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Walter direkt Pandemie statt Paneuropa

Zwei Jahre nach Ausbruch der Schuldenkrise ist die Ansteckungsgefahr in der Euro-Zone höher als jemals zuvor. Steigt Griechenland aus dem Euro aus, droht Europa ein tiefer Fall.
27 Kommentare
Herbert Walter

Herbert Walter – Der Finanzlotse. Herbert Walter führte von 2003 bis 2009 die Dresdner Bank.

„Die Folgen eines Austritts der Griechen aus dem Euro liegen irgendwo zwischen einer Katastrophe und dem Weltuntergang,“ sagte kürzlich der Chef des Internationalen Bankenverbands (IIF), Charles Dallara.

Selten hat ein so hochrangiger Vertreter der Finanzbranche so freimütig und sarkastisch eingestanden, dass er keine Ahnung hat, was in einem solchen Fall passieren könnte. Beruhigend ist das nicht, vor allem, wenn man bedenkt, dass Politiker und Fachleute in den etablierten Industrieländern nun schon länger als zwei Jahre daran arbeiten, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen.

Natürlich hat Dallaras Äußerung sogleich Widerspruch in Form von Beschwichtigungsformeln gefunden, etwa vom Präsidenten des deutschen Bankenverbandes, Andreas Schmitz . Der meint, ein Austritt Griechenlands aus dem Euro sei an den Märkten weitgehend eingepreist, und von den deutschen Finanzhäusern verkraftbar.

Ich meine, es wäre für uns alle das Beste, wenn wir den Test, wer von den beiden nun richtig liegt, vermeiden könnten, denn der würde eher zu einer europäischen Pandemie als zu einem Paneuropa führen. Damit will ich sagen, dass wir uns alle Mühe – einschließlich der Griechen – geben sollten, Griechenland in der Euro-Zone zu halten.

Dafür gibt es überzeugende Gründe:

Erstens: Steigt Griechenland aus dem Euro aus, fällt das Land in eine abgrundtiefe Rezession, gegen die der derzeitige Schrumpfkurs  der griechischen Wirtschaft nur ein laues Lüftchen ist.

Zweitens: Der wichtigste Grund dafür sind Pleiten griechischer Banken, weil ihre Kunden ähnlich wie 2007 bei der britischen Bank Northern Rock die Schalter stürmen, um ihr Geld in Sicherheit zu bringen.

Drittens: Der Zusammenbruch des Finanzsystems schafft einen ohnmächtigen Staat, dem im wahrsten Sinne des Wortes Mittel und Wege fehlen, Staat und Wirtschaft funktionsfähig zu halten.

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27 Kommentare zu "Walter direkt: Pandemie statt Paneuropa"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Dem kann ich zustimmen

  • An die Redaktion: Danke, dass Sie die Herkunft des Verfassers kenntlich machen.
    In den Debatten um den Euro wird so hemmungslos gelogen, dass man nur noch zu Nicht-Regierungsmitgliedern und Nicht-Industrievertretern Vertrauen haben kann.

  • http://www.pbnet.info/mediapool/38/388429/data/wip-03.pdf

    http://www.europarl.europa.eu/euro/country/general/d_de.pdf

  • Die Quellen sind hier zu finden:

    1) http://www.chemie.fu-berlin.de/fb/diverse/reich980211.html

    2) http://www.chemie.fu-berlin.de/fb/diverse/eug98.html

  • @Bittere_Wahrheiten_aus_1998
    zitat:
    Anonymer Benutzer: Bittere_Wahrheiten_aus_1998
    Wenn man das alles 1-5 liest, was jas schon 1998 bekannt war und öffentlich gemacht wurde, dann könnte man zu der Annahme gelangen, daß der Staat noch krimineller ist, als jeder Steuerbetrüger, den dieser verfolgt.
    Ebenso muß man die „freien Medien“ aufs Schärfste kritisieren, weil sie diesem politischen Treiben widerspruchslos zusahen und den Euro medial hochjubeleten!
    Jetzt rächt sich dies alles exponenziell und wird zur desaströsen Implosion des Euro und dem Zerfall der EU führen.
    Allein diese Prophezeihung aus 1998 hätte alle Warnleuchten in den Redaktionsstuben der Republik aufleuchten lassen müssen: „
    -----
    Sie haben vollkommen recht. So sehe ich das schon lange, habe das auch mehrmals geäussert.
    Die Medien haben katastrophal versagt. Sie machten sich zum Helfershelfer einer verheerenden Entwicklung, unterstützten die verantwortungslosen Lügen der Politik.
    Alles war schon vor 2008 bekannt.Auch für die Medien.
    Aber die Herren Journalisten glaubten allen Ernstes klüger zu sein, als die uns bekannten Warner wie Hankel -Schachtschneider -Spethmann-Starbatty-Max Otte-Dirk Müller--und viele andere. Selbst die, welche so um 2010 aufwachten und predigten- wie Henkel und Co, machte man nieder, man war immer noch voller Hochmuth- erhaben und vollmundig gehässig gegen jede Argumentation, die nicht dem EURO huldigte- das waren alles nur Dummköpfe und Verschwörer.
    Jetzt haben wir das Desaster. Dummheit muß weh tun! Sie wird noch verdammt weh tun.Die Masse wurde regelrecht hypnotisiert, alle schwebten im Eurowahn. Jetzt schweben sie amn Abgrund.

  • Gibt es den Originaltext im Internet? Quelle??

    Vielen Dank!

  • @Observer
    Sehr gut formuliert!
    Aber solange die Mehrheit der Deutschen immer noch die Euro-Propaganda der Schäubles, Schulzes, Gabriels usw. glaubt (leider ist Herr Gauck auch darunter), wird weiter gebürgt und gezahlt.
    Kundgebung gegen den ESM am Samstag 2.6. in München, Stachus 11.00 Uhr

  • Nun, nach dieser Kolumne weisss ich warum ich selten bis garkeine Kolumne von Walter lese. Dann lese ich doch lieber eine Kolumne von Henkel.

  • "...Besser wäre ein Cut solange die Menschen und Unternehmen noch Reserven haben um schlechte Zeiten zu überstehen..."

    Sehr gut formuliert.

  • @Anonymer Benutzer: Bittere_Wahrheiten_aus_1998

    Sehr interessant Ihre Zusammenstellung, danke.
    Aus ihr erfolgt für mich abermals die Erkenntnis, dass die Hauptschuld am diesen EU-Desaster, noch vor Politik, Banken und Industriekonzernen, den im Wesentlichen gleichgeschalteten Massenmedien dieser linkisch-linken Krummenrepublik zuzuschreiben wäre. Sie alle haben die vielen hochqualifizierten Warner entweder verschwiegen oder einfach nur lächerlich gemacht.

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