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Mobilfunkbranche Britische Mobilfunker: Strahlende Zukunft

Eine deutsch-französische Allianz bietet die Lösung für Großbritanniens Mobilfunk-Schlamassel. Das angekündigte 50-50-Joint Venture zwischen den britischen Unternehmungen der Deutschen Telekom und France Télékom wird einen eindeutigen Marktführer hervorbringen. Die Kombination von FTs Tochter Orange und der DT-Tochter T-Mobile, zuletzt Dritter und Vierter im Reigen der Anbieter, wird 37 Prozent der Einnahmen auf sich konzentrieren.
  • Una Galani (breakingviews.com)
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Eine deutsch-französische Allianz bietet die Lösung für Großbritanniens Mobilfunk-Schlamassel. Das angekündigte 50-50-Joint Venture zwischen den britischen Unternehmungen der Deutschen Telekom und France Télékom wird einen eindeutigen Marktführer hervorbringen. Die Kombination von FTs Tochter Orange und der DT-Tochter T-Mobile, zuletzt Dritter und Vierter im Reigen der Anbieter, wird 37 Prozent der Einnahmen auf sich konzentrieren.

Die richtige Balance bedarf allerdings einiger finanzieller Jonglierübungen. DT wird seine kleinere Tochter ohne Barmmittel oder Schulden, aber mit Abschreibungen von 1,5 Mrd. Pfund einbringen, während Orange 1,25 Mrd. Pfund Schulden mitbringt. DT wird daraufhin die Hälfte der FT-Schulden durch ein Darlehen von 625 Mio. Pfund refinanzieren, so dass sich Schulden und Firmenanteile die Waage halten.

Die Managementstruktur wird der Finanzstruktur entsprechen. Der Vorstand wird gleichmäßig zwischen beiden Firmen aufgeteilt. Dabei stellt Orange mit Tom Alexander den CEO, während der COO Richard Moat von T-Mobile kommt. Beide Marken sollen anfangs bestehen bleiben, durch Synergieeffekte bei Verwaltung und Infrastruktur rechnet man bis 2014 mit Einsparungen in einer Höhe von derzeit 3,5 Mrd. Pfund - bei Fusionskosten von etwa 800 Mio. Pfund.

DT wird einen Underperformer los und seine Konkurrenten freuen sich über das Ende eines langwierigen, destruktiven Preiskrieges. Sämtliche EBITDA-Margen der Zulieferer fielen im Verlauf der letzten fünf Jahre um zehn Prozent auf Spannen zwischen 20 und 25 Prozent. Durch das Joint Venture erhofft man sich einen Anstieg auf einen Wert nahe den europaweit üblichen 30 Prozent.

Die britische Aufsichtsbehörde Ofcom wird den Deal genau unter die Lupe nehmen. Beschwerden der Konkurrenz werden jedoch nicht erwartet. Vodafone und Telefónica haben den Bieterwettbewerb für T-Mobile verloren, werden aber dennoch von stabileren Preisen profitieren. Selbst ein kleiner Fisch wie Hutchinson Whampoas Tochter "3" könnte dank der gemeinsamen Nutzung verschiedener Technologien mit beiden Partnern an dem Deal gewinnen.

DT und FT müssen die genauen Vertragsbedingungen noch finalisieren, doch dieser Zusammenschluss hilft allen Beteiligten. Eine große Hürde bleibt: DT und FT werden hart daran arbeiten müssen, dass ihr perfekt ausbalanciertes Management-Team auch dauerhaft am gleichen Strang zieht.

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