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Was vom Tage bleibt Deutschland hat Pudding in den Knochen

Es wird viel gestritten: Moody's legt sich mit Deutschland an, Wirtschaftsminister Rösler mit allen, Oetker mit Aldi, SAP mit Oracle und Apple mit Samsung. Der Tagesrückblick.
24.07.2012 - 18:02 Uhr 5 Kommentare
Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Guten Abend,

Negatives Vorzeichen

Die Ratingagentur Moody's hält nur noch Finnland für einen uneingeschränkten Hort der Stabilität in Europa. Selbst Deutschland hat Pudding in den Knochen und trägt jetzt ein AAA-Rating mit „negativem Ausblick“. Die Anleiherenditen hat das heute kaum beeinflusst. Denn Deutschland ist und bleibt eben auch ein Profiteur der Krise. Hundertprozentig sicher fühlen sich aber auch Investoren mit Bundesanleihen im Depot nicht mehr.

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    Es gibt kaum jemanden, der eine Gelegenheit auslässt, um Wirtschaftsminister Philipp Rösler eins auszuwischen. Grund: Seine Äußerungen in der ARD („Bericht aus Berlin“), wonach er skeptisch sei, dass eine Rettung Griechenlands gelingen könne und ein Ausstieg des Landes aus der Euro-Zone sowieso den Schrecken verloren habe. An dem Statement ist an sich wenig falsch, nur ist die Position (bislang) nicht Linie der Bundesregierung. Da aber heute kein FDP-Hinterbänkler die Halbierung der GEZ-Gebühren im Sommer fordert, steht Rösler allein im Zentrum der Aufmerksamkeit - und wird abgewatscht.

    Samsung und der Dauerstreit mit Apple

    Es sind vermeintliche Lappalien, mit denen sich deutsche und US-Gerichte im Streit zwischen Apple und Samsung beschäftigen. Einer ist der Gummiband-Effekt, einer netten Animation bei Scrollen mit den Fingerspitzen auf einem Touch-Gerät. Die Nutzen sollte Samsung 2,02 Dollar pro Gerät wert sein, schreibt Apple in Gerichtsdokumenten. Insgesamt summieren sich Apples Forderungen auf stolze 2,5 Milliarden US-Dollar. Kein Wunder: Samsung ist derzeit einer der wenigen echten Rivalen für das iPhone.

    Aldi weiß, wie man Produkte fälscht

    Eindeutig ist die Lage im Streit zwischen Oetker und Aldi. Der Kinder-Nachtisch „Flecki“ - halb aus Schokoladen-, halb aus Vanille-Pudding - in Aldis Kühlregalen ist eine Kopie der Oetker-Leckerei „Paula“. Das hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht entschieden. Doch die Kopie hat der Händler schlecht genug gemacht. Auf Juristendeutsch ist „genug Abstand“ zum geschützten Paula-Design gewahrt. Es könnte ein einsamer Beispielfall dafür werden, dass es tatsächlich etwas nützen kann, die Rechtsabteilung bei der Produktentwicklung mitreden zu lassen.

    Software sells

    Mit harten Bandagen auf dem Markt und auch vor Gericht kämpft der deutsche Software-Konzern SAP gegen den amerikanischen Erzrivalen Oracle. Der US-Konkurrent liegt bei der Rendite deutlich vor den Deutschen. Doch die machen sich daran aufzuholen - und sind in Deutschland schon Spitzenklasse. SAP hat heute das beste zweite Quartal seiner vierzigjährigen Konzerngeschichte vermeldet. Die Euro-Krise wirft noch keine Schatten auf die Zahlen. Bei anderen Dax-Konzernen dürften das in den kommenden Tagen anders sein.

    Lassen Sie sich davon nicht die Laune verderben, wünscht

    Martin Dowideit

    Der Autor auf Twitter: @MDowideit

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    5 Kommentare zu "Was vom Tage bleibt: Deutschland hat Pudding in den Knochen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "nur noch Finnland für einen uneingeschränkten Hort der Stabilität in Europa." Womit sich der Autor in die Reihe der Deppen einreiht, die Europa und die EU nicht auseinanderhalten können. Oder habe ich den Downgrade der Schweiz verschlafen?

    • "Eindeutig ist die Lage im Streit zwischen Oetker und Aldi. Der Kinder-Nachtisch „Flecki“ - halb aus Schokoladen-, halb aus Vanille-Pudding - in Aldis Kühlregalen ist eine Kopie der Oetker-Leckerei „Paula“. Das hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht entschieden."

      Also darf ich jetzt als Produzent Vanille- und Schokoladenpudding mischen? Oder darf ich nur nicht "Flecken" drauf schreiben?

      Kein Wunder das man in der Wirtschaft große Ähnlichkeiten mit einem Irrenhaus findet. Pudding, aber genug Abstand zu anderen Puddings. Wie arm ist diese Konsumwirtschaft geworden? Meine Puddings koche ich selbst, kann ich sogar besser als meine Frau. Spare Umweltmüll, süße nach Geschmack und meine Flecken mache ich auch selbst drauf.

    • Hans im Glück. Wenn ich den Satz lese: "Denn Deutschland ist und bleibt eben auch ein Profiteur der Krise" wird mir schlecht. Das ist nicht bewiesen, ich denke das Gegenteil ist der Fall. Zu Finnland: dass Finnland von den Schuldenländern eine zusätzliche Absicherung bekommen hat spielt bei der Moody´s - Bewertung sicher eine große Rolle. Darüber wird nicht berichtet.

    • Na und...die Not brächte die "Leit" zusammen...wenigstens einmal wieder GEMEINSAM statt modern-individualistisch-egoistisch wie es auf den Straßen Deutschlands beispielsweise durch das iPhone (Idiotenphone) das beinahe alle Teilnehmer des öffentlichen Lebens an der Nase kleben haben und so ständig in Panik leben zu sehen ist, statt dem zur Normalität-Entspanntheit-(zwangsläufigen) Solidarität zurück. Letzteres ist absolutes Fremdwort geworden. Doch die Massen lassen sich mitziehen. Überzeugen durch Nullzinsen zum selbstzerstörenden Konsum. Dummmasse. So wie die Politik in ihrem EURO-Fanatismus immer schneller im Rad gedreht wird.

    • Deutschland tut gut daran, Pudding in den Knochen zu haben. Die Eurokise lässt sich an, allen Rettungsbemühungen zum Trotz, zu ihrem finalen Schlag auszuholen. Jetzt rächt sich, dass wir nicht konsequent die Einhaltung der europäischen Verträge eingefordert haben. Wir sind Geiseln der Schuldenländer. Der einzige Ausweg wäre die Abwicklung der europäischen Unglückswährung, doch davon sind wir erkenntnistechnisch noch meilenweit entfernt. Stattdessen steuern wir weiter in das Komplettdesaster, das auch den Ratingagenturen nicht verborgen geblieben ist.Deutschland kettet sich durch Untätigkeit und Opportunismus, aus Angst und falsch verstandenem Geschichtsbewusstsein als Rettungsboot an ein untergehendes Schiff. Das Ergebnis ist jedem neutralen Beobachter klar: gemeinsamer Untergang und Abtritt von der Weltbühne.

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