Kolumne: Dutschke spricht Merkel kann sich keinen Fehltritt mehr leisten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Amt des Bundespräsidenten wie kein Kanzler vor ihr missbraucht. Sie hat nichts aus dem Köhler-Debakel gelernt. Nach dem Rücktritt von Christian Wulff bläst ihr der Wind ins Gesicht.
70 Kommentare
Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Rudi-Marek Dutschke – Dutschke spricht. Marek Dutschke, geboren 1980, ist der Sohn von Rudi Dutschke.

Das Thema Christian Wulff lässt uns keine Ruhe. Bereits heute wird sich Günther Jauch in einer Sondersendung zum gefühlt hundertsten Mal dem Thema widmen. Die Staatsanwaltschaft in Hannover hat endlich angekündigt, den Verdacht der Vorteilsnahme im Amt zu prüfen. Wulff ist daraufhin prompt zurückgetreten.

Es wurde wirklich Zeit. Nicht nur, dass die nie endenden Berichte über Urlaubsaufenthalte, Sponsoring-Partys und Firmenhandys unerträglich waren (besonders auch die Bilder von Wulffs Haus). Nein, besonders unangenehm waren die Stellungnahmen von Wulff und seinen (wenigen) Getreuen. Die mediale Hetzkampagne wurde angeprangert (Ja, das kam jüngst von Peter Hintze).

Und nun fühlt sich Wulff „verletzt“. Die Enthüllungen über weitere Fehltritte werden auf Spiegel online hoffentlich weniger werden – jetzt, da die juristische Ermittlung beginnt. Wulff ist also nun Geschichte. Seinen Platz in eben dieser hat er sich freilich anders vorgestellt. 

An dieser Stelle lohnt es sich nicht, weiter über Wulff zu schreiben. Vielmehr denke ich über das Amt des Bundespräsidenten an sich nach. Angela Merkel hat dieses Amt wie kein Kanzler vor ihr missbraucht. Die Art und Weise wie sie schon 2004 zusammen mit Guido Westerwelle beim geselligen Abendessen einen Finanzbeamten ins oberste Staatsamt gehievt hat, war eine Dreistigkeit.

Horst Köhler war bis zu dem Zeitpunkt, als er als Kandidat präsentiert wurde, in der Bevölkerung völlig unbekannt. Was hat es noch mit Demokratie zu tun, wenn eine Kanzlerin und ihr Stellvertreter in ihrer Allmacht und mit Parteizwang eine solche Entscheidung treffen können? Warum spielen die Parteien und Wahlmänner und -frauen da mit?

Klaus Töpfer und Rita Süßmuth sind nun Kandidaten
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Kolumne: Dutschke spricht - Merkel kann sich keinen Fehltritt mehr leisten

70 Kommentare zu "Kolumne: Dutschke spricht: Merkel kann sich keinen Fehltritt mehr leisten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @rapid

    Ich meinte Mathhias Brandt nicht Götz George ;-)

  • Gut, einverstanden, so kann man´s auch machen. Ist sogar besser. Was so ein kleiner Beistrich, richtig gesezt oder in diesem Fall alternativ gesetzt, doch nicht alles bewirken kann.
    Es ist eben doch nicht alles "alternativlos", wie mancher ZeiTgenosse/in (LOL) glaubt uns offerieren zu müssen.
    Vielen Dank und einen schönen Sonntagnachmittag mit guter Unterhaltung.

  • @hardy
    George? Klar, auch sein Vater war ein großartiger Schaupieler. Wenn Sie den meinen.
    Übrigens Heinrich George sein Vater, hat seinen Künstlernamen von Stephan George, dem Dichter entliehen, den er sehr verehrte. Eigentlich hieß er Schmidt oder Schulze, ich kann mich nicht erinnern und habe jetzt auch keine Lust im Wikki, nachzuschauen.
    Auch so kann man zu "Namen" kommen. Interessant, wissen nur die wenigsten, jetzt vielleicht ein paar Leute mehr.LOL Zu "deutsch" und Rudi Dutschke einandermal, ein "weites Feld"!

