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Royal Bank of Scotland Der magische Bonustrick

Die staatlich kontrollierte Bank ist politisch verpflichtet, ihre Bonuszahlungen zeitverzögert und nur in Aktien auszuschütten. Wenn sie sich daran aber strikt hält, laufen ihr die Mitarbeiter davon. Also hat sich RBS etwas einfallen lassen, um nach außen konsequent zu wirken und gleichzeitig noch genug auszuschütten.
  • George Hay (breakingviews.com)
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Royal Bank of Scotland befindet sich in einer Zwickmühle. Die Bank, die inzwischen zu 70 Prozent dem britischen Steuerzahler gehört, wird in Kürze bekannt geben, mit welchen Bonuszahlungen ihre Angestellten für das Jahr 2009 rechnen dürfen. Da das Ausmaß der staatlichen Hilfen aber bei RBS besonders hoch ausfiel, muss die Bank nun vorsichtiger taktieren als andere Unternehmen aus der Branche. Das heißt jedoch auch, es besteht die Gefahr eines Mitarbeiter-Exodus.

RBS-Chef Stephen Hester hat also ein paar Regeln aufgestellt, die zumindest sehr streng klingen. Jeder Angestellte, der mehr als 39 000 Pfund verdient, erhält nur zeitlich verzögerte Bonuszahlungen und wird ausschließlich in Aktien vergütet. Damit geht Hester weiter als der Rest der Branche. Die Finanzdienstleistungsaufsicht (FSA) verlangt von den meisten britischen Banken lediglich einen Aufschub für 60 Prozent der Bonuszahlungen, die höher als eine Million Pfund ausfallen.

Wenn das aber schon alles wäre, dann würde RBS in der Tat riskieren, Mitarbeiter zu verlieren. Stattdessen müssen die meisten RBS-Banker aber nur vier Monate warten, bis sie einen Teil ihrer Prämien einsammeln können - und zwar in bar.

Wie das? RBS verteilt die Bonusausschüttungen 2009 - dank eines Abkommens mit der Regierung, das schon vor Bekanntgabe der FSA-Richtlinien getroffen wurde - über 2 Jahre und vier Monate. Im Klartext bedeutet das, dass Banker, die nicht gleichzeitig Board-Mitglieder sind, mit dem Verkauf ihrer Aktien schon im Juni beginnen können.

Aber der eigentliche Kick liegt in der Gestaltung der Ausschüttung. Eigentlich ist es in der Branche üblich, dass Banker, welche Bonuszahlungen in Form von Aktien erhalten, das Kursänderungsrisiko während der Stillhaltefrist selbst tragen. Im Falle von RBS übernimmt die Bank dieses Risiko bis Juni.

Ein Bankangestellter, der also zum Beispiel einen Bonus in Höhe von 100 000 Pfund erhält, kann erwarten, auf der Basis des aktuellen Kurses von 32 Pence pro Aktie 312 500 Aktien zu erhalten. Sollte sich der Wert der Aktien aber im Verlauf der nächsten vier Monate halbieren, dann erhält der Mitarbeiter einfach die doppelte Menge an Aktien - von denen er oder sie die Hälfte sofort veräußern kann.

Das heißt jedoch nicht, dass Banker bei der RBS auf eine Goldgrube gestoßen sind. Die Bank wird voraussichtlich einen sehr viel geringeren Teil ihrer Einnahmen ausschütten als die Konkurrenz. Die Angestellten werden also wahrscheinlich geringere Prämien erhalten als ihre Kollegen in anderen Unternehmen der Branche.

RBS könnte auch einfach Barmittel ausschütten. Das aber würde die Kapitalreserven angreifen. Es würde auch bedeuten, dass Hester die machtvolle Ankündigung, keine Bonuszahlungen in bar zu leisten, nicht halten könnte. Die eigentlichen Verlierer sind die Aktionäre, die vor einer weiteren Verwässerung ihrer Anteile stehen. Aber die Frage, wie RBS seine Stars halten und gleichzeitig seine Eigentümer befriedigen soll, ohne die Gefolgschaft der einen oder anderen zu verlieren, ist kaum zu beantworten.

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