Oliver Stock - was vom Tage bleibt Achtung, Guttenberg kommt zurück!

Der Euro könnte auf dem Weg der Besserung sein und Russland auf dem Weg zu mehr Demokratie. Doch was ist das alles gegen diese Nachricht: Guttenberg kehrt zurück auf die europäische Bühne.
13 Kommentare
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

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Guten Abend Ihnen allen,

Euro gerettet, Europa gespalten

Es gibt einen Satz, den Journalisten aus ihrem Wortschatz streichen sollten. Er lautet: Das wird die Zeit zeigen. Nichts ist langweiliger als so ein Schluss. Heute Nacht nun haben sich die EU-Staaten auf eine Schuldenbremse in den Nationalstaaten geeinigt, die sogar vom Europäischen Gerichtshof überwacht wird. Sie haben außerdem entschieden, den Internationalen Währungsfonds aufzustocken, damit er Eurostaaten in Not beistehen kann. Die Ausleihkapazität des Krisenfonds für klamme Eurostaaten (EFSF) wird mit einem Kredithebel auf etwa 750 Milliarden Euro verdreifacht. Und der dauerhafte Krisenfonds ESM soll um ein Jahr auf Juli kommenden Jahres vorgezogen werden. Das alles steht auf der Habenseite. Allerdings wurden diese Beschlüsse teuer erkauft. Großbritannien macht nicht mit - womit der Spaltpilz in die EU eingezogen ist. Und ob eine Schuldenbremse im Angesicht einer drohenden Rezession das beste Mittel ist - darüber lässt sich auch streiten. Ob die Beschlüsse historisch waren und ob sie zu einem Wendepunkt in der Schuldenkrise beitragen, das wird die Zeit . . . . Verzeihung! Vermutlich sind sie das Maximum dessen, was verhandelbar war.

Neues Modell fürs Rating gesucht

Als Auslöser vielen Übels werden immer die Ratingagenturen beschimpft. Die Bertelsmann-Stiftung erarbeitet deswegen jetzt ein Modell für eine Non-Profit-Ratingagentur, die ausschließlich Länder bewerten soll. Kriterien sollen etwa die Reformbereitschaft und Durchsetzungsfähigkeit der Regierungen sein. Das ist mal eine praktische Forschungsarbeit, von der sich allerdings vermuten lässt: Vieler Forschung bedarf es gar nicht. So eine Agentur müsste einfach mal praktische Wirklichkeit werden.

Hoffnung für Manroland

Diese Pleite hat uns Journalisten vielleicht noch mehr interessiert als andere. Der weltweit drittgrößte Druckmaschinenhersteller Manroland musste vor zehn Tagen Insolvenz anmelden. Dass Druckmaschinen nicht mehr so gefragt sind, ist liegt in Zeiten von Online auf der Hand. Das Print-Ausgaben aber irgendwann ein putziges Relikt wie etwa ein Kassettenrecorder sein sollen - daran kann ich mich nicht gewöhnen. Deswegen freue ich mich über die Nachricht, dass offenbar einer der großen Konkurrenten das von Manroland erwerben könnte, was er braucht. Damit gibt es auch für die 6500 Mitarbeiter wieder einen Hoffnungsschimmer.

Morgenröte in Moskau

Morgen wird es in Moskau interessant. Wir hier haben uns ja längst mit einer Art Deng Xiao Putin, einem ewigen Putin also, abgefunden und hätten die Wahlen in Russland abgehakt. Die Russen aber denken offenbar anders. 34.000 von ihnen haben sich via sozialen Netzwerken zu einer Demonstration verabredet und sekündlich schwillt die Zahl derer, die kommen wollen, an. Für uns ist das eine Ohrfeige: Seit Gerhard Schröders gepflegter Männerfreundschaft zu dem russischen Machthabern, haben wir uns zu sehr einlullen lassen, zeigen uns die Protestler.

Volle Deckung!

Da passt es, dass am Montag Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die digitale Agenda, in Brüssel Pläne zur Unterstützung von Netzaktivisten in autoritären Regimen präsentieren will. Komisch daran ist nur, dass Kroes für ihre Pläne einen Überraschungsgast als Unterstützer gefunden hat, der am Montag sogar zu ihr aufs Podium eilen will: Es ist der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der damit auch in Europa auf die politische Bühne zurückkehrt. Am besten gehen wir in volle Deckung.

Ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

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13 Kommentare zu "Oliver Stock - was vom Tage bleibt: Achtung, Guttenberg kommt zurück!"

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  • Ist doch ideal für Herrn von und zu Guttenberg. Kann er weiterhin im Internet abschreiben.

  • Sie haben das Problem nicht erkannt oder wollen es nicht erkennen!! Es ist wirklich eine Schande für das deutsche Volk, dass dieser Mensch sich wieder zu Wort erhebt und es immer noch Menschen in Deutschland gibt, die auch noch zu ihm "aufschauen"!

  • Ja, leider!! Dieser Typ gehört eingesperrt!! Es ist echt ein Schande für die deutschen Bundesbürger, dass diese Person immer noch zu Wort kommt! Der soll bleiben wo der Pfeffer wächst!

  • RICHTIG! Vielleicht können wir ihn auch mit ein wenig Pfefferspray am kommenenden Montag BEKÄMPFEN!

  • 100% Zustimmung!

  • Dieser Mensch soll bleiben "Wo der Pfeffer wächst!" Was hat dieser Mensch wieder auf europäischem Boden verloren! Weg mit ihm!

  • Musste das sein?
    Ein Aufmacher mit Herrn G in der Headline?
    Gibt es sonst nicht genug Leser? Sind wir schon soweit?

  • Ein Mensch, der sich nicht entblödet, für Ihn kostenfrei erstellte Recherchen des Bundestages in seiner Doktorarbeit als sein geistiges Eigentum auszugeben, ist definitiv diskreditiert, irgendein öffentliches Amt zu bekleiden.
    Einleitung und Schluß seiner "Arbeit" stammen ebenfalls aus fremden Federn, ein Armutszeugnis. Ein Akademiker, der sich die Mühe eigener Arbeit gemacht hat, gerade ohne die finanzielle Unterstützung einer steinreichen Familie, wendet sich mit Grausen ab, gerade wenn er wertkonservative Einstllungen hat. Alles andere ist reine ideologische Verblendung. veritas - justicia - libertas!

  • Lassen sie den GB immer noch frei rum laufen ?

  • Passt ja wie die Faust aufs Auge: Heute ist der internationale Tag der Korruption (hüstel!). vuzG ist moralisch, seelisch and geistig korrupt. Und trotzdem hat er nur einen leichten finanziellen Schaden davon getragen. Die Leute, die im April diesen Jahres noch vollmundig behauptet haben, er würde (erfolgreich) wieder in die deutsche Politik zurückkommen können, waren noch immer unter dem Bann des Rattenfängers von Schloss Guttenberg. Den Typen konnte ich von Anfang nicht ausstehen - so leicht zu durchschauen wie durchlöcherte Wäsche. Ein KB wie man ihn sich nicht schlimmer ausmalen könnte. Blaues Blut hin oder her, der Typ ist ein Schandfleck in der deutschen Politik und das Schlimmste ist, dass er an unheilbarem Narzismus leidet. Das hat er mit Obomber gemein (uh, sorry, Obama). Selbstverliebtheit ist SEHR anstrengend.

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