  • @leser
    Natürlich kann man nie wirklich vergleichen, da haben Sie schon recht. Vielleicht auch nicht August und Marek, völlig andere Zeiten und Zeitumstände und Lebensläufe. Marek hat seinen Vater nie persönlich wahrnehmen und erleben dürfen, was schon eine Tragödie an sich ist. Und ich gestehe Ihnen auch gerne zu, ich habe nicht besonders viel überlegt und abgewogen als ich diesen Vergleich na sagen wir mal "produziert" und aufgeschrieben habe, sollte bestimmt keine bewußt gesetzte Invektive sein,in der Absicht übermäßig persönlich zu verletzen, in meinen Augen eben ein harmloser vielleicht etwas dummer Vergleich.
    Ich kann allerdings immer noch nicht nachvollziehen,was Sie daran so furchtbar aufregt. Na, Sie werden auch Ihre Geschichte und Ihre Gründe haben, die ich natürlich nicht kenne.

    Danke für Ihre Antwort.

  • Auf dem Photo ist natürlich nicht Marek sondern sein Bruder und seine Schwesterzu sehen.Das Versehen wird aufrichtig bedauert!

  • PS: Söhne ist ja so 'ne Sache ... Aber, ich kenne da mindestens einen, der einen sehr sehr sehr guten Job macht. Als Schauspieler (bisher erst eine (tolle) Tatortfolge als Kommissar und Leser von Hörbüchern.

    Woraus man lernen könnte, daß man nicht unbedingt Bundeskanzler werden muss ;-)

  • "Beide haben auch versucht zu schreiben wie ihre Väter"
    _______________

    Versuchen wir es konsensuell: Beide haben auch versucht zu schreiben, wie ihre Väter.

  • Mein Vater konnte schreiben aber er wollte es nicht.
    Weil er doof war?
    Nun, ich bin immer noch aufgebracht über diesen vollkommen unglaublichen Vorgang Ihres belassen wirkenden Denkens, das sich auch noch fein zu dünken scheint.

    Gleichwohl: Die Streitaxt ist begraben

  • @rapid

    > Gymnasiast in einer süddeutschen Universitätstadt

    Zu der Zeit war ich wohl Quarta in einem katholischen Klosterinternat eines klitzekleines saarländischen Dorfes. Untertertia dann in der Hauptstadt, Kloster & Orden blieben sich gleich. Geriet jüngst ins Gerede und angeblich gab es Skandale, bevor ich da anlandete. Ich kann nichts unrühmliches berichten, halt "ora & labora"

    Das waren ja noch die Tage, in denen der Rohrstock die Ordnung herstellte, oder eben ein Pater, der sich gerne seiner Boxkünste rühmte, schon mal zur Ohrfeige ansetzte.

    Es waren wohl die Nachwirkungen Dutschkes, daß er dabei eines Tages einem Klassenkameraden den Punchball für einen perfekten KO-Schlag lieferte, bevor seine Hand die Wange des Mitschülers traf ... Danach wurde übrigens nie wieder "gezüchtigt".

    Das gehört zu den Dingen, die dumme junge Menschen gerne vergessen, wenn sie über die "bösen 68er" schwadronieren.

    Natürlich ist Dutschke sen. eine Ikone, seinen Bermerkungen über die SPD zb. hat nichts an Aktualität verloren, sein Interview mit Gauck gehört für mich zu den Sternstunden.

    Aber - ich muss darauf bestehen: Er "irrte", weil er sich in einem Koordinatensystem bewegte, das zu "deutsch" war - im Gegensatz zu DCB - dessen "Wiedersehen mit der Revolution" unbedingt mal wieder im TV gezeigt werden sollte.

    Zu Marek will ich mich nicht einmischen, anderes Koordinatensystem - ich will das nicht vergleichen.

  • begraben wir die Streitaxt.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%