Zschaber zündelt Davos – Ein Freiraum für Denke?

Jedes Jahr aufs Neue vereint sich die Elite aus Politik und Wirtschaft in Davos und diskutiert die Lage der Welt. Politiker tun sich keinen Gefallen, mit zu positiven Aussagen über das angebliche Ende der Euro-Krise.
  • Markus Zschaber
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Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Davos 2013 – in vielen Diskussionen wird ersichtlich, dass das Vertrauen in die Wirtschaft und Politik sich noch immer erschüttert ist. Zu tiefgreifend war die globale Finanzkrise, aber ganz deutlich ersichtlich ist, es gibt Hoffnungsschimmer – die Grundstimmung ist wesentlich positiver als noch vor zwölf Monaten. Der Glaube allerdings, dass sehr zeitnah nachhaltige Lösungswege gefunden werden, um beispielsweise gerade der Krise in Südeuropa „Herr“ zu werden, ist etwas gedämpft, so unser Eindruck.

Auf der anderen Seite steht die Politik, die sich mit positiven Zureden und populistischen Aussagen wie „das Schlimmste haben wir hinter uns“ oder „es geht jetzt wieder aufwärts“ versucht, im ökonomischen Kontext zu positionieren. Auch Klaus Schwab der Präsident des World Economic Forums (WEF) verkündete in seiner Eröffnungsrede, dass das Krisengerede ein Ende haben muss und forderte anschließend mehr konstruktive Denkweise. (In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an die Aussagen des Davos-Begründers Schwab im vergangenen Jahr, der das Wirtschaftsmodell des Kapitalismus als überfordert betrachtete.)

Grundsätzlich stimme ich Herrn Schwab sicherlich zu, dass konstruktive Lösungen der einzige Weg für eine strukturelle Heilung der Ungleichgewichte sind, welche zu den Verwerfungen in vielen Teilen Europas geführt haben. Aber wer die Kausalkette der Krise verstanden hat, wird auch einen Blick in Richtung des Bank- und Finanzsektors werfen und an neue Regeln oder gar Regulierung denken.

Noch wichtiger ist aber, dass sich vor allem die Politik mit zu positiven Aussagen keinen Gefallen tun wird, denn die Reformhürden die noch umgesetzt werden müssen, sind sehr sehr groß. Die Lernkurve aus der Vergangenheit zeigt eindeutig, dass bei zu positiver Stimmungslage der Ehrgeiz, die notwendigen Reformen zügig umzusetzen, konterkariert wird.

Ich persönlich bin der Überzeugung, dass eines der wichtigsten Themen die Erhöhung des Produktions- beziehungsweise Industrialisierungsniveaus in Europa ist. Fakt ist, wir haben in Europa und ganz explizit in der Euro-Zone nach wie vor ein absinkendes Produktionsniveau. Dies muss ein Ende haben. Hier steht die Politik in der Verantwortung.

Die Reformen werden schmerzhaft bleiben
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7 Kommentare zu "Zschaber zündelt: Davos – Ein Freiraum für Denke?"

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  • Zu den so genannten Finanzeliten gibt es bei ‚deutsche-wirtschafts-nachrichten.de‘ einen Artikel.

    >>Banken-Skandal in Italien:
    Goldman-Banker Draghi und Monti unter schwerem Feuer <<
    http://tinyurl.com/bgrgkqn

  • Für die Rede von Frau Merkel kann man sich nur schämen als Deutscher. Feige, inhaltslos ausweichend, mit ihrem nibulösen Gewäsch von "Erhöhung Wettbewersfähigkeit", dastehend in brauner Kutte. Ich find's widerlich !

    Wie rotzfrech und respektlos EU-Martin Schulz ist, hat er wieder unter Beweis gestellt. Seine EU-Propaganda will er direkt in Britain ablassen - sein Steigbügelhalter soll Ed Miliband (Labour - SPD) sein, der UK am liebsten schon gestern ganz unter die Willkühr von Brüssel zu stellen breit ist.

    Rette sich wer kann vor dieser grössenwahnsinnigen und respektlosen EU aus Brüssel ! Völker- und Staatenfressendes mit EURO erpressendes Monster.

