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Henkel trocken Hollande ebnet „Nord-Euro“ den Weg

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„Wunderwaffe Schuldenbremse“ kann den Einheitseuro nicht retten

Die immer skeptischer reagierende deutsche Öffentlichkeit soll nun mit der Ankündigung einer neuen Wunderwaffe beeindruckt werden: die in allen Ländern verfassungsmäßig zu verankernde Schuldenbremse. Diese soll den Endsieg des Einheitseuros doch noch sichern.

Spätestens nach den französischen Präsidentschaftswahlen wird klar werden, dass diese Wunderwaffe genau so wenig den Einheitseuro stabilisieren kann, wie es die V2 vermochte, die deutsche Niederlage im Zweiten Weltkrieg zu verhindern. Der aussichtsreichste Kandidat, Francois Hollande, hat schon mal klar gestellt, dass eine Schuldenbremse für ihn nicht in Frage kommt.  Kein Wunder, dass Frau Merkel so spektakulär zugunsten Sarkozys in den Wahlkampf eingreift. 

Selbst für den unwahrscheinlichen Fall der Wiederwahl Sarkozys wird es für eine Schuldenbremse in der Verfassung keine Zweidrittelmehrheit in der französischen Nationalversammlung geben. Spätestens nach der französischen Präsidentschaftswahl müsste auch in Deutschland dem letzten Wirtschaftsjournalisten, dem loyalsten Wirtschaftswissenschaftler und dem stromlinienförmigsten Wirtschaftsboss klar werden, dass auch der viel gerühmte Fiskalpakt nicht das Papier wert ist, auf dem er niedergeschrieben wurde und die Fiktion einer „Stabilitätsunion“ zu beerdigen ist.   

So eröffnet die französische Präsidentschaftswahl die Chance für einen Kurswechsel in der deutschen Euro-Politik. Mit der dann faktisch vorliegenden Aufkündigung des Stabilitätspakts durch Frankreich ist der Zeitpunkt für Deutschland, Finnland, Holland und Österreich gekommen, ihrerseits die Euro-Zone zu verlassen (Arbeitstitel: „Nord-Euro“).

Kanzlerin Merkel könnte mit Fug und Recht sagen, dass mit der Nichteinführung der Schuldenbremse die Franzosen, und nicht die Deutschen, die verabredeten Spielregeln gebrochen und damit das gemeinsame Spielfeld  verlassen haben. So sorgt paradoxerweise die französische Politik und insbesondere Francois Hollande dafür, dass das deutsche Festhalten am Einheitseuro nicht mehr alternativlos bleiben wird. 

Hans-Olaf Henkel, geboren 1940 in Hamburg, ist Autor und Honorarprofessor an der Universität Mannheim. Bekannt wurde der langjährige IBM-Manager vor allem als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

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207 Kommentare zu "Henkel trocken: Hollande ebnet „Nord-Euro“ den Weg"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @whoknows

    "Ihre links-grüne Weltbeglückung ist nur eine Anschauung unter vielen"

    Ich weiss das.

    Aber in Sachen Europa ist es nun einmal das, was eigentlich alle demokratisch verfassten Parteien dieses Landes trotz einiger unterschiedlicher Standpunkte, im Grunde eint. Die Deutsche Politik ist europisch orientiert. Ganz einfache Nummer.

    Daß es Menschen gibt, die sich jetzt plötzlich einer "sozialistischen Diktatur", in der die Menschen "gezwungen" sind, ein Zahlungsmittel zu benutzen, das sie "eigentlich" ablehnen, das ist mir auch klar.

    Muss ich diese Meinungen ernst nehmen? Denn das ist es doch, worum es in diesem ganzen Forenstreit geht: Muss man eigentlich Meinungen als Forenmainstream akkzeptieren, die weit jenseits der realität angesiedelt sind, oder darf man sich über hysterische Euroneurotiker lustig machen?

    Ich bin da für's "lustig machen". Nicht weil mir der Respekt vor "anderen" Meinungen abgeht - au contraire, mon cher - ich liebe andere Meinungen, sondern weil Ihr, werte Euroneurotische, Euch schon so weit von der realität abgekoppelt habt und gleichzeitig ein Benehmen drauf habt, daß man Euch einfach ab und an sagen muss: "Ihr seid komplett durchgeknallt und lebt in einem Paralleluniversum, iener von Euch konstruierten Wirklichkeit".

    Ich habe am Tag ca 25 Themen, die mich beschäftigen. Aus keinem dieser Themen würde iche ine Religion machen, ich gucke halt zu und denke mir meinen Teil.

    Euroneutotische scheinen nur EIN EINZIGES THEMA zu haben, das sie mit einem Fanatismus und einer unsäglichen Rechthaberei mit immer den selben Plattitüden rauf und runter beten können und dahinter: Das schwarze Loch.

    Das würde mir an Ihrer Stelle zu denken geben.

