der AfD sehen.
    Viel Glück!


  • @R.Rath
    Ich kann Sie ja verstehen… es liest sich auch erstmal alles ganz einleuchtend, was Sie da schreiben.
    Aber leider ist Frau Merkel eben doch keine „leere Hülle“,… das wäre zu schön.
    Nein, sie ist leider eine sehr gefährliche Frau, die mit unserem System spielt und damit mit den Rechten von uns Bürgern.
    Wenn wir ihr weiter freie Hand lassen, dann schafft sie unser System ganz ab.
    Das wird sogar ziemlich schnell gehen.

    Ich denke, diese kommende BT-Wahl wird UNSERE letzte Chance sein.
    Alle Gegner dieser EU-Politik und dieser Euro-Rettungspolitik sollten sich deshalb auf nur EINE Partei einigen, die sie wählen werden.
    Die Partei mit den größten Aussichten, in den BT-Tag zu kommen, ist die Alternative für Deutschland. Zudem genießt ihr Sprecher ein solides Ansehen bei der Bevölkerung. Auch wählt man lieber eine solche Partei als eine linke Partei, denn die Alternative für Deutschland tritt für unser vorhandenes System ein und nicht etwa für ein anderes…
    Im Gegenteil - sie verteidigt es sogar gegen eine aufkommende Diktatur.
    Das alles spricht dafür, dass diese Partei sehr gute Chancen hat.
    Verschenkt Eure Stimme nicht! Schließt Euch an! Ich wähle im September die AfD!

  • @Vicario
    Sie sagen es: Die Auswahl ist zu groß! Wenn wir aus lauter Protest unsere Stimmen an 50 Kleinstparteien geben, dann nützen sie niemandem.
    Uns nicht, der Kleinstpartei nicht.
    Nur die Regierungsparteien profitieren dann von unserer Dummheit.

    Deshalb wäre es SO richtig:

    Aus Anlass der BT-Wahl stimmen wir ALLE für die Alternative für Deutschland.
    Und zwar auch dann, wenn wir etwas an ihr auszusetzen haben.
    Denn es gibt zur Zeit keine andere Partei, die eine wirkliche Alternative anbietet UND eine echte Chance auf Sitze im Bundestag hat! Wenn wir also ALLE dieser Partei unsere Stimme geben, haben wir ALLE die größtmögliche Chance darauf, dass sich tatsächlich an den Verhältnissen im Bundestag etwas ändert.
    Wenigstens das Ablösen so mancher Politiker aus dem Sessel könnten wir so erreichen. Das ist mehr als NICHTS. Denn NICHTS würde passieren, wenn wir unsere paar Prozente auf 8 oder 10 verschiedene Parteien verteilten…
    Auf AUF!!
    Im September die Alternative für Deutschland stark machen!!

  • Say The Truth , was regt Ihr euch eigentlich so auf ? Inzwischen wissen wir es doch alle wie unsere heiß geliebten Gazetten gepolt sind. Was beteiligt Ihr Euch denn an diesem zeitweise sinnlosen Labermüll ?
    Bei t-online ist es vermutlich noch schlimmer als bei Bild, da habe ich mit der Redaktion über die Sinnhaftigkeit von T.Sarrazins Buch ´Deutschland schafft sich ab´ gestritten u.ä., bis mein Account gesperrt wurde !!
    Ich habe sie als Hofschranzen betitelt , die zu einigen Einrichtungen in der BRD(z.B.Zentralräte usw)in Abhängigkeit stehen und erklärungspflichtig sind !

  • Eddy, zu ihrem Fall läßt sich nicht mehr viel sagen, hoffnungslos !(ähnlich wie der Fall Steinbrück)
    1.) Ihre Mutti ist keine Mutti, zumindest hat sie keine Kinder und somit ist Ihre Bezeichnung irreführend.
    2.) Ihre Mutti ist mit der Materie Propaganda bestens vertraut. Sie hat das Geschäft von der Pike auf in der DDR gelernt und zu einer Fertigkeit gebracht,die der von Göbbels unter Adolf sehr ähnlich ist.
    3.) Ihre Mutti wird, wenn es stimmt, von den 40% nur getragen weil die keine Alternativen sehen ! Außerdem sind die Nichtwähler zu beachten, die praktisch aufgegeben haben.
    Nicht wählen ist auch eine wohl begründende Art der Wahl ! Nur Demagogen, Hetzer, und Ketzer wissen es anders zu deuten.
    4.) Ihre Mutti ! Ist das etwa bei Ihnen ein nicht ausgelebter Mutterkomplex ?

  • Schlimm ist doch, dass das Volk oft angelogen werden will, zumindest nun, da es schon passiert ist. Die Wahrheit wäre einfach sehr viel unbequemer. So werden die meisten ihr Kreuz bei den Bundestagswahlen wieder da machen, wo sie Lügen bekommen, denn das ist einfach gemütlicher. Und wenn dann unterstreichende Sprüche fliegen, wie "Europa braucht den Euro", bestärkt man sich in dem falschen Vorgehen. Aber dann bekommt man auch was man verdient.

    Wer anders denkt und sein Kreuz nicht so gerne den großen spenden will, sollte sich mal die AfD ansehen. Das sind die, die auch die Wahrheit wahrnehmen.

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