Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Zschaber zündelt Der große geldpolitische Wurf wird ausbleiben

Vor dem Treffen der Notenbankchefs in Jackson Hole hoffen viele Anleger auf Ankündigungen neuer geldpolitischer Stimuluspakete. Doch die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering.
  • Markus Zschaber
01.09.2012 - 16:20 Uhr 1 Kommentar
Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Am bevorstehenden Wochenende treffen sich alle wichtigen Notenbanker in Jackson Hole zu einem jährlich stattfindenden Treffen. In erster Linie werden aber die Rede beziehungsweise die Äußerungen von Ben Bernanke im Fokus der gesamten Aufmerksamkeit stehen. Vor zwei Jahren hatte Ben Bernanke am selben Ort sein zweites geldpolitisches Stimuluspaket, genannt Quantitative Easing 2 (QE2), angekündigt. Auch jetzt wird seitens vieler Marktteilnehmer erneut eine solche Ankündigung erwartet.

„Billiges Geld“ und eine weitere expansive Geldschwemme ist der allgemeine  Erwartungstenor der Investoren. Fakt ist die Erwartung, dass die Fed weiterhin im großen Stil Staatsanleihen auf der gesamten Zinsstrukturkurve aufkaufen wird. Diese Erwartungshaltung hatte auch die Aktien- sowie Rohstoffmärkte in den vergangenen Wochen positiv unterstützt. Die Frage ist, wie wahrscheinlich eine Ankündigung einer weiteren geldpolitischen Runde wirklich ist? 

Um diese Frage zu beantworten, reiche vielen Experten ein Blick auf das vergangene Protokoll der US-Notenbank Fed, heißt es. Hier könne eindeutig entnommen werden, dass im Notenbankrat der Fed bereits Mehrheiten bestehen, in naher Zukunft die Märkte mit Liquidität zu fluten, sollte die Konjunktur sich nicht nachhaltig beleben. Hinzu komme, dass Bernanke sich vor acht Tagen äußerte, dass er durchaus die Notwendigkeit sehe, nochmals quantitative Maßnahmen zu ergreifen.

Trotz dieser Indizien und Aussagen erachte ich die Wahrscheinlichkeit einer Ankündigung von QE 3 als verfrüht und damit auch als unwahrscheinlich. Hintergrund ist, zum einen, dass die Lebensmittel- und Rohstoffpreise in den USA durch die aktuelle Dürre und andere exogene Ereignisse nicht unerheblich angestiegen sind.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Dies bedeutet, dass durch eine jetzige Ankündigung diese besagten Preise unmittelbar weiter dynamisch ansteigen würden. Denn, wie auch bei den geldpolitischen Maßnahmen aus der Vergangenheit, konnte eindeutig erkannt werden, wie ein nicht unerheblicher Teil dieser Geldschwemme in die Rohstoff- und Agrarmärkten versickerte und direkte Preisanstiege zur Folge hatte.

    Da die Preise allerdings bereits sehr hoch sind, wird eine weitere Verteuerung die Konsumquote der US-Bevölkerung markant schmälern, was wiederum das gesamtwirtschaftliche Potenzial der Volkswirtschaft reduziert. Daraus ergibt sich im bevorstehenden Wahlkampf unmittelbar, dass ein neues Liquiditätspaket und dessen Folgen hinsichtlich der Preisstrukturen von Lebensmitteln und Rohstoffen, durch Mitt Romney taktiert gegen die aktuelle Regierung eingesetzt werden könnte. 

    Hinzu kommt zudem ein weiteres Problem: Die Erwartungen sind wie angesprochen sehr hoch und die Aktienmärkte sowie Rohstoffmärkte haben bereits darauf bezogen eine positive Entwicklung vorweggenommen. Die Notenbank in den USA sieht - und dies betont sie immer wieder - in den Aktienkursen einen sogenannten Wohlstandseffekt. Daraus resultiert, dass eine große Enttäuschung eigentlich unumgänglich ist, da die FED sicherlich für zukünftige Entwicklungen, noch Potenzial benötigt.

    Märkte wünschen sich „Stabilitätsanker“
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    1 Kommentar zu "Zschaber zündelt: Der große geldpolitische Wurf wird ausbleiben"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Kommentar von Zschaber zum Thema hat doch nun ein etwas anderes Kaliber als der von Benders, was wieder einmal den Unterschied von einem Pofi, der von der Sache etwas versteht und einem Journalisten, der nur mutmaßt etwas zu verstehen, ausmacht.

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%