  • PS: Ich weiss, Sie sind ganz scharf drauf und wollen es nachlesen.

    http://www.tv3.de/medienverlag/news-aus-radio-und-presse.html

    Einfach ein paar Jahre zurückgehen. Seit die Merkelsche regiert, macht das Kommentieren nicht mehr so viel Spaß, ich würde mich dann irgendwann anhören wie Margritt17888 ;-)

  • Werter hardy,

    Ich denke, es ist alles gesagt, aber nehmen sie doch einfach mal zur Kenntniss, das Menschen unterschiedliche Meinungen, Ansichten und Weltanschauungen haben. Das ist doch auch Vielfalt, die sie so propagieren, anscheinend aber, nur wenns ins eigene Weltbild passt.

    Ihre links-grüne Weltbeglückung ist nur eine Anschauung unter vielen.

  • PS: "Wenn Frau Merkel sagt: "scheitert der Euro scheitert Europa""

    Mal ehrlich, Sie glauben doch nicht im Ernst, daß irgendetwas, was diese planlos Person, die definitiv im falschen Teil des Landes sozialisiert wurde, zu sagen hat, auch nur ansatzweise von mir ernst genommen wird.

    Sie haben meine Blogeinträge in den Jahren der GroKo verpasst, da lief die noch unter "Mama Plan & Ratlos", die hat doch keine Ahnung, wovon sie redet. Sie kennt die Worte, aber sie versteht deren Bedeutung nicht.

    Europa, mon cher, das ist nicht das, was ein paar Politiker daraus machen, das ist längst verankerte feste Realität, das erschüttert auch eine Merkelsche Dummheit nicht, mit der die bloß Panik verbreiten will.

    Ich teile weder ihre Meinung noch ihre Panik. Ich habe erlebt, wie es gewachsen ist, ich weiss, aus wievielen gut funktionierenden Mechanismus das ganze besteht.

    Vor allem aber: ich habe zur Kenntnis genommen, daß es ausser ein paar komplett hinterwäldlerischen Volltrotteln, niemand wirklich ernsthaft daran zweifelt, daß wir jetzt ein paar Schritte in Sachen Europa weitergehen werden.

    Lernen Sie lieber mal, in langen Zeiträumen zu denken.

  • @whoknows

    "Der Euro und die EU ist für sie Religion und Idiologie. Für mich ist der Euro ein System der Machtausübung und der ökonomischen Unvernunft."

    Naja, für mich ist der Euro vor allem ein Zahlungsmittel, mit dem ich die Grenze überquere (was ich wöchentlich in der regel mindesten einmal tue, 1.42 der Diesel zZt., günstige Kippen, portugiesische Fischereiprodukte und lecker schmeckende Cherry Coke im Copal) und dort immer genau weiss, was es kostet, ohne erst mit 200 zu multiplizieren. An der Grenze steht auch schon lange keiner mehr. Offen gestanden, ich fühle mich sehr wohl damit und kann Ihr ganzes theoretisches Geschwurbel so wenig verstehen wie meine mittelständischen Kunden, die mittlerweile ihre Geschäfte auf beiden Seiten der Grenze betreiben.

    Was Sie sich vorstellen, werter WhoKnows, ist nur "in Ihrem Kopf". Sie schütteln hehre Worthülsen aus, schlagen allen Ernstes vor, erst mal alles kaputt zu machen, um es dann neu zu machen.

    Da kann ich nur sagen "B*llSh*t".

    Vor allem: Sie werden es nicht erleben. Mag sein, daß der Euro und Europa in irgendeiner brandenburgischen Klitsche, meilenweit von jeder Grenze entfernt, so etwas als "realistisch" gedacht wird, aber - wie gesagt, Sie werden das nicht erleben.

    Ihre Enkel werden noch in einer europäischen Währung bezahlen udn werden sich halbtot lachen, sollte jemals ein Datenarchäologe über Ihre Forenposts stolpern.

  • @hardy
    "me: "Der Euro wurde Deutschland und Europa von Frankreich aufgezwungen"

    Blödsinn, werter whoknows, ich habe mich gefreut, als er eingeführt wurde und ich habe _zer_ Probleme damit."

    Das sie sich freuen, wenn Deutschland ein Stück mehr abgeschafft wird, ist doch klar. Das verwundert mich nicht. Der obige Satz ist trotzdem wahr.

    "Für Sie ist diese ganze Sache eine Glaubensfrage, eine Religion, ein in sich abgeschlossenes System, in dem Sie gefangen sind."

    Der Euro und die EU ist für sie Religion und Idiologie. Für mich ist der Euro ein System der Machtausübung und der ökonomischen Unvernunft.

    Wenn Frau Merkel sagt: "scheitert der Euro scheitert Europa", dann sage ich: Lasst dieses Europa der Unfreiheit scheitern und baut ein neues Europa der Nationen in Freiheit und Demokratie wieder auf.