    Cameron is totally right in his speech ! Europe has lost it's spirit because it lost freedom and dignity due to the expansion of EU-politiks and EU-power. In prison everybody is frustrated - thats Rompuy - M.Schulz damn EU. I am very proud about Mr. Camerons speech with passion and foreward thinking. He is simply telling the truth !

    Hopefully never becoming king of europe:
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/01/rompuy1.jpg

    Die Sache ist ganz einfach. Europa mit seinen verschiedenen Völkern, Lebensweisen, Interessen und Staaten ist wie eine Batterie, die aus 27 einzelnen Zellen besteht. Schliesst man die zwangsweise alle kurz - kommt kein Strom mehr zustande. Genau das passiert in den Südländern gerade.

    Mit den zerstörten Identitäten der Völker und Staaten zertritt man auch ihre Würde und ihren Selbsterhaltungstrieb. EU aus Brüssel ist Europas Untergang weil sie den inneren Antrieb zerstört. Die Grenzen sinnvoller Integration Europas sind schon längst überschritten - jetzt geht es nur noch um mehr und mehr Macht für EU in Brüssel !

  • Wäre Davos als "Denkertreffen" angelegt, wäre die Gästeliste ggf zu überarbeiten.
    Eines von vielen "Entscheidermeetings", nicht mehr aber auch nicht weniger.

  • EU bedeutet - Alles ist mit Geld geregelt.

    - der ganze künstliche Hype für die EU ist finanziert mit Geld, (TV-Spots, Eurosport-Spots, gekaufte Promies mit gespielter Begeisterung, EU-Abgeordnete vollgepumpt mit Geld)
    - echte Begeisterung für die EU-Machtkrake gibt es nicht, es ist nur eine Medien-Kulisse, die das darstellt, GEZ-TV spielt da auch kräftig mit.
    - wer nicht mitmacht, dem wird der Geldhahn abgedreht
    - subventioniert werden teure EU-Promotions, die eine Scheinbegeistrung erzeugen sollen, wie ehemals FDJ-Fahnenaufzüge bei Honecker und Breschnew.
    - Rompuy und Barosso verkörpern diese ausufernde Machtkrake EU, die den Ländern in Europa immer mehr Macht abringt und sich weiter ausbreitet wie eine Seuche. Die Herzen der Menschen Europas hat sie längst hinter sich gelassen, die wollen Freiheit und lassen sich nicht kaufen mit den verdammten EURO's.

    ANGST verbreiten "Warnung vor Instabilität" das ist immer das Zaubermittel der EU in Brüssel - allen voran Merkel. Ein in ANGST zusammengeferchtes Europa, das ist "ihre EU in Brüssel" der sie bedingungslos dient.

    Ich schäme mich für Frau Merkels Rede !

  • @bhayes:
    Brav gesagt.

    Tatsächlich könnte man zu so einem Eindruck gelangen angesichts der Medienberichterstattung.

    Warum da im Board nicht gegengesteuert wird bleibt schleierhaft: schließlich ist auch Davos nicht dafür da Dissonanzen zu übertünchen, sondern um sie besprechbar, sie kommunizierbar zu machen - abseits vom Schlachtgetümmel des wirtschaftspolitischen Tagesgeschäfts.

    Aber: man kann das natürlich alles auch ganz anders sehen: wie Sie es zum Beispiel geschrieben haben.

  • Sehr richtig!
    Wie man in dem Zusammenhang mit dem Treffen dieser Schmarotzer in Davos von "Eliten" sprechen kann, ist mir auch unerklärlich.

  • In Davos vereint sich keineswegs "die Elite aus Politik und Wirtschaft". Und Denker gibt es dort auch nicht, schon gar nicht Bürger-orientierte.

    Sondern: Dort vereinen sich die Bonzen des funktionärsfeudalistischen Ausbeutungssystems (mit den Parteien im Zentrum) mit den Konzernbonzen, um zu verabreden, wie man die normalen Bürger noch mehr auspressen kann, wie man sie noch mehr durch Klientelgesetze bluten lassen kann und wie man sie noch mehr knechten kann.

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