Walter direkt Die schwarze Wolke wegschieben!

Politik und Wirtschaft müssen einen neuen Gesellschaftsvertrag ausarbeiten, um dem demografischen Wandel in Deutschland Angst und Schrecken zu nehmen. Den Kopf in den Sand zu stecken, wäre grundfalsch.
9 Kommentare
Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

Der vielzitierte demografische Wandel scheint sich wie die größte aller denkbaren schwarzen Wolken über uns zusammenzubrauen und führt bei vielen Menschen zu fast panischen Reaktionen. Statt dass wir uns darüber freuen, länger zu leben und länger fit zu sein als frühere Generationen, grassiert Zukunftsangst.

Manche sagen das Ende des Sozialstaats, ja sogar unserer Kultur voraus und wegen der als unvermeidlich angesehenen Entwicklung macht sich allenthalben Fatalismus breit. Aber ist das der richtige Weg, vor den unzweifelhaft auf uns zukommenden Problemen, den Kopf in den Sand zu stecken? Und: Können wir Sicherheit und Kontinuität unseres Wohlfahrtsstaates einklagen und uns gleichzeitig nach Kräften gegen Veränderungen sträuben?

Ich bin sicher, beides ist grundfalsch. Zugegeben, Politik, Wirtschaft und die Gesellschaft als Ganzes stehen mit dem sich abzeichnenden demografischen Wandel in Form von Bevölkerungsrückgang und Alterung vor einer riesigen Aufgabe. Wenn wir diese Herausforderung nicht annehmen, dann allerdings ist abzusehen, dass die staatliche Versorgungs- und Vorsorgemaschinerie in absehbarer Zeit nicht mehr geräuschlos und flächendeckend funktionieren wird.

Um das zu vermeiden, muss letztlich nicht weniger als ein neuer Gesellschaftsvertrag auf demokratischem Wege ausgehandelt werden. Der muss den jetzt lebenden Menschen unabhängig von ihrem Alter, ihrem Geschlecht und ihrem Status eine soziale und wirtschaftliche Einbindung in die Gesellschaft erlauben und er darf nicht die Lebenschancen zukünftiger Generationen bedrohen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben wir den Ausbau des Wohlfahrtsstaates durch Umverteilung des Wirtschaftswachstums ermöglicht. Auf diesem Wege profitierten breite Bevölkerungsschichten vom zunehmenden Wohlstand. Das aber wird in einer schrumpfenden Bevölkerung schwieriger, weil unter dieser Restriktion Wirtschaftswachstum kaum denkbar ist. Das heißt, der Verteilungsspielraum - die Summe der produzierten Produkte und Dienstleistungen – wird kleiner und die Verteilungskonflikte werden größer.

Ältere, die arbeiten wollen, müssen Arbeit bekommen.
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9 Kommentare zu "Walter direkt: Die schwarze Wolke wegschieben!"

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  • Das Gerede vom demografischen Faktor kann man bald nicht mehr hören
    Nach dem Krieg waren wir weniger Menschen in diesem Land und lebten besser. Arbeitslose gab es keine und es ging voran
    Ein Land wie Deutschland, was sich der Zerstörung durch unktrollierte kultufremde Zuwanderung verschrieben hat, braucht sich nicht wundern, wenn es keine Kinder mehr gibt
    Juge Leute ohne Arbeit, trotz Ausbildung.
    Nur noch Zeitverträge oder
    durch kriminelle Leihfirmen usw. usw.
    Da setzt man keine Kinder in die Welt
    Die Islamisierung schreitet voran, Moscheen-Bauten werden mit Millionen Steuergeld gefördert.
    In spätestens 10 Jahre müssen unsre Kinder dann mit Kopftuch gehen
    Und unser Staat jammert nach Kindern?
    Wie zynisch ist das denn
    Deutshe Kidner werden mehr und mehr im Ausland geboren, denn in Schaen verlasse Deutsche das Land

  • @ C.Meyer
    Frankreich und Spanien, gehören diese EU-Länder nicht zu Mitteleuropa???

  • Warum soll man Bevölkerungsdichten verschiedener Länder nicht miteinander vergleichen können?

    In Deutschlands Großstädten leben die Menschen wie Vieh zusammengepfercht... Nicht zuletzt die aufgrund der Zuwanderung explodierenden Mieten fressen die verfügbaren Einkommen der Normalverdiener auf, die sich um schlecht bezahlte Jobs balgen - und da redet er von einer "dramatischen Bevölkerungsreduzierung" - ich halte das für ziemlich billige Symbolik...
    Millionen Menschen vegetieren in unseren verkommenen Städten wie Berlin mit verrottender Infrastruktur vor sich hin, ohne sinnvolle Beschäftigung, ohne Lebensziel...
    Braucht es denn noch mehr davon?
    Zuwanderer aus schwächeren und ärmeren Ländern werden auch jeden Bevölkerungsrückgang mehr als kompensieren, wie man übrigens bereits sieht.
    Dafür sorgen allein schon die Zuwanderung in die Sozialsysteme und offene Grenzen...
    Ist aber eigentlich unerwünscht, da dies nicht die "fleißigen deutschen Michels" ersetzt, die ohne zu murren für einen Minilohn schuften, um Beamtenpensionen, leistungslose Einkommen und Rettungspakete für die halbe Welt zu finanzieren.