  • "Der Euro wurde Deutschland und Europa von Frankreich aufgezwungen"

    Blödsinn, werter whoknows, ich habe mich gefreut, als er eingeführt wurde und ich habe _zer_ Probleme damit. Für mich ist das eine stabile Währung und ich gerate nicht in Hysterie und bekomme auch keine neurotischen Panikattacken, wenn ich über seine Funktion und seinen Wert nachdenke.

    Für Sie ist diese ganze Sache eine Glaubensfrage, eine Religion, ein in sich abgeschlossenes System, in dem Sie gefangen sind.

    Ich fühle mich allerdings _frei_, nicht gegknechtet, kann keine Orks erkennen. Das überlasse ich hysterischen kleinen Mädchen ...

  • @hardy:

    Und nochmal zum Euro, der Währung die sie so lieben.

    Der Euro wurde Deutschland und Europa von Frankreich aufgezwungen, weil Frankreich Angst vor einem wirtschaftlich zu starkem Deutschland und seiner Bundesbank hatte, der sogenannten strategischen Atombombe Deutschlands.

    Der Euro sollte zusätzlich die Völker Europas gegen ihren Willen, mit Gewalt, zu einem europäischem Superstaat vereinigen. Die vereinigten Staaten von Europa, das Ziel einer pan-europäischen Elite seit 90 Jahren.

    Man kann es mit dem großen Sprung nach vorn der Chinesen vergleichen, was auf normalem Wege nicht zu erreichen ist, wird über geplante und gesteuerte Krisen erreicht.
    Sozusagen der Plan der EU-Elite, die USA einzuholen ohne zu überholen. Falls ihnen der Spruch was sagt. ;)

    Aber der Euro wird scheitern, er sorgt für eine wirtschaftliche Verwüstung in der Pheripherie und Verarmung im Kern Europas. Er ist der Sprengsatz der den Hass zwischen den Völkern wieder sähen wird. Leider.

    Deshalb finde ich folgende Textzeilen so passend zum Euro:

    One Currency to rule them all,
    One Currency to find them,
    One Currency to bring them all
    and in the darkness bind them
    In the Land of Brüssel where the Shadows lie.

    So genug Doom'n'Gloom, for now... ;)

  • @hardy

    Keine Ahnung ob das noch jemand lesen wird, aber der Thread scheint ja noch etwas zu leben. ;)

    "Ich mag es, in einem "Vielvölkergemisch" zu leben - ich fühle mich davon _bereichert_."

    Vielfalt ist schön, allerdings habe ich viele Jahre in Hamburg gelebt und fand mich etwas übermäßig kulturell bereichert. Wenn man sowas in Deutschland sagt, ist man natürlich ein Nazi.

    "Ich liebe den Euro und ich habe gejubelt, als sie die Grenzstation in die Luft gesprengt haben."

    Komisch eine Währung können sie lieben, aber ihr Land nicht?

    "Ihre geradezu _abartige_ Projektion des europäischen Raumes als "Vielvölkergemsch" a la UDSSR teile ich in keinem Punkt,..."

    Sie haben halt nicht in Unfreiheit gelebt, deshalb können sie die kleinen Signale der Unfreiheit nicht wahrnehmen. Ich kann es aber, und es gibt auch in Deutschland eine Tendenz zur Unfreiheit. Und alles was von der EU kommt, ist in der Regel demokratisch nicht legitimiert und versucht die Macht von Brüssel zu vermehren und die Nationalstaaten auszuhöhlen.

    "Wenn Sie sich selbs nicht "rechts" einordnen, wo stehen Sie denn bitte dann. Deutsche Mitte sind Sie jedenfalls nicht."

    Nicht wirklich, ich leiste mir den Luxus eine eigene Meinung zu jedem Thema zu bilden. Ich würde mich aber als libertär bezeichnen. Sie können ja mal unter Nolan-Diagramm in Wikipedia nachschlagen.

    "Ich unterstelle mal, Sie sind im "falschen" Teil Deutschlands groß geworden und verstehen nach 20 Jahren immer noch nicht, wie dieses Land, das sie angeblich lieben, tickt. Es tickt europäisch."

    Im falschen Teil Deutschlands schon klar, ihre Vorstellungen sind schon abenteuerlich und von Ahnungslosigkeit geprägt.
    Das vereinte Deutschland tickt zuerstmal deutsch, und dann weltoffen und nicht pro-EUdSSR europäisch, das ist ihre Wunschvorstellung.

    Ich fühle mich Amerika oder Kanada wesentlich stärker verbunden als Frankreich.

  • Ich habe schon an anderer Stelle schon zu Rürup (letzter Artikel)und in der FAZ mehrfach geschrieben, dass bei einer Unterfinanzierung des Umlagesytemes von 5 Billionen (implizite Staatschuld) eine Verteilung nicht zur Dabatte stehen kann. Ein Kapitaldeckungsstock wurde vom Regierungsberater Rürup schließlich 30 Jahre verhindert. Die Propaganda der Umverteiler ist unsäglich. Sie haben mit Ihren Zielen eines mindestens ausgeglichenem Budget vollkommen Recht.

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