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Was vom Tage bleibt Ackermann berät wieder

Die Eurokrise schwelt. Die Banken treiben es arg. Verfassungsrichter durchblicken die Lage auch nicht sofort. Da ist es doch gut, wenn Josef Ackermann mit prominenten Köpfen den Ernst der Lage berät. Der Tagesbericht.
16.07.2012 - 18:35 Uhr 1 Kommentar
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Lagardes Lehr- und Wanderjahre

Wie der Job die Perspektive verrutscht: Als sie noch Ministerin in Frankreich war, sah Christine Lagarde die Sache gelassener. Banken? Werden sich schon durchschlagen. Sparen - ja, aber nicht so, dass es wirklich wehtut. Heute ist Lagarde Chefin des Internationalen Währungsfonds und da sieht die Sache anders aus. In seinem Quartalsbericht kommt der IWF zu dem Schluss, dass an einer staatlichen Rekapitalisierung der Banken kein Weg vorbei führt – ebenso wenig wie an einer Sparpolitik der EU-Regierungen. Die einheitliche Bankenaufsicht sei ein erster Baustein für eine künftige Bankenunion. Nötig sei zudem ein europaweiter Einlagensicherungsfonds und ein Mechanismus zur Abwicklung von Problembanken, meinen der IWF und seine Chefin. Fragt sich, wer jetzt Recht hat: Die ehemalige oder die aktuelle Lagarde.

Die Guten von der Citi

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    Bad-Banker allerorten: Die Deutsche Bank hat sich als Kronzeuge im Verfahren gegen Banker angeboten, die den Zinssatz Libor manipulierten, was ein Schuldeingeständnis erster Güte ist. Die Credit Suisse hat Tricks auf Lager, um aus schwarzem weißes Geld zu machen. Bei JP Morgan können Händler Milliarden verzocken. Es ist zum Heulen. Da lobe ich mir die Citigroup. Das US-Institut schließt das Vierteljahr mit einem Gewinn von knapp drei Milliarden Dollar ab und hat zumindest heute keine neuen Überraschungen bekannt geben müssen. Nun soll niemand den Tag vor dem Abend loben. Aber immerhin ist dies eine abendliche Kolumne und die Wetten stehen gut, dass vor Morgen nichts Gegenteiliges über die Citigroup bekannt wird.

    Weile mit Eile

    Das Bundesverfassungsgericht will erst im Herbst entscheiden, ob Eilanträge gegen den Euro-Rettungsschirm erfolgreich sein können. Die Euro-Skeptiker jubeln und sehen bereits, dass das Gericht sich deswegen Zeit lässt, weil es ihnen Recht geben wird. Die selbsternannten Euro-Retter grummeln - unter ihnen der Bundesfinanzminister, der die Richter um eine rasche Entscheidung gebeten hatte. Wahrscheinlich ist, dass die Entscheider in der roten Robe sich deshalb im Eilverfahren drei Monate Zeit lassen, weil sie eine Entscheidung treffen wollen, die auf jeden Fall Bestand hat. Das ist gut so. Trotzdem könnten sie sich bitte beeilen. Denn aus Marktsicht wird es nun ein nervöser Sommer. Da kann mehr kaputt gehen, als am Ende zu kitten ist.

    Großer Bruder Facebook

    Ach liebe Facebook-Kritiker! Da konntet ihr heute rufen: Facebook scannt die Nutzer. Und ihr hattet sogar Recht. Ein automatisches System überprüft Facebook-Einträge. Erscheint eine Nachricht verdächtig, wird sie an einen Facebook-Mitarbeiter weitergeleitet. Dieser kann die Polizei benachrichtigen - was auch schon in Fällen geschehen ist, wo sich ältere Männer virtuell an Kinder herangepirscht haben. Genau für solche Fälle ist die Überwachung gedacht. Wer das bemängelt, sollte sich an eine alte Regel im Netz halten: Dort ist genau soviel über dich bekannt, wie du hineinstellst.

    Neuer Job für Ackermann

    Noch ist es zu früh in der beliebten Rubrik „Was wurde eigentlich aus“ über ihn zu schreiben: Josef Ackermann. Er ist ja schließlich erst seit knapp zwei Monaten weg von der Deutschen Bank. Offiziell. Und offiziell wendet sich der Ex-Chef von Deutschlands größtem Geldhaus jetzt dem internationalen Beirat der National Bank of Kuwait bei. Inoffiziell ist dieses Gremium eines, dass das Zeug dazu hat, darüber nachzudenken, wie sich die Bankenwelt wirklich ändern könnte. Dem Beratergremium gehören immerhin Prominente wie der frühere britische Premierminister John Major und der Anlage-Guru Mohamed El-Erian an. Wir sind gespannt darauf, mit welchen Ideen Ackermann um die Ecke biegen wird. Kommt er nicht, wird er spätestens in einem Jahr doch ein Fall für die Was-wurde-aus-Rubrik.

    Machen Sie etwas aus ihrem Abend wünscht Ihnen

    Oliver Stock

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    1 Kommentar zu "Was vom Tage bleibt: Ackermann berät wieder"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Heute ist Lagarde Chefin des Internationalen Währungsfonds und da sieht die Sache anders aus. In seinem Quartalsbericht kommt der IWF zu dem Schluss, dass an einer staatlichen Rekapitalisierung der Banken kein Weg vorbei führt."

      Das kann bei kritischer Betrachtung der Lage nur die Verstaatlichung der Banken bedeuten.

      Wie sie es auch verstanden haben will, eines ist klar. Die sogenannte Euro-rettung, d.h. Bankenrettung hat nur gekostet. Gebracht hat sie substantiell nichts. Stimmt nicht, werden sie sagen. Boni für die Täter, werden sie einwerfen.

      Aber war das nicht immer so. Neu ist das auf jeden Fall nicht.

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