    Ein Deutschland in den heutigen Grenzen wäre sicherlich auch mit 65 bis 70 Mio. Einwohnern saturiert und würde der verbliebenen Kernbevölkerung eine höhere Lebensqualität bieten.
    Alles andere dient nur dazu, mehr Druck auf den Kessel zu geben, bildlich gesprochen.
    Der "ländliche Raum" wird aufgrund der steigenden Mieten und der unhaltbaren sozialen Zustände in den Städten wahrscheinlich von ganz allein wieder an Attraktivität gewinnen, so dass sich die Landflucht umkehren wird.

  • herje, jede Woche eine Ladung junger Erwachsener aus Afrika nach Deutschland. Die Menschen müssen dort nicht mehr verhungern und wie tun hier was gegen die schlechte Demographie ...

    Wir können sie ja zwangseinbürgern, dann sind das alles Deutsche ..

  • Ziemlicher Unsinn. Sie können die Besiedlungdichte von Mitteleuropa nicht vergleichen mit der Besiedlungsdichte von Skandinavien.Das ist genau so schräg, wenn sie die Bevökerungszahlen der skandnavischen Länder vergleichen würden mit der von Island und Grönland und eine Bevölkerungsreduzierung mit diesem Argument propagierten.
    Deutschland ist für mitteleuropäische Verhältnisse keinesfalls zu dicht besiedelt, sondern als gewachsene Kulturlandschaft mit einer Einwohnerzahl von 80 Millionen ausreichend und optimal.
    Bei der dramatischen Bevolkerungsreduzierung wird vor allem der ländliche Raum mit existenzielle Problemen und einem Rückgang an Lebensqualität zu kämpfen haben, der schwerwiegend genug sein wird.

  • Ein signifikanter Anteil aller europäischer Staatsschulden (und damit auch der deutschen, schliesslich ist Deutschland in der Mithaftung für alle anderen) besteht gegenüber der im Keller der EZB arbeitenden Druckerpresse.
    In Deutschland und Europa is massiv Kapital vernichtet worden, reales Kapital. Die Ansprüche an das virtuelle Kapital, an die heisse Luft in unseren volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, stellen die reale Lage falsch dar. Es ist wie in der DDR, dort gab es damals auch dicke Bücher mit langen Zahlenkolonnen, die zu zeigen schienen, dass die DDR ein wohlhabendes, relativ reiches Land war. Die Wahrheit war eine andere.

  • Es leben sowieso viel zu viele Menschen in Deutschland!
    Warum lässt man die Gesamtbevölkerung sich nicht durch natürliches Ableben der Alten und nicht-wieder-auffüllen durch Ausländer reduzieren? Damit wäre die Überbevölkerung Deutschlands gestoppt und rückläufig. Einfach mal in die anderen europäsichen Staaten und die skandinavischen Länder schauen. Dort leben umgerechnet auf die zur Verfügung stehende Landfläche, viel weniger Menschen als in Deutschland.

    Schweden: 21 Einwohner pro km², Norwegen 13 Einwohner pro km², Finnland 15,97 Einwohner pro km², Frankreich 97 Einwohner pro km², Spanien 94 Einwohner pro km².
    Dagegen Deutschland: 229 Einwohner pro km², wird eigentlich nur noch von den Niederländern getoppt 402 Einwohner pro km². Aber gewissermaßen sind die Niederlande flächenmäßig ein eher kleines Land.

  • Voraussetzung für einen neuen Generationenvertrag wäre, erstmal die aktuellen Zusammenhänge richtig zu verstehen:

    Unsere "Staatsverschuldung" steht einem solchen Vertrag nicht entgegen, sondern sie ist ein aktives Element der aktuellen Version dieses "Vertrages".

    Unsere "Staatsschulden" sind auf der anderen Seite Guthaben; bei Privatleuten, aber auch bei Banken und Versicherungen, bei denen die "kleinen Leute" fürs Alter vorsorgen.

    Man könnte den "Staat" in dieser Hinsicht auch als Altersvorsorgekasse sehen, bei der die Bürger einzahlen, tlw. indirekt über Versicherungen, und damit Ansprüche an spätere Rückzahlung erwerben. Diese Rückzahlungsansprüche werden fatalerweise als "Schulden" betrachtet.

    Deutschland insgesamt steht gut da, mit einem satten Überschuß in der Leistungsbilanz und noch satterem Auslandsvermögen; diese Bilanzen beinhalten jeweils die "Staatsschulden".

  • Alles schön und gut, wenn man Schadensbegrenzung treiben will.
    Der Grundschaden, der darin besteht, dass zu wenig Kinder geboren werden, wird dadurch nicht geheilt.
    Die Geburtsrate, die in Deutschland nach wie vor bei 1,3 Kindern liegt, ist ins Verhältnis zu anderen europäischen Ländern (Ausnahme Italien) gesetzt, schlicht katastrophal niedrig und führt dazu, dass sich dieses Land tatsächlich auf etwas längere Sicht faktisch "abschafft", mit allen daraus erwachsenen Konsequenzen.
    Es isr also Aufgabe der Politik durch Setzung entsprechender Rahmenbedingungen und Anreitze die Geburtsrate entscheidend zu heben, sonst sind die Vorschläge von Herrn Walter bestensfalls gut gemeint aber nicht geeignet im "Grundsatz" und das sind geborene Kinder, etwas zu bessern.

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